Abmahnung wegen verspäteter AU?

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2 Antworten

Da die Fragestellung ziemlich unklar ist, wären zur Beurteilung, ob die Abmahnung rechtens ist, einerseits die konkreten Tagesdaten, andererseits der genaue, vollständige Abmahnungstext hilfreich.

Dann sehen wir weiter!

Kommentar von RoBinHo13
15.02.2016, 12:35

Tagesdaten:

8.2.16 Rosenmontag - generell frei für alle Mitarbeiter. Mir ging es an diesem Tag besser & ich wollte am Tag drauf wieder in's Büro zum Arbeiten gehen. Gegen Nachmittag ging es mir wieder schlecht, so dass ich meinen Hausarzt aufsuchte. Auf Grund Urlaubsvertretungen hat der Besuch dort von ca. 16 Uhr bis ca. 19:30 verzögert. Als ich gegen 19:30 die Praxis verließ & bis einschließlich 9.2.16 krankgeschrieben wurde habe ich sofort meinen Chef angerufen & ihm auf die Mailbox gesprochen. Noch am selben Abend hat er reagiert & mir eine SMS geschrieben, da er ein Gespräch am 9.2.16 mit mir in seinem Büro führen möchte. Ich sagte ihm, dass ich das nicht garantieren kann, da ich bettlägerig krankgeschrieben bin. Er wollte dran festhalten. Am 9.2. gegen 12 Uhr habe ich den Termin für 14:30 endgültig abgesagt. Am Samstag hatte ich dann folgende Abmahnung per Einschreiben im Briefkasten.

"ANREDE,

bedauerlicherweise mussten wir feststellen, dass Sie in der Vergangenheit Ihre vertraglichen Pflichten aus dem mit uns bestehenden Arbeitsverhältnis mehrfach in einer Art und Weiter verletzt haben, die wir als Arbeitgeber nicht weiter hinnehmen können.

In Einzelnen führen wir die nicht fristgerecht eingereichte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 8.2.16 an, die uns nicht gemäß den im Arbeitsvertrag geregelten Fristen (Anmerkung von mir: Mitteilung am Tag der AU, Einreichung der AU am Tag drauf) angezeigt wurde. Hierdurch ist ein großer organisatorischer Aufwand bezüglich der Umstrukturierung in Ihrer Abteilung entstanden.

Wir fordern Sie hiermit auf, in Zukunft die vorgegebenen Absprachen gewissenhaft und fehlerfrei zu erledigten. Wegen dieser Pflichtverletzung mahnen wir Sie hiermit ab.

Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, dass wir weitere Verstöße dieser Art nicht mehr hinnehmen werden. Sollten Sie Ihr diesbezügliches Verhalten nicht ändern, müssen Sie mit der Kündigung Ihrer Arbeitsverhältnisses rechnen.

Bitte senden Sie uns ein gegengezeichnetes Exemplar der Abmahnung innerhalb von 48 Stunden nach Erhalt zu.

MfG..."

"Ich bestätige, die Abmahnung erhalten und gelesen zu haben. Gegen den Inhalt der Abmahnung habe ich in tatsächlicher Hinsicht keine Einwendungen."

Es gab bisher keine Abmahnungen oder mündliche Beschwerden, auch kann ich mir die erwähnten in der Vergangenheit mehrfach nicht nachgekommenen Verpflichtungen nicht erklären. Ich habe bisher alle meine Pflichten erfüllt. Wohingegen mein Arbeitgeber seiner Sorgfaltspflicht nicht immer nachgekommen ist. Ich sollte trotz AU arbeiten & mir wurde Druck gemacht, da die Abteilung unterbesetzt ist, dass ich schnell wieder im Büro sein soll. Auf ein "gute Besserung" seitens des Arbeitgebers warte ich auch vergebens.

Was kann ich nun machen? Kann ich den letzten Satz streichen & erstmal nur den Erhalt & das Lesen bestätigen?

Danke im Voraus für die Antworten & Tipps

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Nach Deinen Informationen ist eine solche Abmahnung völliger Unsinn!

Wenn Du nach Deinem Arztbesuch am arbeitsfreien Rosenmontag Deinen Arbeitgeber informiert hast (er hat ja auch reagiert), dass Du bis zum folgenden Tag krankgeschrieben bist, dann bist Du Deiner Verpflichtung zur Information des Arbeitgebers nachgekommen!

Für die Einreichung der AU hat der Arbeitgeber die üblichen Postlaufzeiten hinzunehmen; er darf nicht verlangen, dass Du ihm die AU schon am Tag der Krankschreibung zukommen lässt!

Die Abmahnung ist bezüglich des Hinweises auf Vertragsverletzungen in der Vergangenheit irrelevant! Du musst die Abmahnung auch überhaupt nicht unterschreiben und hast das hoffentlich auch nicht getan - weder als Bestätigung des Empfangs oder gar als Anerkenntnis!! Eine Klage gegen die Abmahnung lohnt sich nicht; da sie von falschen Voraussetzungen oder Behauptungen (sofortige Aushändigung der AU als Abmahnungsgrund) ausgeht, würde sie im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen einer Kündigung als "Beweismittel" eher auf den Arbeitgeber selbst "zurück fallen"!

Übrigens darf der Arbeitgeber nicht von Dir verlangen, während der Krankschreibung zu einem Gespräch bei ihm zu erscheinen - gleichgültig, ob bettlägrig oder nicht.

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