Abstammungstheorie: Adam und Eva vs Affen. Was ist richtig?

25 Antworten

Hallo SanfteBrise,

das, was die Bibel an verschiedenen Stellen über die Erschaffung der beiden ersten Menschen sagt, ist kein Widerspruch. Es gibt in 1. Mose nämlich zwei Schöpfungsberichte. Im Kapitel 1 werden die einzelnen Schöpfungsperioden (in der Bibel "Tage" genannt, was sich jedoch nicht auf einen 24-Stunden-Tag beziehen muss) beschrieben. Hier wird im Grunde ein grober Überblick über die Schöpfungsereignisse gegeben und somit am sechsten Schöpfungstag auch die Erschaffung des Mensch erwähnt. Im zweiten Schöpfungsbericht hingegen werden einzelne Geschehnisse näher fokussiert. Dieser Bericht lässt zum Beispiel erkennen, dass zunächst der Mann und erst einige Zeit später dann auch die Frau erschaffen wurde.

Wie passt das aber zu dem, was in vielen Lehrbüchern über die Entwicklung des Menschen vom Affen her gesagt wird? Stammen wir tatsächlich von affenähnlichen Vorfahren oder von Adam und Eva ab? Was ist wirklich über die Stammesgeschichte des Menschen bekannt?

Tatsache ist, dass die Wissenschaftler im Hinblick auf den Stammbaum des Menschen ein sehr uneinheitliches Bild vertreten. In einer Broschüre, die sich u.a. mit der Abstammung des Menschen beschäftigt, heißt es dazu:

"Robin Derricourt von der Universität Neusüdwales (Australien) schrieb 2009 über die Klassifizierung dieser Fossilien: „Wahrscheinlich besteht die einzige Übereinstimmung darin, dass es keine Übereinstimmung gibt.“40

Forscher, die einen weiteren vermeintlichen Ast des evolutionären Stammbaums entdeckt hatten, schrieben 2007 in der Wissenschaftszeitschrift Nature, man könne überhaupt nichts darüber sagen, wann und wie die Entwicklungslinie des Menschen von der des Affen abgezweigt sei.41

Gyula Gyenis, Forscher am Institut für biologische Anthropologie der Eötvös-Loránd-Universität (Ungarn), schrieb 2002: „Die Klassifizierung und stammesgeschichtliche Einordnung hominider Fossilien wird unaufhörlich debattiert.“ Auch bringe das momentan vorhandene Fossilzeugnis die Forschung kein Stück weiter, wenn es darum gehe, genau zu bestimmen, wann, wo und wie sich der Mensch aus affenähnlichen Lebewesen entwickelt habe" (Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritische beleuchtet", Seite 26, hrsg. von Jehovas Zeugen).

Warum aber finden sich dann in den Lehrbüchern immer wieder Darstellungen affenähnlicher Vorfahren des Menschen, wie beispielsweise der Neandertaler? Beruhen diese Darstellungen auf eindeutigem Beweismaterial? Dazu noch einmal die eben genannte Broschüre:

"Carl  N.  Stephan, forensischer Anthropologe am Institut für Anatomie der Universität Adelaide (Australien), schrieb 2003: „Man kann nicht überprüfen, wie die Gesichter früher menschlicher Vorfahren ausgesehen haben, und sie deshalb auch nicht objektiv rekonstruieren.“ Da sich solche Nachbildungen an heutigen Affen orientieren, seien sie „wahrscheinlich immer stark von persönlichen Ansichten gefärbt, äußerst ungenau und unzuverlässig“. Zu welchem Schluss kommt er? „Jede Rekonstruktion des Gesichts eines frühen Hominiden ist mit großer Wahrscheinlichkeit irreführend" (Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritische beleuchtet", Seite 27, hrsg. von Jehovas Zeugen).

Es gibt also im Hinblick auf die Behauptung, der Mensch stamme vom Affen ab, keine eindeutigen und greifbaren Beweise. Somit kann auch gesagt werden, dass der Bericht der Bibel über die Erschaffung des Menschen keineswegs widerlegt worden ist.

