abtreibung eines behinderten kindes...

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16 Antworten

beantwortet von heikephs am 3. August 2009 10:17
Ich kenne zwei Familien, denen ein schwerbehindertes Kind geboren wurde. Sie sind beide nach einigen Monaten gestorben. In dieser Zeit waren sie ein Segen für ihre Familien, waren dabei aber - wie normale Kinder auch - glücklich, soweit man sehen konnte (eines habe ich selbst auf dem Arm gehabt).
Ich habe auch ein beeindruckendes Buch gelesen von einer Familie, deren Kind kein Großhirn hatte und nach 25 Std. verstorben ist. Selbst dieses Kind hat gelächelt, die Mutter hatte eine gute Beziehung zu ihm (auch in der Schwangerschaft, vor allem), und trotz allem Schweren waren sie sehr froh über ihr Kind.
Das Schwerste - hört man immer wieder - sind immer die Menschen, die mit Unverstand und Gehässigkeit diesen Leuten das Leben schwer machen mit dummen Sprüchen und noch schlimmerem.
Das finde ich sehr schade.
Denn Menschen, die sich für ihr behindertes Kind entscheiden, werden oft schlimmer behandelt, als solche, die es ermorden.
Was ist mit den Frauen, die ihre Neugeborenen töten? Immer wieder liest man in der Zeitung davon, und regelmäßig schlägt eine Welle der Empörung hoch.
Ich habe einmal einen Leserbrief geschrieben und bedauert, daß die gute Frau ihr Kind nicht einige Monate vorher umgebracht hat - dann wäre es okay, ja sogar erstrebenswert gewesen, als Mutter sein Leben in die eigene Hand zu nehmen - - -
aber wehe, wehe, das Kind ist auch für andere Menschen sichtbar - dann soll es auf einmal ein Verbrechen sein - merkwürdige Welt hier!
http://www.gutefrage.net/frage/ist-fuer-euch-abtreibung-ein-verbrechen-oder-eine-option#vote_5933315

In Deutschland wie auch in Frankreich gibt es die Kind-als-Schaden-Rechtsprechung. Mütter hatten erfolgreich ihre Gynäkologen auf lebenslangen Kindesunterhalt verklagt, mit der Begründung: Hätten sie von der Behinderung ihres ungeborenen Kindes gewusst, hätten sie es abtreiben lassen.

Also: Nur weil der Arzt die Behinderung übersehen hat (Kunstfehler), hat die Mutter jetzt ein behindertes Kind. Dafür muss der Arzt haften.

Dies Konsequenz daraus: Wenn ein Gynäkologe auch nur den Verdacht auf eine Behinderung hat, wird er/sie der Mutter zur Abtreibung raten.

Oft genug hat sich hinterher herausgestellt, dass der Verdacht unzutreffend war. Aber das hat für den Arzt keine juristischen Folgen.


beantwortet von soulmate am 25. Juni 2009 12:12
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Bei meinen Sohn wurde in der 13.ssw eine Nakenfalte von 4,5mm festgestellt, der Arzt wollte sofort ein Abtreibug veranlassen! Ich hab mich für mein Baby entschieden, obwohl der Arzt meinte das dieses Kind sicher behindert sein wird und er gab mir keine hoffnung das ein Wunder geschehen wird! Ich lehnte jede untersuchung ab, ausser das Organscreening hatte ich machen lassen, aus dem Grund - wenn er nach der Geburt medizinische hilfe bräuchte! Anscheinend hätte er ja ein Down syndrom werden sollen! Oder nicht Lebensfähig!

Ich gebar am 27.01.09 einen kerngesunden Jungen, sogar mit 3980gramm und 53cm groß!
Wer sagt da, dass es keine Wunder gibt, ich halte dieses Wunder in meinen Händen!
Ich hab mich trotz dieser Diagnose für ihn entschieden! Meine Meinung, wer keine Kinder haben möchte oder er zweifeln hat, der sollte sich unterbinden oder gar keinen Sex haben!
Das ist der einzige Schutz nicht schwanger zu werden!
Auch finde ich es eine frechheit, gleich Kinder abzutreiben, wo die möglichkeit besteht, dass es nicht ganz gesund sin wird! Aber das ist immer ein Risiko und wenn man sich Kinder wünscht, sollte man auch damit rechnen, dass es vielleicht nicht immer ganz spo perfekt sein wird!
Dies war mein drittes Kind, es war auch nicht geplant, da ich alleine Lebe, aber ich liebe meine Kinder!
Sie sind das beste was in meinen Leben passiert sind!
So sollte eigentlcich jeder Denken!
Liebe Grüße Manueal
http://www.gutefrage.net/frage/was-spricht-alles-gegen-eine-abtreibung#vote_5161084

Hallo! Melde mich dazu auch mal zu Wort. Ich bin nämlich junge Mutter eines Schwerstbehinderten Sohnes von 15 Monaten.

