Abmahnung wegen zu spät eintreffen des Krankenscheins?

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6 Antworten

Wenn es nach den gesetzlichen Regelungen geht, muss die Krankmeldung gar nicht am dritten Tag im Betrieb vorliegen. Das Gesetz besagt vielmehr, dass man ein Attest erst braucht, wenn die Erkrankung mehr als drei Tage dauert. Dann muss die Bescheinigung am nächsten Tag vorgelegt werden. Somit wäre deine Bescheinigung nur um einen Tag verspätet.

Betrieblich wichtig ist zunächst, dass man sich umgehend telefonisch krank meldet. Die AU-Bescheinigung ist dann lediglich eine Angelegenheit für die Personalabteilung. Für die ist es zwar ärgerlich, wenn sie warten oder nachfragen müssen, aber ernstlich behindert wird der Betrieb dadurch nicht. Daher würde ich eine Abmahnung in diesem Fall für recht pingelig halten.

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Kommentar von Familiengerd
17.12.2015, 12:58

Genau so - und besonders das "recht pingelig"! Da muss der Arbeitgeber eine Abmahnung schon unbedingt gewollt haben.

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In  § 5 Abs. 1 des Entgeltforzahlungsgesetzes ist geregelt, dass bei einer länger als 3 Tage dauernden Krankheit die AU am 4. Tag beim AG vorliegen muss. Deine AU lag demnach zu spät vor und du hast damit gegen deine vertraglichen Pflichten verstoßen. Dafür kann (muss aber nicht zwangsläufig) der AG eine Abmahnung schreiben.

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Kommentar von Familiengerd
17.12.2015, 13:02

Dafür kann (muss aber nicht zwangsläufig) der AG eine Abmahnung schreiben.

Der Arbeitgeber handelt zwar formal korrekt - oder besser: legal! -, aber doch (wie PeterSchu schreibt), "recht pingelig"! Da muss der Arbeitgeber eine Abmahnung schon unbedingt "gewollt" haben.

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Es kann, muss aber nicht.

Du hast ja schließlich am 1. Tag Bescheid gesagt, dass du krank bist.

Wann warst du beim Arzt, ab welchem Krankheitstag gilt die Krankmeldung? Wenn die Krankmeldung z.B. ab dem 3. Tag gilt, diese aber erst am 5. Tag beim AG ankommt, glaub ich kaum, dass die dadurch Probleme machen.

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Kommentar von DarthMario72
17.12.2015, 12:30

Unverzüglich Bescheid sagen und die AU rechtzeitig vorlegen sind zwei unterschiedliche Dinge. Der AN hat üblicherweise beides zu tun.

Ob eine Abmahnung berechtigt wäre, ist hier also gar nicht die Frage. Wenn es überhaupt einen Diskussionspunkt gibt, dann die Frage, ob sie verhältnismäßig ist.

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ja, ist ein abmahnungsgrund. die regel lautet krankmeldung spätestens am 3. tag beim arbeitgeber. falls man das aus irgendeinem grund nicht swchafft, sollte man kontakt zum arbeitgeber aufnehmen damit man eben keine abmahnung bekommt.

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Kommentar von Familiengerd
16.12.2015, 13:29

die regel lautet krankmeldung spätestens am 3. tag beim arbeitgeber.

Das ist so nicht richtig.

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 5 Abs. 1 Satz 2 (wenn es keine andere arbeits- oder tarifvertragliche Regelung gibt) muss die Bescheinigung bei einer Erkrankung von mehr als 3 Tagen am nächsten darauf folgenden Arbeitstag vorzulegen.

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Ja, es reicht für eine Abmahnung. Letztlich hängt allerdings alles einzig und allein davon ab, für wie entbehrlich Dich Dein Chef hält. Außerdem hoffe ich für Dich, dass die 3.Tag-Regelung in Deinem Fall sicheres Wissen ist. Viele Betriebe verlangen mittlerweile die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung am ersten Tag der Krankheit.

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Kommentar von Maximilian112
16.12.2015, 10:23

Wofür es mE keine gesetzliche Grundlage gibt die AUB AM ersten Tag vorzulegen.

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Ja, das wird es sein, wenn in der Abmahnung die Verfehlung so angegeben ist.

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