Absturz Boeing 777 - Flug MH 370

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4 Antworten

Du musst bei der Radartechnik zwischen zwei grundliegenden Arten unterscheiden.

  1. Das Primärradar. Das ist das klassische Radar mit Radarwellen und Reflektion am Flugzeug. Das System war das erste zu orten eines Flugzeugs, ist aber auch ziemlich unzuverlässig. Die Höhe und genaue Position lässt sich nur ungenau bestimmen, und ein Flugzeug identifizieren kann sie auch nicht. Deswegen wurde sie vor allem im zivilen Luftverkehr durch

  2. Das Sekundärradar ersetzt. Hierbei sendet die Radarstation am Boden ein Signal an einen Transponder im Flugzeug, dieser sendet dann Daten, die auf den Angaben der Bordinstrumente beruhen. Das sind dann also sehr exakte Angaben über Höhe, Kurs, Geschwindigkeit, Steig- und Sinkrate, Flugzeugtyp, Flugnummer etc. Diese Informationen sendet der Transponder wieder an die Bodenstation zurück.

Das Sekundärradar ist so wesentlich präziser und genauer und ist für eine zuverlässige Luftraumüberwachung deshalb viel besser geeignet als das Primärradar. Allerdings hat es den gravierenden Nachteil, dass hier die Informationen vom Flugzeug aus gehen. Ist der Transponder außer Funktion, verschwindet das Flugzeug vom Radar.

Im Militär wiederrum setzt man hingegen vor allem auf das Primärradar. So ungenau es auch ist, es erfasst alles, vom Vogelschwarm über kleine Privatflugzeuge bis hin zu riesigen Verkehrsmaschinen. Im Flugzeug kann man gar nichts dagegen machen.

Im Falle von MH 370 KÖNNTE es also sein, dass der Transponder über dem Golf von Thailand ausgeschaltet wurde oder durch weniger kriminelle Ursachen funktionsuntüchtig gemacht wurde. Die zivilen Beobachter im Lotsenturm können nichts mehr machen, das Flugzeug ist vom Schirm verschwunden. Es KÖNNTE nun gewendet haben und wenig später erfasst der Radarstrahl eines militärischen Primärradars das Flugzeug. Es lässt sich nicht identifizieren und fliegt nur stur geradeaus, bis es irgendwann die Reichweite des Radars überschreitet oder abstürzt. Somit verliert auch das Militär den Radarkontakt.

ABER das Flugzeug, das die Militärstation beobachtet hatte, könnte auch ein völlig anderes Verkehrsflugzeug gewesen sein, die Strecke wird schließlich oft genug geflogen und laut flightradar24 war auch mindestens ein Flugzeug in der Nähe, das diese Strecke geflogen haben könnte, in der passenden Zeit. Da dort wiederrum ein neuartiges Sekundärradar als Basis für die Informationen dient, das weder Pflicht ist noch immer eingeschaltet bleibt, könnten es noch mehr Flugzeuge gewesen sein, die möglicherweise jenes nicht identifiziertes Flugzeug auf dem Radar waren.

Also erst mal: Wieso soll es illegal sein, wenn ein Staat durch sein Militär seinen und den angrenzenden Luftraum beobachten lässt? Wie soll man denn sonst potentielle Bedrohungen entdecken?

Wie unten bereits erläutert gibt es nicht nur "das Radar" sondern verschiedene Technologien. Erst mal die zivile Variante: Das Primärradar besteht aus mehreren Radarantennen am Boden. Diese Antennen senden ein Signal aus, dass vom Flugzeug reflektiert und wieder von der Antenne empfangen wird. Aus den verschiedenen Antennen wird in einem Computersystem ein "Radarbild" gereneriert. Der Nachteil dieses Systems ist, dass ich zwar die Position eines Flugzeugs kenne, aber sonst keine weiteren Informationen habe (Flughöhe, Kennung, Geschwindigkeit etc.) Dafür gibt es das Sekundärradar. Es besteht aus Antennen am Boden (die üblicherweise an den Primärradarantennen befestigt sind) und einem Gerät im Flugzeug das man "Transponder" nennt, einem Kunstwort aus "transmit", also "übertragen" und "respond", also antworten. Diese Gerät sendet bei einem Signal von der Antenne am Boden die Daten des Flugzeugs aus. Das Sekundärradar empfängt dann diese Daten. Das Lotsensystem fasst alle Informationen zusammen und der Lotse hat dann auf seinem Bildschirm einen Punkt mit den jeweiligen Daten des Flugzeugs. Hier ein Bild einer Radarantenne mit Primär- (unten) und Sekundärantenne (oben): http://www.radartutorial.eu/19.kartei/pic/img2151.jpg Dieser Transponder war bei MH370 nicht mehr aktiv - ob absichtlich ausgeschaltet oder defekt ist dabei nicht zu erkennen. So konnte der Lotse den Flug nicht weiter verfolgen. Es scheint auch so zu sein, dass der Vorfall genau zwischen der Übergabe von einem Lotsen zum nächsten erfolgte.

Das militärische Radar hat den Zweck, Bedrohungen zu erkennen, um angemessen darauf reagieren zu können. Da sich z.B. feindliche Flugzeug normalerweise nicht freiwillig zu erkennen geben, hat das Primärradar des Militärs mehr Möglichkeiten als das zilvile, z.B. auch die Flughöhe zu erkennen.

