Abzug von Rücklagenzuführungen bei WEG?

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3 Antworten

Auch mit Text verstehe ich deine Frage immer noch nicht. Was genau willst du?

Ich bekam - Frage neulich! - nämlich mangels Antrags meine eigenen Aufwendungen von der Gemeinschaft nicht zurück

Welche eigenen Aufwendungen?

die mir ja viel mehr weh taten, als den anderen in gleicher Lage, da sie nicht selbst nutzen

Als Vermieter kannst du gewisse Aufwendungen von der Steuer absetzen. Dafür muss die Miete ja aber auch versteuert werden. Und du hast aber auch wieder andere Probleme, die du als Selbstnutzer nicht hast. Welche Aufwendungen möchtest du von der Gemeinschaft zurück haben? Wenn die das Gemeinschaftseigentum betreffen, welches zur Wohnung gehört, dann muss das im Voraus von der Gemeinschaft abgesegnet werden, bzw. bei dringend zu erledigenden Reparaturen ist das mit dem Verwalter zu besprechen.

Alilupo 06.07.2017, 09:13

Nochmal: Dass ich die Aufwendungen, die ich ohne schriftlichen Antrag getätigt habe, nicht zurück bekomme, ist mir auch klar. Darum ging es in dem anderen Thread. Der Drops ist gelutscht! 

Der Punkt hier war eher ein theoretischer:

Die Maßnahmen anderer, die die für ihr am Sondereigentum hängendes Gemeinschaftseigentum von der Gemeinschaft beantragen, können steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie vermieten oder die Räume gewerblich/freiberuflich nutzen. Es handelt sich aber natürlich nicht um die Einzelmaßnahmen, sondern um die abstrakte Rücklagenzuführung, die aber auch IMMER anteilig mein steuerlich nicht ansetzbares Miteigentum betrifft, da ja das Gemeinschaftseigentum instand gehalten wird.

Im Rahmen der Umlage trage ich jedoch dazu bei. Ich habe wegen Wohnens im Eigentum keine Abzugsmöglichkeit, obwohl 85% der Beträge/Flächen abzugsfähigen Zwecken dienen. Umgekehrt können die Abzugsberechtigten eben auch die 15% geltend machen bei Massnahmen, die nur Wohnraum betreffen.

Da ich schon erwartet habe, dass keiner die Frage versteht, hatte ich mir selbst darin schon eine denkbare Antwort gegeben. Ich wollte im Grunde nur eine abweichende Idee oder Interpretation lesen.

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Immofachwirt 09.07.2017, 12:49
@Alilupo

Dein Denkfehler ist, dass die Eigentümer welche vermieten nicht die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage, sondern nur den Abgang derselben steuerlich geltend machen kannst.

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Du musst erst einmal den Unterschied zwischen Sonder- und Gemeinschaftseigentum begreifen.

Anders wirst du die Lösungen nicht verstehen. Also ein kleiner Exkurs:

  1. Gemeinschaftliches Eigentum ist alles, was nicht zum Sondereigentum erklärt wird (§ 5 Abs. 1 WEG).
  2. Bestandteile des Gebäudes, die für die Sicherheit und den Bestand des Gebäudes zuständig sind, oder dem gemeinschaftlichen Gebrauch (z. B. Ansicht des Gebäudes, also Fassade) dienen, sind nicht Sondereigentumsfähig (§ 5 Abs. 2 WEG).

Außenfenster sind immer gemeinschaftliches Eigentum. Ebenso die tragenden Teile, sowie die Abdichtung und Brüstung der Balkone, weil sie der Sicherheit und dem Bestand des Gebäudes dienen. Daran ändert es auch nichts, wenn diese fälschlicher Weise in der Gemeinschaftsornung zum Sondereigentum erklärt wurden. Für die Instandsetzung/Instandhaltung dieser Gebäudeteile wird die Instandhaltungsrücklage gebildet (§ 21 Abs. 5 Nr. 4 WEG).

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Nun zu deinen gedachten umlegbaren Kosten:

Instandsetzungen/Instandhaltungen sind keine (auf den Mieter) umlegbaren Kosten im Sinne der Betriebskostenverordnung. Das bedeutet, dass auch die Vermieter auf den Instandsetzungskosten/Instandhaltungskosten zunächst sitzen bleiben. Sie können sie aber mit Ausnahme des § 35 a EkStG im Gegensatz zu dir, als Werbungskosten im Sinne der §§ 9, 11 Abs. 2, 11a, 11b EkStG geltend machen.

Dies dürfen sie deshalb, weil sie ihre Mieteinnahmen versteuern müssen und mit diesen Werbungskosten lediglich ihre Steuerschuld mindern. Wenn du selbst in deiner Wohnung wohnst, musst du dafür keine Steuern zahlen und bedarfst daher dieser Minderung deiner Steuerschuld nicht.

Alilupo 09.07.2017, 12:38

Du hast mich von A bis Z nicht verstanden. Es geht nicht um Umlegbarkeit auf den Mieter (die Eigentümer sind in zwei Fällen auch ihre eigenen Mieter mit eigenen Firmen). Sondern es ging um steuerliche Absetzbarkeit der Maßnahme, und da die einzelne Maßnahme dafür nicht maßgebend ist, um die der Zuführung zur Rücklage.

Die Antwort, die ich mir selbst gegeben habe, stimmt für mich schon so. Außerdem war ich zu keinem Zeitpunkt hier "juristisch" unterwegs. Ich fand das Verhalten der WEG nur unfair, aber ich weiß, dass ich nichts dagegen tun kann.

Daher hoffte ich nur auf einen Gedankenanstoß, wie jmd. von Euch bei einer solchen Nachlässigkeit wie von mir nachträglich gehandelt hätte. Es ging also um Kreativität, nicht um Gesetzeszitate.

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Immofachwirt 09.07.2017, 12:47
@Alilupo

Du bist ganz schön unhöflich.

Wenn es keine Zuführung zur Rücklage gäbe, müsstest du die Kosten für die Instandsetzung mittels Sonderumlage (-zahlung) oder (Jahres-) Abrechnungnachzahlung direkt bezahlen.

Daher spielt es keine Rolle, ob du in die Rücklage einbezahlst  und daraus Maßnahmen zur Instandsetzung/-haltung bezahlt werden oder direkt bezahlst. Beide Finanzierungsformen kannst du als Selbstnutzer (mit Ausnahme von § 35 a EkStG) nicht geltend machen.

Weshalb du dich dabei ungerecht behandelt fühlst, kann ich nicht nachvollziehen.

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Hinzufügen von Details zur Frage bei gutefrage.

Alilupo 05.07.2017, 14:42

Hatte Text vergessen ... dachte, es wäre Erweiterter Titel wie bei großen Zeitungsartikeln

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