Bei uns war vor der Geburt nicht klar das unser Kind nicht gesund ist,und damit hat sich diese Frage auch nie gestellt. Seine Behinderung ist nämlich erst durch die viel zu frühe Geburt, und damit zusammen hängenden Problemen aufgetreten.

Persönlich würde ich mich aber wohl immer gegen eine Abtreibung entscheiden. Zum einen weil ich psychisch mit sowas nicht fertig werden würde, und zum anderen weil ich an meinem eigenen Kind sehe, wie wertvoll ein eingeschränktes Leben doch sein kann. Als aussenstehender kann man sich das manchmal wirklich schwer ausmalen, und sicher ist unser Leben oft anstrengender als normal. Aber wir lernen und wachsen täglich an unseren Aufgaben, und ich kann mir nichts schöneres mehr vorstellen. Wir haben einfach das Glück, gelernt zu haben NIE etwas als normal anzusehen. Für uns ist jeder noch so kleine Entwicklungsschritt einfach etwas ganz besonderes. Genau wie unser kleiner Schatz.

Und sonst fällt mir dazu noch ein sehr gutes Zitat ein, was wirklich zum nachdenken anregt.

"Nicht Behindert zu sein, ist wahrlich kein Verdienst. Sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann." (Richard von Weizsäcker)

Darüber sollten vielleicht einige Menschen mal nachdenken. Denn es kann wirklich immer jeden treffen, und viel zu wenig Menschen sind sich ihrem Glück gesund zu sein wirklich bewusst.

Ich bin grundsätzlich für eine Abtreibung eines Behinderten Kindes .(Kommt aber auf die Behinderung an) Erst mal muss ich mich in diesem Kind hineinversetzen also am besten ich lasse mich selbst so manipuliere das ich es selber am eigenen Leib spüre was die Behinderung für das Kind bedeutet.Und wenn ich dann sage ich kann damit leben ,bitte schneide dir das Bein die Arme, Steche dir die Augen aus ,lass dir das Gehör zerstören und dein Gehirn zu Mus verarbeiten, ist das nicht schön? Ich denke man muss nicht an sich denken sondern an dehn es betrifft, den du musst den Schmerz nicht erleiden (Seelischer Schmerz)z.b.

Liebe fragew25, als Arzt, Gynäkologe und Budist vertrete ich dazu 2 Meinungen. Als Budist sehe ich es so, dass das Leben eine neue Change im nächsten Leben verdient hat. Es überspringt so ein Kaste, - die es sich im vorangegangenen Leben verdient hat. Als Arzt würde ich fragen in welcher finanziellen Absicherung das behindete Kind aufwachsen soll.

Ich könnte mir vorstellen, dass es darauf ankommt, wie schwerwiegend die Behinderung sein könnte. Wenn es zu erwarten wäre, dass es nicht lebenswert wäre(damit meine ich, dass das Kind so stark behindert wäre, dass es gar nichts vom Leben mitbekommen würde), würde ich wahrscheinlich eine Abtreibung vornehmen lassen (obwohl ich eigenlich ganz dagegen bin) Wenn aber nur eine kleine Behinderung zu erwarten wäre, würde ich das Kind zur Welt bringen und es so weit wie möglich in seinem Leben fördern.

das ist eine ganz persönliche Entscheidung. Ich denke, ohne sich intensiv damit zu beschäftigen, kann man keine Antwort geben. Mein Gefühl sagt, dass ein Mensch mit Behinderung das eigene Leben auch bereichern kann. Abtreibung nur in ganz wenigen Ausnahmefällen.

Endlich mal jemand dessen Gefühle genau das Richtige sagen. ;)

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Das muß m.M. jeder für sich ausmachen. Bei mir käme es auf den Grad der Behinderung an - und ob mein Kind mit seiner Behinderung später trotzdem ein lebenswertes Leben führen kann. Und wie hoch die Überlebenschancen wären, wenn das Kind auf die Welt käme. Ich würde mir da auch nicht von anderen reinreden lassen, denn ICH muß mein ganzes Leben mit der Entscheidung leben - und sonst niemand. (Mal abgesehen vom Partner).

Für dich wäre das Lebensrecht deines ungeborenen Kindes davon abhängig, ob es deinen Vorstellungen von Perfektion entspricht?

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Ganz genau, Eidolon. Nicht jede Frau / jedes Paar ist gleich tragfähig, nicht jede fühlt gleich. Das muss und kann nur jede für sich selbst entscheiden. Und klar hängt es auch von der Stärke der Behinderung und der Tragfähigkeit des Umfeldes ab.

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Ich würde es nicht kriegen - je nach Grad der Behinderung pflegst du dein Kind und hast kein eigenes Leben mehr und was ist, wenn du dann selbst alt und krank bist...?!

