Abstract "Bedeutung des Geldes für die Wirtschaft"

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4 Antworten

Du gibst Dich mit oberflächlichen Antworten zufrieden. Geld ist Tauschmittel - ja was bedeutet das denn? Was wird dadurch befördert? Dass Tausch möglich wird, befördert die Arbeitsteilung, die Spezialisierung, die Differenzierung des Warenangebots. Aber wo findet denn Tausch statt? Auf Märkten. Und wer tritt sich da gegenüber? Produzenten und Nachfrager, die im Tauschprozess zwei Welten zusammenbringen! Da ist einmal die Welt der Produzenten mit der kombinierten Nutzung der Produktionsfaktoren, der Kostenseite, dem Stand des technischen Fortschritts. Auf der anderen Seite die Nachfrage mit ihren Wünschen, Bewertung der Produkte im Lichte der Brauchbarkeit, des Prestiges, der kulturellen Wertschätzung. Aber mit den Produkten werden ja nicht nur Endprodukte bewertet. Hinter den Endprodukten steckt die ganze Kostenseite des jeweiligen Anbieters, die in Konkurrenz zur Kostenseite anderer Hersteller ähnlicher oder fast gleicher Produkte tritt, zu deren technischem Stand. Geld als abstraktes Tauschmittel schafft Transparenz über die ganze Produktionslinie und über die gesamte Wunsch- und Bewertungsskala der Kunden. Rückwirkend werden Faktorenkombination, Organisationsstandard und techn. Fortschritt mitbewertet. Allein diese Bewertung auf einem speziellen Markt z.B. für Schuhe hat Allokationsfunktion, erst mal nur für den Schuhmarkt. Denn der so oft zitierte Markt ist in Wirklichkeit in Sammelsurium unterschiedlicher Produktmärkte mit ganz eigenen Bewertungsvorgängen.

Aber, Geld wird auf allen Märkten zur Preisfeststetzung genutzt. Damit verbindet es die einzelnen Spezialmärkte. Denn Produzenten wollen neben den Kosten auch Gewinn machen, einmal um neu zu investieren, zweitens um selbst zu konsumieren. Sie vergleichen ihren Mitteleinsatz und Gewinn mit dem anderer Produktfelder. Gleiches tun die Verbraucher, die nicht nur das Angebot eines einzelnen Produktfeldes bewerten sondern auch im Auge haben, wofür sie noch ihr Geld einsetzen wollen. Auch dort macht die Transparenzfunktion des Geldes den Vergleich über verschiedene Produktgruppen möglich.

Das sind nur einige Aspekte der Seite des Geldes als Tauschmittel. Ähnlich differenziert ist Bewertung des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel. Das bedeutet doch die Speicherung eines ökonomischen Handlungspotentials.

Einerseits erlaubt es die interpersonelle Zeitverschiebung unter Verbrauchern. Ein Verbraucher verleiht Geld, damit sich ein anderer etwas kaufen kann, das er allein nicht bewerkstelligen könnte. Er gibt den Wert in einer folgenden Zeit wieder zurück incl. eines Preises für diese Möglichkeit des Nutzungsvorziehenes. Den nennt man Verbraucherzins. Dieser ist der Preis für die vorgezogene Produktnutzung.

Ein Hersteller kann ähnliches tun und die Produktnutzung im Zeitpunkt 0 komplett gewähren für die rechtliche Verpflichtung, den Preis dafür in Teilzahlungen zu erstatten incl. einem Verbraucherzins. Das sind die Ratenkäufe.

Etwas anderes sind Abonnements, bei denen eine zugesagte zeitliche Nutzung mit einer regelmäßigen Teilzahlung verbunden wird.

Weder Abonnement noch Ratenkauf noch Verbraucherkredit wären ohne Geld möglich.

Etwas anderes ist der Investitionskredit an einen Produzenten. Da wird Geld eingesetzt, damit Produktionsfaktoren gekauft werden können, technischer Fortschritt umgesetzt werden kann, die der Produzent allein nicht schultern könnte. Dafür erhält er für den Kredit, den es in unterschiedlichen rechtlichen Formen gibt als Kredit, als Schuldverschreibung, als Aktie und und und, die ganze Palette des Finanzmarktes, dafür erhält er einen Zins, eine Dividende usw. als Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der mit dem Mitteleinsatz erzielten Zusatzgewinne. Er ist also Partner, der sich auf das Risiko des Herstellers einlässt. Ohne diese Funktionen wäre unsere moderne Produktionswirtschaft nicht denkbar, gäbe es keine Börsen und keinen technischen Fortschritt.

