Abmahnung wegen angeblich fehlender Krankmeldung

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8 Antworten

Während der Krankengeldzahlung bekommt man in der Tat KEINEN "gelben Schein" mehr, sondern von seiner Krankenkasse einen so genannten "Auszahlschein". Auch auf dem Auszahlschein kann der Arzt eine voraussichtliche Dauer der AU (Arbeitsunfähigkeit) angeben. Meine Krankenkasse hat mich explizit darauf hingeweisen, dass sie den Arbeitgeber NICHT informiert und ich deshalb selbst für die Information des Arbeitgeber verantwortlich bin.

Ich halte meinen Arbeitgeber regelmäßig auf dem aktuellen Stand hinsichtlich der voraussichtlichen AU und bis wann ich bei meiner Krankenkasse einen neuen Auszahlschein einreichen muss. Mein Arzt sagte mir, dass es wohl Arbeitgeber gäbe, die eine Kopie des Auszahlscheines verlangen. Hier wäre ich jedoch vorsichtig, da auf diesem Auszahlschein auch die Diagnose dokumentiert wird, die den Arbeitgeber aber ja eigentlich nichts angeht. Hier sollte jeder selbst überlegen, wie viel er dem Arbeitgeber über seine Krankheit preisgeben möchte.

Und noch ein ACHTUNG zum Auszahlschein: Es kann sein, dass der Arzt einen z.B. für voraussichtlich drei Wochen krankschreibt, die Krankenkasse aber erst nach vier Wochen einen neuen Auszahlschein benötigt. Hier empfiehlt sich eine Abstimmung mit dem Arbeitgeber, denn auch während des Bezuges von Krankengeld gilt weiterhin der Arbeitsvertrag mit seinen Meldepflichten zur Krankmeldung.

>> Es kann also sein, dass der Arbeitgeber hier berechtigt abmahnt hat. <<

Für jede Verlängerung einer Krankmeldung bekommt man beim Arzt einen "gelben Schein" und du als Arbeitnehmer bist zuständig dafür, daß eine Kopie auch beim Arbeitgeber eingeht. Dein Arbeitgeber ist somit derzeit wohl im Recht.

Hallo Agnes,

danke für die prompte Antwort. Das Problem ist, dass ich meinen Arzt gefragt habe und er sagt, es gibt keinen "gelben Schein" für den Arbeitgeber mehr, weil jetzt nur noch diese Auszahlungsscheine ausgefüllt werden müssen für das Krankengeld. Auf den Auszahlungsscheinen steht auch drauf, dass diese eine ärztliche Krankmeldung ersetzen.

Mein Arzt hat gesagt, die Krankmeldung würde auf jeden Fall durch die Krankenkasse erfolgen und dass ich diesen Auszahlungsschein nur an die Krankenkasse schicken muss.

Das habe ich noch am selben Tag veranlasst und zwei Tage später war das Geld auch schon auf meinem Konto.

Der Arbeitgeber beanstandet nicht die Krankmeldung an sich, sondern dass dieses Mal keine vom Arzt unterzeichnete, schriftliche Krankmeldung vorgelegt wurde.

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Guten Tag, es ist in der Tat so, dass im Falle der Zahlung von Krankengeld kein "gelber Schein" mehr ausgestellt wird. Meine Krankenkasse hat mich daher darauf hingeweisen, dass die Information des Arbeitgebers nun in meiner Verantwortung liegt - denn die Krankenkasse informiert den Arbeitgeber nicht.

Geh dringend zu deinem Arzt und laß dir die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Gelber Schein) geben. Druck dir nachstehenden Artikel aus und nimm diesen mit, wichtig!!!

Dein AG ist leider im Recht, denn was die Kasse erhält von deinem Arzt, ist eben nur zur Krankengeld-Auszahlung, sonst nix!

http://blog.juracity.de/2007-09-02/gelber-schein-und-ablauf-der-engeltfortzahlung.html

Lege gegen die Abmahnung fristgerecht schriftlich (Einwurf-Einschreiben) Widerspruch ein und kontaktiere Deine Krankenkasse.

Das Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt hat entschieden, dass auch nach Ende des Entgeltfortzahlungszeitraums die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden muss. Wenn das die Krankenkasse übernimmt, müssen Sie sich schnellstens mit der Krankenkasse abstimmen, was dort schiefgelaufen ist.

Der Abmahnung können Sie widersprechen. So wie sie die Sache schildern, hat entweder die Krankenkasse es versäumt, die Krankschreibung an den AG weiterzuleiten, oder der AG hat die Post der Krankenkasse nicht zur Kenntnis genommen.

Über die Frage, ob die Abmahnung rechtens ist, kann das Arbeitsgericht angerufen werden. Man sollte sich allerdings gut überlegen, ob man tatsächlich die Gerichte bemühen soll oder ob man die Sache durch einen Anruf oder ein Gespräch mit der Krankenkasse und dem Arbeitgeber aus der Welt schafft.

egal - wie - der Arbeitgeber muss eine Meldung bekommen ...dafür bist du zuständig...

Falls Du Gewerkschaftsmitglied bist, kannst Du ja dort mal fragen.

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