Abschreibung. Was bringt es wirklich?

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5 Antworten

Die Abschreibungen oder auch Afa genannt (Absetzung für Abnutzung) dienen in der Buchführung den Werteverlust eines Wirtschaftsgutes zu ermitteln. Dieser Werteverlust ist in Abhängigkeit der Nutzungsdauer des Gegenstandes zu errechnen. 

Diese Art des Werteverzehrs wird jedoch nur bei Wirtschaftsgütern angewandt, welche mehr als ein Jahr im Betriebsvermögen des Steuerpflichtigen genutzt werden. Für die steuerliche Gewinnermittlung können mehrere Arten der Abschreibung angewandt werden. 

Dabei ist die Absicht des Unternehmers entscheidend, inwieweit er seinen Betriebsgewinn positiv oder negativ gestalten möchte. Neben der linearen Abschreibung darf auch die degressive Abschreibungsowie die Leistungsabschreibung angewandt werden.

Der Abschreibung über mehrere Jahre unterliegen jedoch nur Wirtschaftsgüter, bei welchen die Herstellungskosten oder Anschaffungskosten 1.000,- EUR (netto) überschreiten. Wirtschaftsgüter deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1.000,- EUR nicht übersteigen, werden auch als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bezeichnet und unterliegen als solche einer besonderen Regelung.

Neben den oben beschriebenen Abschreibungen existieren auch so genannte Sonderabschreibungen.

SG Kenneth

Abschreibungen mindern den Gewinn. Dadurch muss ich weniger Steuern zahlen.

Genau darum geht es.

Es macht doch einen riesen Unterschied (von 1.500 Euro) ob ich beispielsweise 30.000 Euro oder nur 25.000 Euro Gewinn mit 30% versteuern muss.

Wenn Du das mal 5 Jahre rechnest, dann hast Du von den 50.000 Euro Anschaffungskosten 5*1.500 = 7.500 Euro über Steuereinsparungen zurück bekommen.

Die neue USV-Anlage hat Dich also nicht 50.000 Euro sondern nur 42.500 Euro gekostet.

(Die Zahlen sind natürlich alle nur beispielhaft zu verstehen).

Aus dem Beispiel wird aber auch schon sichtbar dass sich Abschreibungen je mehr lohnen, je höher Dein Gewinn und je höher Dein Steuersatz ist.

Es wird auch klar dass der "dumme" Spruch: "Du kannst das ja abschreiben" quatsch ist, denn ohne Gewinn lohnt sich auch die Abschreibung nicht.

Das Unternehmen spart Steuern. Vereinfachtes Beispiel: 

Unternehmen xy hat einen Steuersatz von 25% und 100.000€ Gewinn => 25.000€ Steuern

Wenn es jetzt Deine 10.000€ abschreiben kann, hat es nur noch 90.000€ Gewinn => 22.500€ Steuern

Ersparnis: 2.500€

Ganz vereinfacht dargestellt: Wenn du eine betriebliche Anschaffung tätigst, stellen die Kosten grundsätzlich Betriebsausgaben dar, die den Gewinn mindern. Wenn es die AfA nicht gäbe, würdest du 50.000 Betriebsausgaben haben, die in dieser Höhe den Gewinn mindern würden. Dies ist aber insbesondere steuerechtlich nicht erwünscht. Die Anschaffungskosten sind deshalb auf die voraussichtliche Nutzungsdauer zu verteilen. Deshalb wirkt sich die AfA als "Betriebsausgabe" in jedem der fünf Jahre nur in Höhe von 10.000 aus.

VielenDank für die sehr ausführlichen und superschnellen Antworten.

Also lag ich mit meinem Verständnis nicht ganz falsch.

Jetzt habe ich das soweit auch kapiert, dass ich nicht dumm im Eck stehen muss :-).

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