Abtreibung- Was stimmt jetzt?

9 Antworten

Das sind Horrormärchen von extremen Abtreibungsgegnern.

Ein Schwangerschaftsabbruch findet zu einem Zeitpunkt statt, wo einzelne Extremitäten gar nicht identifizierbar sind. Das müßte dann ja auch ohne Sicht und bei  Stochern im Dunkeln, geschehen. Der Embryo ist von Eihäuten und Fruchtwasser umgeben, die in dem Stadium mehr sind als der eigentliche Embryo. Die gesamte Fruchtanlage wird durch einen recht kleinen Schlauch abgesaugt, ohne daß man einzelne Körperteile überhaupt identifizieren könnte.

Diese Horrorbeschreibung, die du da gefunden hast, könnte so möglich gewesen sein, bevor Kaiserschnitte zur Routine OP in der Geburtsmedizin wurden.

Das nennt man Embryotomie oder Fetotomie. Ihre Anwendung war immer ein absoluter und dramatischer Notfall, die ultima Ratio, während einer Schwangerschaft oder Geburt und hatte mit einem gewollten Abbruch nichts zu tun. In der Regel war der Fötus durch eine zu lange Dauer der Geburt bereits abgestorben und die Mutter in Lebensgefahr.
Das Abtreibungsgegner ein Notfallszenario in einen völlig anderen Zusammenhang stellen und so für ihre Zwecke mißbrauchen, finde ich skandalös.

Nachtrag: heutzutage wird bei einem abgestorbenen Fötus eine vaginale Geburt eingeleitet. Wenn das aus irgendeinem Grund, z.B. absolute Geburtshindernisse nicht geht, wird auch in solchen Fällen ein Kaiserschnitt durchgeführt.
Es gibt heute also keinen Grund, einen Fötus zu zerstückeln.

Kaiserschnitte mit einer reellen Überlebenschance für die Mutter gibt es erst, seit Antibiotika flächendeckend verfügbar sind, also seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Vorher wurden zwar auch immer mal wieder in höchster Not Kaiserschnitte durchgeführt, die Überlebenschance für die Mutter war aber eher Glückssache.

So, nun bin ich ein bißchen vom Thema abgekommen, trägt aber vielleicht ein bißchen zum Verständnis des ursprünglichen Themas bei.

0
  • Du fällst da wohl auf Propaganda aggressiver Abtreibungsgegner herein. Die allermeisten Abtreibungen in Deutschland finden statt, wenn der Embryo nur wenige Millimeter groß ist und keiner Bewustsein oder Schmerzempfinden hat. 
  • Bis zur 12. Woche hat ein Embryo mit Sicherheit KEIN Bewusstsein, keinerlei Gefühle wie Angst und kein Schmerzempfinden. Anhaltspunkte nach Entwicklung: erste Motorik (16. SSW), Schmerzreizweiterleitung (ab 24-28, SSW), Bewusstsein (nicht vor 30. SSW) und Schmerzempfinden (35.-37. SSW)
  • Bedenke, dass Abbrüche in Deutschland nur bis zur 14. SSW erlaubt sind und weit überwiegend sogar bis zur 10. SSW stattfinden.

Hallo

Es gibt unterschiedliche Methoden. In Deutschland kann man bis zur 9. Woche medikamentös abtreiben. Da ist klar, dass also nichts in Stücke gerissen wird. Bis zur 14. Woche (nach letzter Mens) kann man durch Absaugung abtreiben. Dabei wird der Fötus mit einem Saugröhrchen abgesaugt, da knackt kein Arzt etwas ab. 

Deine Schilderung stammt von Abtreibungsgegnern und hat mit der Realität nichts zu tun. Verbreite nicht Informationen, die nicht stimmen.

Wünsche Dir ein gutes Gelingen des Referats.

Freundlichen Gruss

tm

Was möchtest Du wissen?