Abtreibung: Steht das Wohl der Mutter höher, als das Recht auf Leben des Kindes?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Wenns für eine Arbeit sein sollte musst du möglichst Emotionslos an die Sache gehen und überlegen was sind vorteile nachteile etc.

Beispielsweise kann es sein, dass das Kind aus einer Vergewaltigung kommt und die Mutter das Kind aufgrund dieser Erinnerung nicht behalten kann, würde sie nicht abtreiben, könnte es sein, dass sie das Kind nach der Geburt einfach im Mistkübel entsorgt wie es schon manchmal passiert ist. Das würde sich verhindern lassen wenn das Kind früh abgetrieben wird, in beiden Fällen stirbt das Kind.

Allerdings kann man jetzt wieder aus einem anderen Blickwinkel sagen, dafür gibts ja die Babyklappe.

Alles in allem ist ein Sehr kontrovers diskutiertes Thema, über welches schon seit langen Uneinigkeit herrscht.

Hier gehört auch die Frage dazu ab wann menschliches Leben denn nun als solches Leben gewertet wird, ist eine einzelne Befruchtete Eizelle schon menschliches Leben?

Ich kann dir jetzt hier keinen Text dazu schreiben, aber ich hoffe ich konnte dir einige Anstöße geben wie du dir die Sachen überlegen und aufarbeiten kannst.

sunnyteubner 26.11.2016, 17:09

wow, das hat mir mehr als geholfen, dankesehr!

0
carn112004 27.11.2016, 20:39

Einfache und völlig den wissenschaftlichen Fakten entsprechende Antwort auf diese Frage:

"Hier gehört auch die Frage dazu ab wann menschliches Leben denn nun als
solches Leben gewertet wird, ist eine einzelne Befruchtete Eizelle schon
menschliches Leben?"

Ab der Befruchtung.

Die Frage hätte formuliert werden sollen mit "ist eine einzelne befruchtete Eizelle schon ein Mensch?"; dann könnte man unterschiedliche Antworten bringen.

Fragt man aber, ob eine einzelne befruchtete Eizelle schon menschliches Leben ist, dann ist jede Antwort außer "Ja" schlicht wissenschaftsverleugnend, denn eine befruchtete Eizelle ist nach üblichen biologischen Kriterien ein Lebewesen und dazu ein menschliches Lebewesen, denn das sagt die DNA-Analyse.

1
PeterKremsner 28.11.2016, 13:15
@carn112004

Ich glaube du weist wie es gemeint war falsche Formulierung (in dem Fall zutreffend) hin oder her.

0

Da würde sich für mich erstmal die Frage stellen, ab wann es menschliches Leben ist. Wenn das Herz schlägt? Oder sobald sich eine Art Bewusstsein entwickelt? Das sieht wohl jeder etwas anders..

Askuwehteau 28.11.2016, 19:41

Will ein Wurm leben oder will er nicht? Sage aber blos nicht, er kann nichts wollen. Denn dann kann er auch einfach liegen bleiben, bis ihn ein Vogel frisst

0
ApfelTea 28.11.2016, 21:23

Was hat der Wurm damit zu tun? Der Lebt ja definitiv.

0

Grundsätzlich solltest du mal darauf verweisen, dass es keine objektive Moral gibt und jede Klärung dieser Frage immer an irgendwelche unbegründeten Prämissen gebunden ist.

Dann kannst du nocht sagen, dass jeder der behauptet dieses Thema endgültig geklärt zu heben ein Dummkopf ist, der die Unsicherheit seiner Basisargumente nicht erkennt.

Und dann sagst du noch, dass du dich nicht festlegen wolltest und deswegen nur eine Reihe von Argumenten (findest du sicher schnell im Internet) vorlegst, die jeder gemäß seinen Moralischen Maßstäben in Verhältnis zueinander bringen soll.

Mehr kann man von dir eigentlich nicht verlangen.


Dazu gibt es viele verschiedene Positionen. Für mich persönlich steht das Recht der Frau hier über dem Recht des Fötus.

Interessant für deine Arbeit  kann auch sein,  dass zb Kanada überhaupt keine Gesetzgebung zur Abtreibung hat, es ist also nicht verboten. Dennoch hat Kanada eine sehr geringe Abtreibungsrate.

Auch Länder mit längeren Fristen haben oft geringere Abtreibungsraten - könnte daran liegen, dass Frauen sich mit weniger Zeitdruck  (wenn also der Abbruch nicht bis spätestens 12. Woche erfolgen muss) öfter doch noch für das Kind entscheiden.

Streng christliche Länder oder streng islamische Länder haben oft ein sehr eingeschränktes Abtreibungsrecht, was dann halt zu illegalen und gefährlichen Eingriffen führt.

Relevant in Deutschland grundsätzlich das letzte Bundesverfassungsgerichtsurteil zu dem Thema:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

Ferner so formuliert:

"Steht das Wohl der Mutter höher, als das Recht auf Leben des Kindes?"

lautet die Antwort "eher ja", denn bei Gesundheitsgefahren für die Mutter sind Abtreibungen (wenn die Gefahr schwer ist und anders nicht abwendbar) im Prinzip bis zum Einsetzen der Geburtswehen möglich, womit wenigstens ihr gesundheitliches Wohl - ihr Leben erst recht - über dem Recht auf Leben des Kindes steht.

