Abmahnung während der Ausbildung - Angst vor weiteren Konsequenzen. Berechtigt?

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8 Antworten

Habe Angst das wenn mir wieder ein Fehler passiert, eine Kündigung vorgelegt wird.

Da kann ich Dich beruhigen. So schnell geht die Kündigung eines Azubis nach der Probezeit nicht. Im Ausbildungsverhältnis gelten etwas andere Bestimmungen als später im Arbeitsverhältnis.

Warum lässt eigentlich Dein AG die Azubis auf die Praktikanten aufpassen? Ein Azubi ist doch selbst in der Ausbildung und braucht noch Anleitung, auch im dritten Ausbildungsjahr.

Die Abmahnung die Du bekommen hast, führt ganz bestimmt nicht dazu, dass der AG Dich beim nächsten Fehler kündigen kann. Hier muss der AG auch die Verhältnismäßigkeit beachten. 

Außerdem muss auch die bisherige Dauer der Ausbildungszeit beachtet werden. Je länger die Ausbildung schon dauert, desto schwieriger wird die Kündigung durch den Arbeitgeber. Da muss der Azubi schon sehr schwere Pflichtverletzungen begehen oder mehrere Abmahnungen mit dem gleichen Grund haben um im letzten Ausbildungsjahr gekündigt werden zu können.

Wenn Du wieder mal einen Praktikanten beschäftigen sollst, sag Deinem Vorgesetzten, dass Du selbst noch lernen musst und er den Praktikanten doch besser an einen anderen Mitarbeiter verweist.

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Diese Frage wird letzendlich der Richter am zuständigen Arbeitsgericht beantworten, solltest du gegen die Abmahnung klagen. Man muss hier abwägen - als Azubi im 3. Jahr darf man von dir durchaus Sorgfalt und Genauigkeit erwarten, immerhin bist du bald ausgelernt. Und beim 3. Mal in 10 Monaten - nicht gezählt die Fehler der Vorjahre - ist halt irgendwann auch Schluss mit der Geduld. Deine Fehlerquote ist schlicht zu hoch. Ob man das nun abmahnen muss, ist allerdings eine andere Sache, deren rechtliche Würdigung dem Arbeitsgericht unterliegt. Du solltest aber umgehend (Frist!) die Abmahnung rechtlich prüfen lassen, bei der zuständigen Gewerkschaft oder beim Betriebsrat (sofern voranden) zum Beispiel.

Mindestens solltest du aber eine Stellungnahme dazu schreiben, denn auch die wird Teil deiner Personalakte.

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BigBoo 12.10.2017, 17:26

Betriebsrat haben wir nicht , Gewerkschaft wäre ja dann die IHK, wie sieht die Frist in dem Fall eigentlich aus?

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FordPrefect 12.10.2017, 17:27
@BigBoo

Gewerkschaft wäre ja dann die IHK

Bist du wiklich im 3. LJ?

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1. Während der Ausbildung kann der AG wegen solchem Pipifax nicht Kündigen. Du bist noch in Ausbildung und da sind Fehler normal.

2. Auch eine Abmahnung mit Androhung der Kündigung ist Quatsch. Schreibe eine Stellungnahme und gut iss.

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Kündigung ist aufgrund dieser Abmahnung, auch im Wiederholungsfall, meiner Meinung nach ausgeschlossen.

Du befindest dich in der Ausbildung. Schon alleine aus diesem Grund genießt Du einen besonderen Schutz.

Aber, und das ist viel wichtiger, der Arbeitgeber hat seinen Auzubis gegenüber eine Aufsichtspflicht!

Sprich, eigentlich muss er kontrollieren, ob Du alles richtig machst.

Überträgt er Dir Aufgaben, die nicht kontrolliert werden, ist das sein Risiko.

Meine Meinung!

Und ob er Dich überhaupt DAFÜR abmahnen durfte, sei mal dahingestellt!

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Familiengerd 12.10.2017, 21:39

Das ist ja mal eine vernünftige Antwort (anders als die zur Betriebsbuße wegen Verspätung)!

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Es kommt immer auf die Kulanz deines Arbeitgebers an. Manche geben schon eine Abmahnung weil du zwei Minuten zu spät kommst obwohl du nichts dafür kannst (Verkehrsstau beispielsweise). Manche Arbeitgeber geben dir auch bei schwereren Fehlern wie beispielsweise den Kunden eine falsche Wurst verkauft keine Abmahnung weil man begründen kann, dass es einem momentan schlecht geht weil beispielsweise ein familienangehöriger gestorben ist oder so. Rede mal mit deinen Chef darüber. Außerdem deine Ausbildung selbst wenn du sie verlieren solltest ist eh nichts mehr wert. Man verdient als Lagerlogistiker vielleicht ein bisschen mehr als ein Hartz 4 Empfänger.

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Ein Schülerpraktikant ist ja nicht dazu da, DEINE Arbeit zu machen. Du sollst ihm nur zeigen, wie es geht.

Wenn er dann einen Fehler macht, geht das voll zu deinen Lasten. 

Im 3.Lehrjahr solltest du in der Lage sein, das selbständig einschätzen zu können.

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Familiengerd 12.10.2017, 21:38

Und inwiefern beantwortet das jetzt die Frage (ich selbst spare mit eine Antwort, da Hexle2 schon alles Richtige dazu erschöpfend gesagt hat)??

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Der Betrieb darf und kann dich schon beim 1. Fehler abmahnen aber das ist nur Theoretisch.

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BigBoo 12.10.2017, 17:17

Aber Fehler sind doch menschlich, niemand arbeitet 100% Fehlerfrei...

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Xynox 12.10.2017, 17:18
@BigBoo

Wenn der Betrieb durch deine Fehler Verluste macht oder es zu Verzögerungen kommt ist es möglich.

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Lumpazi77 12.10.2017, 17:20
@Xynox

Solche Abmahnungen sind bei einem AZUBI für die Tonne !

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Xynox 12.10.2017, 17:21
@Lumpazi77

Nicht wirklich der Azubi kann aus der Ausbildung fliegen bei 3 Abmahnungen.

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Familiengerd 12.10.2017, 21:35
@Xynox

@ Xynox:

Erstens ist die Geschichte mit den 3 Abmahnungen ein - leider weit verbreitetes - Märchen.

Zweitens ist Deine Behauptung, dem Azubi könne dann gekündigt werden, ebenfalls Unsinn (wie auch Deine Antwort)!

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Xynox 13.10.2017, 09:28
@Familiengerd

Nicht ganz es ist abhängig vom Betrieb und wie diese es Händeln.
In z.B IT und großen AG Betrieben ist dies so geregelt.

Wie auch bei Google...

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Xynox 13.10.2017, 09:29
@Xynox

Aber ansonsten hast du das recht viele Betriebe regeln das nicht so.
Aber du hast ja nach möglichen Konsequenzen gefragt...

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Familiengerd 13.10.2017, 12:42
@Xynox

Nicht ganz es ist abhängig vom Betrieb und wie diese es Händeln.

Was heißt hier "nicht ganz"?

Ob einem Arbeitnehmer nach der 3. Abmahnung für das gleiche Fehlverhalten gekündigt werden kann oder nicht, hängt ausschließlich von der Schwere des Fehlverhaltens ab und nicht davon, wie das im Betrieb gehandhabt wird.

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