Abstandsmessung, wie funktionierts?

3 Antworten

Brückenmessverfahren mittels Video: Bei dieser Überwachungsmethode werden auf einer Autobahnbrücke zwei Videokameras installiert, um einerseits die Fernstrecke bis 300m und andererseits den unmittelbaren Nahbereich überwachen zu können. Unter der Brücke wird noch ein Blitzgerät aufgestellt, um die Fahreridentifizierung zu ermöglichen. Der Messbereich beginnt 90m und endet 40m vor der Brücke. Dort sind die Fahrbahnmarkierungen sichtbar angebracht. Bei der Methode werden zusätzlich feste Markierungspunkte für die Ermittlung der Perspektive am PC angebracht. Die Auswertung der Videoaufnahmen erfolgt im Labor. Für drei Fahrzeugpositionen - (1) zweites Fahrzeug mit Vorderrad vor 90m-Linie, (2) erstes Fahrzeug mit Hinterrad vor 40m-Linie, (3) zweites Fahrzeug mit Vorderrad hinter 40m-Linie - werden Standbilder erzeugt und die eingeblendete Zeit abgelesen. Anhand der Zeitdifferenz der beiden letzten Positionen wird der Abstand in Sekunden ermittelt. Anhand der Geschwindigkeit, die sich aus der ersten und letzten Fahrzeugposition ermitteln lässt, wird der Abstand in Meter umgerechnet. Bei dieser Methode wird der Abstand anhand der Perspektive und der auf dem Bildschirm markierten Fahrzeugpositionen durch spezielle Software automatisch errechnet.

Querstreifen auf der Fahrbahn sind nicht mehr nötig, es genügen Markierungen am Fahrbahnrand, die im Video erkennbar sind.

Es gibt aber auch noch 3 andere Meßmethoden:

Traffipax- Verfahren / Distanova- Verfahren und modifiziertes Distanova- Verfahren.

Traffipax: Das Verfahren beruht auf Feststellungen zum Abstands- und Geschwindigkeitsverhalten der überwachten Fahrzeuge. Zunächst wird im Fernbereich (300 m–150 m vor dem Ende der Messstelle) visuell durch Polizeibeamte – ggf. mit Fernglas – das Abstands- und Geschwindigkeitsverhalten festgestellt. Nach Beobachtung dieses Verhaltens wird dann im Nahbereich (150 m–0 m vor dem Ende der Messstelle) die mittlere Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeuges durch Zeitmessungen mit geeichten Stoppuhren ermittelt. Sodann erfolgt die Abstandsermittlung am Ende des Nahbereiches mithilfe entsprechender Fahrbahnmarkierungen.

Distanova: Das DISTANOVA-Verfahren unterscheidet sich vom TRAFFIPAX-Verfahren zunächst dadurch, dass anstelle der auf der Fahrbahn angebrachten Meter-Markierungen beim DISTANOVA-Verfahren die Abstandsfeststellungen ersetzt werden durch ein so genanntes „Ätz-Dia“. Am Beginn des Fernbereichs (etwa 300 m vor dem Ende der Messstelle) wird ein Lichtbild angefertigt, sodass der Abstand der beiden Fahrzeuge im Fernbereich festgestellt werden kann. Sodann werden im Nahbereich (70 m–0 m vor dem Ende der Messstelle) in einem elektronisch vorgewählten Zeitabstand zwei Lichtbilder gefertigt. Mithilfe der Meter-Markierungen auf dem Ätz-Dia können dann sowohl der Abstand als auch die Geschwindigkeiten der beiden Fahrzeuge festgestellt werden. Unter Auswertung sowohl des Fotos im Fernbereich wie auch der beiden Fotos im Nahbereich lässt sich die mittlere Geschwindigkeit zwischen dem ersten und dem letzten Lichtbild ermitteln. Auch dieses Verfahren hat jedoch die Unsicherheit, dass nicht uneingeschränkt durch objektive Fakten das Abstandsverhalten und die Geschwindigkeit der überwachten Fahrzeuge auf der gesamten Strecke zu fixieren sind.

modifiziertes Verfahren: Das modifizierte DISTANOVA-Verfahren wird in folgenden Abschnitten durchgeführt: Wird ein zu geringer Sicherheitsabstand zwischen zwei Fahrzeugen beobachtet, so wird von einem Polizeibeamten auf einer Messbrücke zu dem Zeitpunkt ein Foto ausgelöst, in dem das erste Fahrzeug eine Markierung passiert, die im Abstand von 250 m zum Ende des Messbereichs angebracht ist. Im Abstand von 0,8 s danach wird automatisch ein zweites Lichtbild ausgelöst. Wenn das nachfolgende Fahrzeug auf dem zweiten Lichtbild die – erwähnte – weiße Fahrbahnmarkierung passiert hat, so wird hieraus geschlossen, dass das zweite Fahrzeug im Fernbereich den gebotenen 0,8 s-Abstand nicht eingehalten hat. Fehlerhaft kann diese Folgerung dann sein, wenn beide Fahrzeuge exakt mit gleicher Geschwindigkeit fahren. Sodann werden entsprechend dem DISTANOVA-Verfahren im Nahbereich (70 m–0 m vor dem Ende der Messstrecke) zwei weitere Lichtbilder aufgenommen. Durch diese Lichtbilder werden dann die Abstände im Nahbereich zusätzlich dargestellt. Zu diesem Verfahren fordert die Rechtsprechung, dass der vorgeworfene zu geringe Sicherheitsabstand nicht nur über eine kurze Strecke, sondern über einen Bereich von zumindest 250 bis 300 m gegeben sein muss. Weitere Voraussetzung ist, dass beide Fahrzeuge im Bereich der überwachten Strecke eine konstante und gleich hohe Geschwindigkeit einhielten und ihr Abstand längs der gesamten Strecke gleich groß war. Auch das modifizierte DISTANOVA-Verfahren kann zu Unsicherheiten und Beweisproblemen führen. Diese sind insbesondere gegeben bei Veränderung der Geschwindigkeit des ersten oder des nachfolgenden Fahrzeuges innerhalb des Beobachtungsbereichs. Diese Geschwindigkeits- und Abstandsveränderungen sind nicht ohne weiteres erkennbar.

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Vielen Dank für deine Antwort:)

So wie ich das Lese beträgt die messtrecke 50 Meter, und beginnt 90 Meter vor der Brücke und endet 40 Meter davor. Das heißt für mich wenn sich 100 Meter vor der Brücke einer rein drückt, und ich den Abstand nicht gleich halte... Weil ich nicht immer gleich sofort bremse sondern manchmal einfach ein bisschen Auffahre, da sichtbar ist das Der Verkehrsteilnehmer nur einen LKW überholen möchte und sich sowieso gleich wieder einordentet... Bin ich fällig:(((

Stimmt das so, oder muss man die 300 Meter dicht auffahren und einen Verstoß zu begehen.

Klar versucht man den Abstand immer einzuhalten, aber wie oft drängt sich ein fahrer rein, und du müsstest von 200kmh auf 100 runter bremsen, so das man ihm auffährt...

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