Bemerkenswert ist auch, dass eigentlich das gesamte Menschengeschlecht und damit alle Menschenrassen miteinander verwandt sind. Wie anders wäre es sonst zu begründen, als damit, dass die Menschheitsfamilie auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgeht? Der anatomische und organische Aufbau eines Menschen, egal welcher Rasse er angehört, ist stets identisch. Das wird auch in folgenden Werken gesagt:

„Die Wissenschaft bestätigt jetzt, was die meisten der großen Religionen schon immer gepredigt haben: Alle Menschen, ganz gleich, zu welcher Rasse sie gehören, stammen .  .  . von dem gleichen ersten Menschen ab“ (Amram Scheinfeld, Heredity in Humans, S. 238, Philadelphia und New York, 1972).

„Was in der Bibel schon seit Jahrhunderten über Adam und Eva, Vater und Mutter des ganzen Menschengeschlechts, steht, ist das, was die wissenschaftlichen Forschungen ergeben haben: daß alle Völker der Erde eine einzige Familie bilden und einen gemeinsamen Ursprung haben“ (Ruth Benedict und Gene Weltfish, The Races of Mankind [Die Menschenrassen], S. 3, New York, 1978).

Dass Adam nicht lediglich ein Sinnbild der gesamten frühen Menschheit ist, zeigt auch die Bibel selbst. So reiht sie z. B. Adam in verschiedene Geschlechtsregister ein, die eine Aufzählung historischer Personen darstellt.

Ein Beispiel dafür ist der Stammbaum Jesu Christi gemäß Lukas, Kapitel 3, Verse 23 - 38. U. a heißt es dort: „Jesus selbst [war], als er sein Werk anfing, ungefähr dreißig Jahre alt und war .  .  . der Sohn .  .  . des David, .  .  . Sohn des Abraham, .  .  . Sohn des Adam.“ (David und Abraham sind bekannte geschichtliche Gestalten. Ist es daher nicht vernünftig, zu schlussfolgern, dass Adam eine wirkliche Person war?)

In einem anderen Bibelbuch, Judas 14, heißt es:"„Der siebte in der Linie von Adam her, Henoch, hat .  .  . prophezeit.“ (Henoch war nicht der siebte in der Linie von der gesamten frühen Menschheit her.)

Auch Jesus Christus sprach von Adam und Eva nicht lediglich als allegorische Personen. Das zeigt der Bericht in Matthäus 19:4,5:"[Jesus] sagte  .  .  .: ‚Habt ihr nicht [in 1.  Mose 1:27; 2:24] gelesen, dass der, welcher sie [Adam und Eva] schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat und sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden  e  i  n Fleisch sein“ .  .  .?‘  “ Diese Aussage Jesu belegt eindeutig, dass er den Bericht in der Genesis als Tatsachenbericht ansah.

All das zeigt, dass der biblische Bericht über die Erschaffung des Menschen durchaus plausibel und mit den Tatsachen in Übereinstimmung ist.

LG Philipp

Es erschreckt mich immer wieder, dass diese Debatte heute noch geführt werden muss. Uns allen sollte klar sein, dass die Menschen vor mehreren Jahrtausenden nicht unsere Möglichkeiten hatten, ihre Umwelt zu beobachten und zu erforschen.

Stattdessen verließ sich die Mehrheit der Kulturen auf Mythen, um die Natur zu erklären. Oft wurden Mythen dann zur Überhöhung der Abstammung v.a. von Herrschern (in der römischen Mythologie waren die Stadtgründer Söhne des Kriegsgottes), zur Legitimierung von Regeln und Gesetzen (Bestrafung oder Belohnung im Jenseits) oder zur Bekämpfung des eigenen Ohnmachtsgefühl (Opfergaben zur Zähmung von Naturgewalten) benutzt.

Jede Ethnie hat ihre eigenen Mythen und in den meisten Fällen schließen sie sich gegenseitig aus. Mit dem Aufkommen der modernen Wissenschaft wurden den Mythen nach und nach die Grundlage entzogen, so konnte man z.B. sagen, dass es sich bei der Sonne weder das Auge eines Riesen noch den brennende Streitwagen des Sonnengottes handelt, sondern um eine riesige Ansammlung von Gas und Plasma, die aufgrund der in ihr stattfindenden Kernfusion Hitze und Licht abstrahlt.

Insofern entbehrt es jeglicher Grundlage, einen speziellen Schöpfungsmythos aus dem nahen Osten als ernsthafte Konkurrenz zu den gebündelten naturwissenschaftlichen Forschungen der letzten zweihundert Jahre zu inszenieren.

