Abnehmkur mit starkem übergewicht, wird die von der Kasse bezahlt?

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3 Antworten

Wenn eine diagnostizierte Essstörung vorliegt, dann hat dein Übergewicht ja eine behandlungsfähige und behandlungsbedürftige Ursache. Somit kannst du dich im Prinzip in einer Fachklinik (stationäre psychosomatische Therapie) behandeln lassen. Dort wird man mit dir sowohl an den Ursachen (Essstörung bzw. psychische Probleme) als auch an den Auswirkungen (Übergewicht) arbeiten.

Grundsätzlich gilt, dass man zunächst die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen sollte, bevor man eine stationäre Behandlung in Betracht zieht. Das hängt damit zusammen, dass stationäre Aufenthalte sehr, sehr teuer sind. Der beste Weg wäre, zu deinem Hausarzt zu gehen und das weitere Vorgehen mit ihm zu besprechen. Da Essstörungen ambulant nur sehr schwer zu behandeln sind, kann es schon sein, dass er eine stationäre Therapie befürwortet. Er wird dich allerdings (hoffentlich) auch bezüglich ambulanter Maßnahmen (Ernährungsberatung, ambulante Psychotherapie, Abnehmprogramme der Krankenkasse, Selbsthilfegruppen..) beraten. Wichtig wäre auch, dass deine Eltern einbezogen werden, denn sie sind diejenigen, die (außer dir selbst) Einfluss auf deine Ernährung haben.

Schließlich ist noch die Frage der Kostenübernahme zu klären. Es gibt zwei Institutionen, die dafür in Frage kommen: Die Krankenkasse und die Rentenversicherung. Wenn das geklärt ist (beide sind nicht sonderlich heiß darauf, Geld auszugeben und streiten sich deshalb gern herum), steht einem Klinikaufenthalt nichts mehr im Wege. Es sei noch gesagt, dass du dich darauf einstellen musst, dass du dir die Klinik nicht unbedingt aussuchen kannst. Wenn die Rentenversicherung der in deinem Fall zuständige Kostenträger ist, gibt sie u.U. eine Klinik vor. Du kannst, wenn dir die Klinik nicht zusagt, Widerspruch einlegen, aber das wird man dir alles noch erklären, wenn es so weit ist. Kleiner Tipp dazu: Recherchiere schon mal im Internet, welche Kliniken es so gibt und welche für dich passen würde. Dies kannst du an deinen Arzt weitergeben, sodass er die Klinik in seinem Antrag zumindest empfehlen kann.

Alles Gute! curium

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Kommentar von curium
27.06.2013, 22:51

Danke für das Sternchen :)

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Bei deinem BMI wird dir vermutich erst eine ambulante Therapie angeboten, mit Gruppen- oder Einzelgesprächen bei einem Ernährungsberater (oder Team), vermutlich auch Sport-/Bewegung und psychotherapeutische Betreuung.

Bei uns 'um die Ecke' und in den benachbarten Landkreisen gibt es mehrere solcher Einrichtungen. Es werden Kinder und Jugendliche mit einem BMI unter 34 meist (kenne ich auch von einer Kollegin aus Bayern) dort betreut.

Der Neffe einer lieben Freundin kam mit 15 und einem BMI bei 37 erst in die Klinik.... bis dahin (er hatte starkes übergewicht bereits mit 5) wurde in Gruppen und leider auch sehr erfolglos (was vor allem an der häuslichen Ernährung liegt....) diverse 'Kassenprogramme' durchgezogen. Er wohnt in der Nähe von Mannheim.

Es ist auch unterschiedlich. Für manche ist das häusliche Umfeld eher gut und die Ernährungsumstellung und alle anderen Umsetzungsbereiche klappen sehr gut, für manche Jugendliche ist es einfach notwendig (aus welchen Gründen auch immer) in einer Klinik untergebracht zu werden für den Zeitraum der 'Behandlung'.

Sprich es mit deinem Arzt durch.

Hier noch eine Seite, wo man dir (auch in anderen Städten sind Anlaufstellen bekannt) weiteren Rat geben kann >> https://www.anad.de/hilfe-tipps-fuer/betroffene/

In Stuttgart heißt das A.B.A.S. :))

GLG

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Die Therapie der Essstörung wird sicher bezahlt. Einfach mal zum Hausarzt, der kann dir erklären, welche Möglichkeiten du hast.

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