Die ganze Welt rätselt und der,der dir das genau und mit einem fundierten Wissen erklären könnte, hätte sich bestimmt schon direkt an die Behörden in Malaysia gewandt und denen Hilfe angeboten...... Verstehst was ich meine ? ;-)

Mehr oder weniger. Ich glaube vorallem, dass Nachrichten vorallem primaer so angelegt sind, dass du das wissen sollst, von dem sie moechten, dass du es denkst. Und nicht jedes Mal im Dienste der Wahrheit stehen... Mittlerweile glaube ich einfach, dass es nicht nur um den Fund des Flugzeugs geht. Vielleicht viel mehr es verschwinden zu lassen... Und das wuerden wir dann natuerlich nie erfahren. Es wuerde "einfach nicht gefunden werden"... ;)

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Ein Flugzeug hat nur ein Wetterradar, kein ortungsradar!!

Die Radare für die ortung sind immer am Boden und fangen erst so ab einer höhe von 1000 fuß an!

über dem Atlanic gibt es auch keine Radarüberwachung!

Es gibt keine Radar Ueberwachung des Millitaers ueber den Atlantik meinst du? Sorry, meine Formulierung war nicht korekkt. Das Radar nimmt das Flugzeug auf, klar. Aber ich meinte den Funkkontakt des Flugzeuges zum Boden. Verstehst du was ich.meine? Also unter der Korekktur vielleicht bitte nochmal eine Antwort. Das waere nett :), Danke!

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@Loons

Du meinst den ATC, also den Funkverkehr für die Flugsicherung??

Normalerweiße ist es so, im Luftraum Berlin (zB) macht ein Flugzeug einen Start, meldet sich beim Tower für die Sicherung, wenn es dann den Luftraum Berlin verlässt, bekommt es vom Tower eine neue Frequenz für die Luftsicherheit. Da meldet er sich an. Wenn ich aber jetzt mich bei dem Tower abmelde, aber bei der neuen Frequenz nicht anmelde und es keine Radarüberwachung gibt, ist das Flugzeug quasi nicht da. Das ich mich nicht anmelde kann verschiedene Faktoren haben, zB sind die Piloten ohnmächtig, oder es ist explodiert... Zu vermuten wäre noch, dass es abgeschossen wurde, oder ein Suizit an Board war.

Anderes Geschehen, Helios-Airways-Flug 522, auf dem Weg nach Athen, Druckabfall, ALLE Menschen an Board werden ohnmächtig, das Flugzeug aber fliegt bis Athen und kreist in der Warteschlange für den Flughafen, wie es die Piloten dem Autopiloten gesagt hatten, doch nach einiger Zeit ist der Treibstoff alle und das Flugzeug knallt gegen einen Felsen!

Vielleicht könnte das bei dem Flug MH 370 auch möglich sein!

LG hoffe ich konnte dir helfen

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@Kostenloser

Ganz genau. Die Ursache fuer das Unglueck ueber Athen, waren die selben Schaeden am Flugzeug, welche auch zuvor bei dieser Maschine (MH 370) festgestellt wurden. Allerdings wurden sie angeblich behoben. Wenn dem aber doch nicht so war, waere es ganz genau so abgelaufen wie mit dem Unglueck ueber Athen. Ab einer bestimmten Hoehe wird der gesamte Sauerstoff rausgezogen, anschließend dekompressiert es. Die Menschen werden bewusstlos und der Autopilot ist an. Ein Augenzeuge (Mitarbeiter einer Oelplattform) sah das Flugzeug. Hinten brannte es, doch es flog in einem Stueck. Er sendete zu diesem Zeitpunkt 2 E-Mails zur Information darueber ab. Eine an die malaysische Regierung. Eine an seinen Chef. Der Chef veroeffentlichte dieses E-Mail. Die malaysische Regierung nicht. Durch diese eine zuvor veroeffentlichte millitaerische Radaraufzeichnung, wurde durch die Exaktitaet beider Zeitpunkte somit belegt, dass die Aussage stimmt. Das wuerde dann natuerlich auch erklaeren, wieso etwas dran sein koennte, dass es hier um weitaus hoehere politische Interessen geht, nicht aufgedeckt zu werden... Wieso ist es eigentlich nicht moeglich eine Blackbox zu orten? Habe gelesen, dass sie so konzipiert wurden, dass sie allem stand halten koennten. Aber fuer eine Ortungsfunktion hat es dann nicht mehr gereicht?

Ja! :) Auf jeden Fall, vielen Dank. Deine Antworten helfen mir grade sehr.

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@Kostenloser

Ach ja und noch was; Passiert dennn dann nichts im Tower, wenn der Pilot eben nicht diese 2. Frequenz sendet? Der Tower muesste doch dann sofort merken, dass etwas nicht stimmt oder? Jedoch war das hier nicht der Fall.

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@Kostenloser

Du bist echt klasse. :) Habe den Artikel gelesen und auch das Video angeschaut. Dennoch kann ich einfach nicht glauben, dass der Atlantik nicht auf irgendeine Art ueberwacht wird/ueberwacht werden kann. Wenn man es schafft bis ins Weltall zu kommunizieren, dann schafft man wohl auch das. :) War dein Kollege der Journalist oder der Pilot? Ich moechte auch Journalistin werden. :) Lg, Luna

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@Loons

Mein Kollege war der Pilot, mit ihm arbeite ich zsm im Flugsimulator-Berlin.

Wichtig ist noch, dass die Piloten bei Langstreckenflügen nicht dauerhaft im Funkkontakt mit der Sicherung sind. Nur wenn Kurswechsel oder andere Flugzeuge in der Nähe sind.

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