Oft ist es sicher aus dem sozialen Umfeld zum Wohle des mögl,KIndes besser , wenn es nicht dort leben muß .

Von Land zu Land unterschiedlich.

Hier wird das Recht der Mutter höher eingeschätzt.

In manchen arabischen Ländern wird eine Abtreibung mit dem Tod bestraft

MKausK 26.11.2016, 16:50

Und noch ein Tip zu deiner Präsentation besorg dir digitale Bilder von Föten in den Schwangerschaftswochen...hier darf man glaube ich bis zur 8 Woche abtreiben oder war es die 12. jedenfalls sieht da der Fötus schon wie ein kleiner Mensch aus...das nehm dann als Diskussionsgrundlage....ob die 12. Doch nicht zu spät wär usw.

0
nnblm1 26.11.2016, 17:28
@MKausK

Wobei die Frage ist, ob das Aussehen des Fötus eine gute Entscheidungsgrundlage ist, oder ob nicht besser andere Kriterien verwendet werden sollten?

Es bleibt aber immer ein Stück weit willkürlich, wo man hier die Grenze setzt.

0
carn112004 28.11.2016, 09:31
@nnblm1

Da unsere Gesellschaft vorgibt, dass es ihr um den Schutz der Rechte von Menschen gehe, kann das Aussehen des ungeborenen eventuell das Argument stützen, dass es sich bei ungeborenen um Menschen handele; denn häufig vermeint das menschliche Unterbewusstsein, dass wenn es etwas sieht, das ca. 10 Finger, ca. 10 Zehen, ca. 2 Beine, ca. 2 Arme, ca. 1 Rumpf, ca. 1 Kopf, ca. 2 Augen, ca. 2 Ohren, ca. 1 Nase und ca. 1 Mund angeordnet in der für Menschen nicht ungewöhnlichen Relation zueinander, dass dieses etwas dann durchaus ein Mensch sein könnte.

Natürlich ist das eigentlich ein infantiler Appell an Gefühle (genauso wie Hinweise, dass das ungeborene doch keine Schmerzen bis zur soundsovielten SSW keine Schmerzen empfinden könne), da bei informierter und rationaler Betrachtungsweise natürlich völlig unabhängig von Optik klar ist, dass

ungeborne ab Abschluss der Befruchtung lebende Exemplare der Spezies Mensch sind und

im Sinne des vom Bundesverfassungsgericht bindend für den Staat ausgelegten Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 2 GG spätestens mit Abschluss der Nidation die Menschenwürde und das Recht auf Leben haben,

womit bei rationaler und informierter Betrachtungsweise der Status als Mensch für ungeborene zwar naheliegend ist (lebendes Exemplar der Spezies Mensch + Menschenwürde = Nichtmensch ist nunmal schwer begründbar), aber letztlich nicht weiter relevant, da sowieso nur noch zu klären bleibt, ob und wie der Staat Menschenwürde und Lebensrecht der ungeborenen in Anbetracht der Menschenwürde und Recht auf Handlungsfreiheit der Schwangeren sinnvoll, zulässig und wirksam schützen kann und sollte.

0
Deamonia 28.11.2016, 15:15
@MKausK

Aber Vorsicht: Im Web existieren massenweise falsche Bilder, die von Schwangerschaftsgegnern mit falschen Wochenangaben eingestellt wurden, um Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen. 

Da werden gern mal Bilder der 20SSW als 12SSW ausgegeben, und Bilder und Beschreibungen von Spätabtreibungen (bis zur 24SSW) als normale Abtreibung dargestellt. 

1
sunnyteubner 26.11.2016, 17:11

okay vielen dank!

1

Das hat mit Recht letztendlich nichts zu tun, sondern mit Wollen. Will das Kind leben oder will es nicht leben? Du kannst zwar sagen, dass der Fötus noch keinen Willen hat und diese Entscheidung nicht treffen kann. Aber du kannst dich selber fragen, ob es richtig oder falsch war, dass du nicht abgetrieben wurdest. Bist du also einverstanden damit, dass du  von deiner Mutter ausgetragen wurdest?

Deamonia 28.11.2016, 15:01

So an diese Frage ranzugehen finde ich immer extrem schwer. Denn wenn ich nicht geboren worden wäre, wäre es mir schlichtweg egal, da ich ja nicht existieren würde, um es zu bereuen. 

0
Askuwehteau 28.11.2016, 19:36
@Deamonia

bereust du es jetzt, dass du geboren und nicht abgetrieben wurdest?

0
mexp123 28.11.2016, 19:52

Es gehört ja nicht nur die Sichtweise des Kindes sondern auch die der Mutter dazu.

0
Askuwehteau 28.11.2016, 20:07
@mexp123

wenn beide wollen, ist ja gut. und wenn die mutter nicht will, was dann? dann, wie gehabt.

0

Ja, wenn es Komplikationen gibt, die für die Mutter tödlich sind, ist Schwangerschaftsabbruch in Ordnung. Nicht wie bei der Polin Agnieszka J., der ihr Kind ist bei der Entbindung gestorben und sie auch. Das Risiko für sie war bekannt, aber es weigerten sich alle polnischen Ärzte, eine Abtreibung vorzunehmen wegen dem Einspruch ihres Onkels Lech K.

Was möchtest Du wissen?