Abmahnung und Fristlose Kündigung Wirksam wegen Lärm?

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3 Antworten

Im Briefe steht : Im Mietervertrag wurde unter §26 Abs-11 vereinbart , dass Ruhezeiten von 20:00Uhr bis 07:00 Uhr einzuhalten sind :

Bis 22 Uhr gilt Zimmerlautstärke und nicht was der Vermieter möchte

Diese Vereinbarung wurde am Tag.Monat.20016 von 02:10 bis 03:15 Uhr in erheblicher Weise durch lautes Geschrei gestört. Ebenso am Tag.Monat.Jahr und am heutigen Tage von " wieder genaue Zeit angaben" Gestört. und dies war die Begründung ist diese Wirksam?

Eine Kündigung ist nach Abmahnung möglich, wenn sich der Grund der Abmahnung wiederholt.

und kann man ihr deswegen eine Fristlose Kündigung einfach einreichen?

Ja kann man.

http://www.finanztip.de/fristlose-kuendigung-mietvertrag/

Wenn ja , Wie viel Zeit hätte sie denn um den Auszug zu planen und sich eine eigene Wohnung zu suchen?

1-2 Wochen:

https://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/miet-immobilienrecht/raeumungsfrist-des-mieters-bei-fristloser-kuendigung-kein-dach-ue\_214\_78758.html

Selbst wenn der Vermieter nicht im Recht wäre, könnte ihn ein Anwalt die alternative Möglichkeit nennen:

Der Vermieter kann erleichtert kündigen wenn er mit dem Mieter zusammen in einem Zweifamilienhaus wohnt.


§ 573a BGB


Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom
Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der
Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne
des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich
in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der
vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen
ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die
Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam



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  1. Tatsächlich darf der VM das MV n. § 543 I BGB fristlos kündigen, wenn "unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere eines Verschuldens der Vertragsparteien, und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Mietverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann."
  2. Es dürfte unstreitig sein, dass wiederholter ruhestörenden Lärm, zumal nachts, unzumutbar ist. Hier hätte es nicht einmal einer Abmahnung bedurft, § 543 III 1 BGB, die bei heillos zerstittenen Paaren nun ganz "offensichtlich keinen Erfolg verspricht".
  3. Mit Beseitigungsverlangen unter Abmahnung dringt die angekündigte Kündigung nach § 543 II 2 unstreitig durch, da sie dokumentiert fruchtlos blieb :-O
  4. Deine Freundin hat jedweden Lärm zu unterlassen, der aus der Mietwohnung dringt. Das dies nachts in besonderem Maße gilt, ist leicht nachvollziehbar. Ein Verschulden ihres LG hat sie sich als Vertragspartner anrechnen zu lassen.
  5. Die Kündigung wirkt ohne Frist, allerdings wäre dem Gekündigten eine angemessenen Frist zur Räumung zu gewähren. N. h. M. sind 7-10 Tage i. d. R. ausreichend, einen Miettransporter und Lagerraum zu beschaffen oder einen Spediteur mit Lagerungsmöglichkeit zu beauftragen.
  6. Es käme hingegen nicht darauf an, das die Gekündigte gleich eine neue Wohnung fände. Hier geht das Interesse des VM eindeutig vor, schnellstmöglich nachts wieder duchschlafen zu können :-)
  7. Zur Vermeidung einer kostenträchtigen Räumungsklage ist deiner Freundin dringend zu raten, unverzüglich (!) den VM gegenüber schriftlich und nachweislich (persönliche Übergabe mit Zeugen, Einwurfeinschreiben) zuzusichern, "die Mieträume bis zum (konkretes Datum zwischen 10.-15.03.) in vertragsgemäßem Zustand zurückzugeben und insoweit eine tatsächliche Übergabe am (Datum, Uhrzeit), oder ersatzweise am (Datum, Uhrzeit) anzubieten".
  8. Ich verweise andernfalls ausdrücklich auf die Rechtsfolgen, wie ich sie zu willoms Meinungsäußerung kommentiert habe :-)

    Ich wünsche deiner Freundin viel Glück und das sie bei dir Obdach, Seelentrost und Hilfe findet, die sie mehr braucht als flache Sprüche manch zustimmungerheischender Ratggeber hier :-)


    G imager761

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Kommentar von ismailson1988
04.03.2017, 10:00

Vielen dank für die Ratschläge , werden wohl auch noch mal zum Anwalt gehen , in 2 jahren ist dies 3mal passiert finde die reaktion schon sehr heftig des vm , und werde mit ihm auch mal ein wörtchen reden . und ich hoffe sie findet schnell was

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Mal grundsätzlich......: selbst wenn deine Freundin die Kündigung komplett ignorieren würde, hätte sie eigentlich reichlich Zeit sich was neues zu suchen.

Der Vermieter muß nämlich erst eine Räumungsklage in die Wege leiten und sowas dauert heutzutage diverse Monate. Nicht umsonst wird man tatsächliche Krawallmieter oder Mietnomaden kaum kurzfristig los, wenn die nur bockig genug sind.

Mit genügend Dickfelligkeit gegenüber Pöbeleien, Druck oder Drohunen des Vermieters kann man sowas etliche Monate in die Länge ziehen.

Abgesehen davon entsprechend die vereinbarten Ruhezeiten nicht den gesetzlichen, was aber in diesem Fall wohl keine wesentliche Rolle spielen dürfte.

Tatsächlich müßte man prüfen, ob die Zahl und die Dauer der Ruhestörungen eine fristlose Kündigung rechtfertigen......: das kann aber im Normalfall bloß ein Anwalt, ein Gericht oder sonst jemand der sich mit der Rechtslage gut auskennt.

Erster Schritt müßte daher sein, sich Rat beim Mieterschutzbund zu holen.

Zeit sich ( zügig ) um Beratung zu kümmern hat deine Freundin aber.....: tatsächlich eng wird es erst, wenn einer Räumungsklage stattgegeben wurde.

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Kommentar von ismailson1988
03.03.2017, 23:27

Vielen dank so dachte ich es mir auch , war nur komisch das er direkt heute eine SMS schrieb und ein Datum haben wollte . 

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Kommentar von imager761
04.03.2017, 08:40

Zur vollen Wahrheit gehört, das die M die Kosten einer Räumgsklage, einerseites Gerichtskosten nach Jahresmietwert, dann  - nach fruchtloser Inverzugsetzung zur Räumung -  zusätzlich die Kosten des gegenerischen Anwalts ebenso zu tragen hätte wie dort geltend gemachter Schadensersatz wegen Mietausfall, Nachmieterforderungen usw. :-O

Wenn man daher solch dummen Rat erteilt, der Ratsuchende in eine Kostenfalle fünfstelliger Forderungen mit erwartbarem Titel einer  Lohnpfändung, schufa-Nullbonität, Abgabe einer eidessattlicher Versicherung oder Privatinsolvenz quatscht, sollte man die Kosten dafür übernehmen wollen oder die Finger still halten :-O

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