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel kann mit zahllosen Tatsachen kaum in Einklang gebracht werden, sodass Kreationisten in ihren Ausführungen Naturgesetze biegen und unbelegte Hilfsannahmen aufstellen müssen, damit ihre Behauptungen überhaupt Sinn ergeben. Die wissenschaftlichen Modelle über die Vergangenheit des Universums, der Erde, des Lebens im Allgemeinen und des Menschen sind hingegen auf genau diesen Tatsachen aufgebaut und daran angepasst.

Wenn in naher Zukunft ein Teil einer wissenschaftlichen Theorie durch neue Befunde ins Wanken gerät, was durchaus vorkommen kann, wird die Aussagekraft dieser Befunde untersucht und ggf. der fragliche Teil durch eine bessere Hypothese ersetzt, um zu garantieren, dass die Erklärungen immer auf dem neuesten Stand sind. Bei kreationistischen Vorstellungen existiert diese Art von Hinterfragung nicht, das Gedankengebäude ist starr und äußere Widersprüche werden ignoriert.

Also ich finde, dass klar sein sollte, welche Position plausibler und nachvollziehbarer ist.

Man muss das schon unterscheiden.

Das Eine ist ein Schöpfungsmythos, der irgedwann vor 3000 Jahren verfasst und bis heute nicht durch neue Erkentnisse in die Natur angepasst wurde. Alles unverändert, als hätten wir seit dem nicht ein paar Sachen über die Welt rausgefunden.

Das Andere ist Wissenschaft. Hier betrachtet man sich die Dinge sehr genau und versucht zu ergründen, wie alles zusammenhängt. Hierbei sind wir sehr erfolgreich. Allein dass wir hier auf diesem Wege Informationen austauschen ist ein Beleg dafür.

Die Wissenschaft, hier insbesondere die Biologie mit ihren Unterdisziplin Evolutiontheorie hat sich eben diese Fakten vorgenommen, die wir in der Welt beoachten können und sie analysiert. Hierbei ist man zu klaren, nachvollziehbaren und belegbaren Ergebnissen gekommen.

Diesen zu Folge können wir es als ein Fakt betrachten, dass wir nicht nur von Affen abstammen. Nein, wir sind sogar welche.

Mit den heute noch lebenden anderen Affenarten teilen wir gemeinsame Vorfahren, aber sie sind nicht direkt unsere Vorfahren. Und tatsächlich läßt sich unsere Ahnenreihe noch viel weiter zurück verfolgen bis zu den ersten Lebewesen, den Einzellern.

Diese Entwicklung vollzieht sich heute noch jedesmal, wenn ein neues Leben entsteht. Aus einer einzelnen Zelle sind wir alle zu dem gewachsen, was wir heute sind.

Möglich macht das der Bauplan, der in jeder unserer Zellen steckt. Diese DNA enthält das genau Programm, wie wir aufgebaut sind. Bei der Zeugung wird dieses von beiden Eltern zu einem neuen und einmaligen Menschen kombiniert.

Diese Erkenntnisse sind so umfangreich, dass es keinen vernünftigen Zweifel an ihrer Richtigkeit gibt.

Aber die Evolutiontheorie ist natürlich ebenso komplex und kompliziert, wie die Natur es selbst auch ist. Das kann man sich nicht mal schnell in einem Jahr zusammenlesen. Ich befasse mit sein 40 Jahren damit und lerne täglich noch neue Dinge hinzu.

Aber alles, was ich in dieser langen Zeit gefunden habe, passt wir ein Puzzleteil zum nächsten, alles macht Sinn, ist schlüssig und nachvollziehbar. Wenn man sich einarbeitet.

Bei all dem habe ich nichts gefunden, was auf einen Gott hindeutet. Weder in dem, was wir wissen, noch für das, was wir nicht wissen, ist eine Vakanz für einen Gott zu finden.

Alles fügt sich gänzlich ohne einen Gott ineinander. Wenn man sich bemüht, das ganze Bild zu sehen, wenn man in die Tiefe geht, wenn man studiert und lernt.

Die Bibel ist ein Buch. Ein literarisches Werk, so wie viele andere auch. Sie hat menschliche Autoren, sie ist ein Bild der Welt von vor tausenden von Jahren.

Wer wirklich die Welt verstehen will, braucht sie nicht.

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