Das sollte als Anregung reichen, den einzelnen Funktionen nachzuspüren.

Vielen Dank! Ich war schon etwas weiter mit meiner Ausarbeiten als lediglich bei Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion, aber die Ausführung hat mich auf jeden Fall noch auf viele andere Punkte gebracht!

Jetzt bin ich über eine Aussage gestoßen, die ich leider nicht verstehe, und von der ich somit auch nicht sagen kann ob sie richtig ist oder nicht:

"- Antriebsfunktion: Geld entsteht dadurch, dass Geschäfts- und Nichtbanken Schulden machen, für welche Zinsen bezahlt werden müssen. Um diese bezahlen zu können, müssen sie Geld nachfragen."

Ist dies korrekt?? Und wenn ja - wieso?

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@rosesandkisses

Erst mal Danke für den Stern.

Ich habe das im letzten Abschnitt unter Investitionskredit angerissen. Wenn Du Dir unter Wikipedia WIRTSCHAFTSKREISLAUF anschaust und die einfachste Version, den einfachen Kreislauf mit Güterkreislauf und Geldkreislauf anschaust, dann siehst Du, dass der Geldkreislauf als Gegenstück zum Güterkreislauf nur wachsen kann, wenn auch der Güterkreislauf wächst.

Wenn also jemand eine tolle Produktionsidee hat, mehr Güter zur Verfügung zu stellen. die er aber alleine nicht finanzieren könnte, dann muss er eine Fremdfinanzierung orgnisieren (Aktien, Schuldverschreibungen, Teilhaberscheine, Kredite). Geld bekommt er natürlich von denen, die bereit sind, seiner Idee zu folgen und sich an dem Risiko zu beteiligen. Auch Banken haben einen Spielraum, auf der Einlagen- und Gewinnbasis für solche Risiken Geld zu schöpfen. Der Zins oder die Ausschüttung, die ein solches Unternehmen dann auf Fremdfinanzierung macht ist eine Gewinnbeteiligung am neuen Produktionsfortschritt. Klappt das also, dann erhöht sich der Gütermarkt und gleichermaßen der Geldmarkt, dessen Risikoanteil dann als Belohnung in die Realeinnahmen übergeht.

Für Nichtbanken gilt das nicht. Sie finanzieren mit Schulden nur vorgezogenen Konsum, den sie mit Zinsen als Zeitkosten bezahlen. Das gilt übrigens auch für Staaten, wo es zweierlei Schulden gibt. Einmal die reinen Verbrauchsschulden, die keine Ausweitung des Güterangebots stützen und so nur künftige Generationen belasten, ohne dass die etwas davon haben. Dann gibt es aber auch staatliche Investionen in Infrastruktur usw., was die Ausweitung des Güterangebots stützt, sodass die Schulden dafür als Investitionskosten von künftigen Generationen aus den Gewinnen bezahlt werden können, die durch die Investitionen entstehen.

Wichtig ist das Verhältnis Güterkreislauf zu Geldkreislauf. Der Geldkreislauf bezieht sich auf den Güterkreislauf und nicht umgekehrt. Erhöht sich der Geldkreislauf, ohne dass das beim Güterkreislauf eine Entsprechung hat, mündet das in Inflation und Geldentwertung, bis der Wert des Geldkreislauf wieder dem des Güterkreislaufs entspricht.

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Schau in der Uni-Bibliothek oder Stadtbibliothek nach. Im Internet findet man nicht immer alles... Und Dir fällt sicherlich noch mehr ein, wenn Du Deine grauen Zellen mehr anstrengst. Das Studium ist kein Selbstläufer. Das Internet erledigt nicht alles für Dich.

Meine Herren, Du verzweifelst schon bei den einfachsten Aufgaben. Das hatten wir damals im fünften Schuljahr.

Und dann benutzt Du auch noch unlogische Suchbegriffe, findest natürlich nichts, und fragst dann hier in einem Forum nach, wo 70 % aller User unter 14 Jahren sind.

Was machst Du erst, wenn es ans eingemachte geht?

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