"Abschiebung" durch das Kreisjobcenter von SGB II in?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo ragazzzo

Ich habe lange darüber nachgedacht und kenne ähnliche Situationen. Ich habe 4 Jahre eine Selbsthilfe für Erwerbslose-geminderte vorangetrieben. Nicht wenige sind an dem Druck eine Tätigkeit auf zu nehmen zerbrochen – ich schreibe absichtlich nicht ARBEIT sondern Tätigkeit. Zumindest Depressionen sind nicht nur in der Arbeitswelt weit verbreitet. Auch unter Erwerbslosen ist es fast die Normalität. An Ihrer Stelle wäre ich froh darüber, das Ihre Arge so human ist und auf Ihre Gebrechen Rücksicht nimmt. Auch der Rententräger hat zur oberen Prämisse, dass Sie wieder arbeiten (können). Natürlich will man arbeiten aber ist das wirklich möglich? Wenn man länger in den (oft bedrohlich wirkenden) Strukturen des SGB2 auf der Stelle tritt - und nur z.B. von Maßnahme in Maßnahme verschoben wird
- oder genötigt wird weit unter richtigem Lohn - oder sogar ohne Entlohnung (Arbeitserprobung) zu arbeiten, wird man nicht gesünder und/oder verliert auch den Glauben an sich selbst usw. Das wäre in der Situation, die Sie beschreiben viel schlimmer.

Das SGB 12 kann eine Möglichkeit sein wieder auf die Beine zu kommen. Ich sehe das so, das Sie da eine Chance haben, die andere oft nicht haben. Arbeiten zu wollen und zu können ist so eine Sache – insbesondere wenn die Wirkung, die das SGB2/ Hartz IV (H.IV) auf die Betroffenen haben soll, schon länger auf einen Menschen einwirkt. Nicht selten geht der Weg aus H.IV nur in den Niedriglohnsektor. Sind Sie dem gewachsen? Die Vermittlung über den Staat, bingt Sie nicht auf den Weg den Sie wollen, sondern auf einen Weg, den Sie ohne die Sanktionen nicht einschlagen würden. Vergessen Sie nicht, das Hartz4 als Kampfansage aus einer Politischen Bewegung gegen die angeblichen faulen Arbeitslosen heraus geboren wurde. Ohne diese pauschale Vorverurteilung wäre ein Gesetz dieser Brutalität nie zu rechtfertigen gewesen. Ich lese bei Ihnen das Sie nicht die Kraft haben zu kämpfen. Das Arbeitsleben kann auch ein Haifischbecken sein und Sie das Futter. Seien Sie froh, das Sie Ihren Weg ins Arbeitsleben aus einem anderen SGB heraus planen können. Ohne die Androhung von Sanktionen oder den Erwartungen zu versagen. Sie wollen arbeiten und machen sich sicher selber genug Druck. Das SGB 12 und der Rententräger hat andere Möglichkeiten unterstützend tätig zu werden. Insbesondere bei gesundheitlichen Problemen kann das der bessere Weg sein. Sie verbauen sich so sicher nicht den Weg zurück ins Arbeitsleben wenn es Ihnen wieder besser geht. Aseien Sie froh, das Ihnen niemand die Schuld an ihrer Situation einredet und Schuldgefühle als Druckmittel einsetzt um eine Hoffnung auf „Dazugehören“ zu erzwingen, die noch nie gerechtfertigt war. Ich sehe im SGB12 mehr Chancen als im SGB2 einen Weg zurück in das Arbeitsleben zu finden. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Gesundheit und das Sie Ihre Erwartungen und Hoffnungen realisieren können.

Hallo ragazzzzo,

Sie schreiben:

"Abschiebung" durch das Kreisjobcenter von SGB II in ? mir geht es seit längerer Zeit gesundheitlich nicht gut. Ich bin arbeitslos. Das Kreisjobcenter will mich abschieben.<

Antwort:

So wie Sie Ihre Situation beschreiben, sind Sie seit längerer Zeit in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung und stehen somit der Agentur für Arbeit (Jobcenter) für eine Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung.

Hier wäre es naheliegend, daß Sie von der Agentur für Arbeit an den medizinischen Dienst verwiesen werden um herauszufinden, ob Sie überhaupt gesundheitlich belastbar sind.

SGB II (Hartz 4) setzt schließlich voraus, daß Sie noch mindestens 3 Stunden und mehr pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche belastbar sind!

Ist dies nicht der Fall, dann gibt es in der Regel nur noch die Möglichkeit, entweder eine Erwerbsminderungsrente oder ggf. Grundsicherung wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu beantragen.

Bei der Erwerbsminderungsrente wird wiederum vorausgesetzt, daß Sie zunächst die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, das sind mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge innerhalb der letzten 5 Jahre und zusätzlich müßen Sie nachweisen, daß Ihre noch vorhandene Restleistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist. Diesen Nachweis zu erbringen, ist für Betroffene oft eine Herausforderung!

Für die volle Erwerbsminderungsrente ist die Deutsche Rentenversicherung zuständig!

Sollte die volle Erwerbsminderungsrente nicht bewilligt werden, bleibt eigentlich nur noch die Grundsicherung, wobei hier eigenes Vermögen vorrangig eingesetzt werden muß und das gemeinsame Haushaltseinkommen auf den Prüfstand kommt!

Für die Grundsicherung ist das örtliche Sozialamt-Abteilung Grundsicherung zuständig!

In SGB (XII?) –Wohin wollen die einen SGB II – Bezieher abschieben? In SGB (XII?) –<

Siehe bitte oben!

ich will aber unbedingt wieder arbeiten.<

Antwort:

Hier besteht natürlich ein gravierender Widerspruch, denn Sie schreiben ja andererseits, daß es Ihnen gesundheitlich seit längerer Zeit nicht gut geht!

Was gilt denn nun?

Wenn ich dieses andere SGB (ich nehme an dass das XII ist) beziehen sollte und finde einen Arbeitsplatz, kann ich dann ohne Schwierigkeiten wieder ins Erwerbsleben wechseln??<

Antwort:

Als Bezieher einer vollen Erwerbsminderungsrente (sofern diese bewilligt werden sollte) sind Sie verpflichtet, der DRV jegliche Änderung/Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Beschwerden anzuzeigen!

Wenn Sie dann gesundheitlich wieder fit sind und einen Arbeitsplatz finden sollten, dann können Sie selbstverständlich wieder ins Erwerbsleben wechseln!

Dann würde Ihnen diese Erwerbsminderungsrente natürlich wieder entzogen!

Wenn weitere Fragen auftreten, bitte einfach wieder melden und wenn möglich nähere Angaben liefern!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Wohin wollen sie dich denn abschieben? Wollen sie dich in rente schicken?nach deiner antwort kann ich dir besser antworten. Mfg

Was möchtest Du wissen?