Es wenden sich Freunde und Familie von dir ab und stehst alleine da, und ob dein Partner das mitmacht, ist auch fragwürdig.

Gibt zwar immer wieder gute Beispiele, aber für welchen Preis?

Das würde ich jetzt mal nicht über einen Kamm scheren. Sicher gibt es immer Idioten die sich wegen sowas von einem Abwenden, aber sowas nennt sich auch nicht Freunde. Ich hatte damals von einen Tag auf den nächsten ein Schwerstbehindertes Kind, hatte also vorher nie eine Wahl. Trotzdem habe ich mich auch danach immer für mein Kind und sein Leben entschieden, solange man nicht genau einschätzen konnte wie weit eine Behinderung reicht. Und vor der Geburt ist sowas ja wohl selten der Fall. Dann hat sich von uns niemand abgewendet, im Gegenteil haben wir noch viel mehr neue Leute dazu gefunden. Genauso haben wir nie irgend einen Preis bezahlt, sondern so verdammt viel aus unserer Situation gelernt wie wir es sonst wohl nie hätten.

Aber wir werden wohl nur eins der guten Beispiele sein was? Aber davon kann ich dir noch viele, viele mehr erzählen. Ich habe so viele Kinder kennengelernt deren Eltern in der SS eine Abtreibung eingetrichert wurde und die sich dagegen entschieden haben. Und vielen davon geht es jetzt so gut das man nicht mal mehr merkt das sie nicht gesund seien sollen.

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Wer sind wir, zu entscheiden, welches Leben lebenswert ist und welches nicht? Ein Kind zu töten, egal wie alt es ist, ist ein Kind zu töten. Aldolf Hinckler (das originale ist nicht erlaubt), den wir glaube ich alle verabscheuen, kannte schon die Unterscheidung zwischen wertem und unwertem Leben. Doch heute schient das alles kein Problem zu sein. Ein Kind ist immer von Gott gewollt und als solches zu behandeln. Weder der Vater noch die Mutter können über dieses Kind richten, mit oder ohne Behinderung. Sie sollen es anzunehmen und es lieben.

die entscheidung liegt immer bei der person welche die schwangerschaft durchmacht dein freund hat garnichts zu melden

Typisch Mann! Läßt seine Freundin einfach im Stich mit der schweren Entscheidung über Leben oder Tod des eigenen Kindes!

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Also ich bin generell gegen Abrteibung. Zudemsehe ich das so, eine Behinderung bedeutet nicht, dass der werdende Mensch weniger wert ist als n gesundes Baby.

Aber das is meine persönliche Meinung. das muss jeder selber wissen.

Schau dir mal die Seite an:

www.tim-lebt.de

Tim hat seine eigene (Spät)Abtreibung überlebt und ist kein Einzelfall!

Als ich die gesehen hab, war mir eins klar, niemals eine Abtreibung, auch nicht, weil das Kind behindert sein könnte.

Dann würde ich es lieber selbst mit oder ohne Partner probieren oder notfalls das Kind in ein betreutes Heim / Einrichtung geben.

Ich könnte eine Abtreibung, egal aus welchem Grund, nicht mit meinem Gewissen vereinbaren!!!

ich bin auch gegen abtreibung - aber ein behindertes kind würde ich nicht haben wollen. du tust dir weder dem kind noch einen gefallen. dein & sein leben lang is es ein kampf.

Ich denke, dass behinderte Menschen Gefühl und andere Einstellungen haben, von denen gesunde Menschen nur lernen können und umgekehrt genauso.

Einer Nachbarsfamilie von mir, die haben ein gesundes Kind bekommen und er ist nach der Gebur einer Krankenschwester runtergefallen. Und war seitdem behindert. Mittlerweile ist der Mensch über 30, verheiratet und hat 3 gesunde Kinder, davon 1 Zwillingspärchen.

Man kann nichts pauschalisieren und auch schwerst kranke Menschen sind auf eine andere Art glücklich, erst Recht wenn sie von Geburt an mit ihren Behinderungen leben!

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Bloß nicht abtreiben. Man steht zu seinem Kind. Egal wie es aussieht! Klar hättest du damit ein hartes Leben. Aber- Geht's noch? Ein Leben auslöschen? Nicht mein DIng.

Was ist für dich ein behindertes Kind?

In den USA haben Eltern angegeben, daß sie ihr Kind abtreiben würden, wenn die Veranlagung zur Fettleibigkeit nachgewiesen werden könnte.

Abtreibung ist nie die adäquate Antwort auf die Notlage einer Schwangeren, weil Abtreibung kein einziges Problem löst, sondern nur neue schafft. Was abgetrieben werden muss, sind stattdessen Probleme, nicht Babys.

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