Ist ein Abzug ausländischer Steuer bei erhöhter Steuer in Deutschland aufgrund der Berechnung über Progressionsvorbehalt möglich?

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2 Antworten

Für solche nicht gerade simplen Fälle lohnt auf jeden Fall der Gang zum StB. Hier nur kurz zitiert:

"Ist Deutschland Ihr Ansässigkeitsstaat, werden hier Ihre ausländischen
Brutto-Einkünfte bei der Bemessung des Steuersatzes für Ihr übriges
Einkommen in den Progressionsvorbehalt
einbezogen (§ 32b Abs. 1 Nr. 3 EStG), wodurch sich für dieses eine
höhere Steuerbelastung ergibt. Der Progressionsvorbehalt ist auch dann
anzuwenden, wenn das entsprechende DBA dies nicht ausdrücklich gestattet
(FG Düsseldorf vom 31.1.2006, 3 K 846/03 E, EFG 2006 S. 970)
."

Quelle: http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-15105.xhtml?currentModule=home

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Zwischen Frankreich und Deutschland gibt es eine Grenzgängerregelung. Unter bestimmten Voraussetzungen können die französischen Einkünfte in Deutschland besteuert werden.

Wenn die Grenzgängerregelung nicht greift, werden die französischen Einkünfte in Frankreich besteuert und unterliegen in Deutschland dem Progressionsvorbehalt. Von diesen ausländischen Einnahmen dürfen die Werbungskosten abgezogen werden, die nach deutschem Recht ermittelt werden. Die ausländische Steuer wird aber nicht abgezogen. Sie darf auch nicht in Deutschland angerechnet werden.

Wenn es durch den Progressionsvorbehalt zu einer Nachzahlung kommt, hätte man in Deinem Fall noch die Möglichkeit zur Einzelveranlagung. Das ist in der Regel dann günstiger, wenn das ausländische Gehalt höher als das deutsche Gehalt ist.

Also nochmal zur Frage: Die in Frankreich gezahlte Steuer darf nicht abgezogen werden.

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