Abmahnung schriftlich/mündlich

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3 Antworten

Hallo Atillah28,

eine mündlich, dazu unter 4 Augen, ausgesprochene Abmahnung ist gültig. Es gibt keine verbindlichen -also zwingenden- Bestimmungen, nach denen Abmahnungen schriftlich erfolgen müssen.

A b e r !!! deine Frage hat ja mit Sicherheit einen konkreten Hintergrund. Und dazu möchte ich dir folgendes sagen. Eine Abmahnung ist ein arbeitsrechtliches Instrument, welches vom Arbeitgeber in der Regel als Vorstufe zur Kündigung eines -in irgendeiner Form- unzuverlässigen Mitarbeiters vorgenommen wird. Wenn also ein Mitarbeiter vom Inhaber (oder Personalchef) eines Betriebes -egal aus welchen konkreten Gründen, es müssen aber schon schwerwiegende Gründe sein- abgemahnt werden soll, ist das -wie oben gesagt- ein Instrument, das -in der Regel- einer beabsichtigten Kündigung vorausgeht. Wenn jedoch -gestützt auf eine oder gar mehrere Abmahnungen- später einem Mitarbeiter gekündigt werden soll, hat die Abmahnung nur Sinn/Wert, wenn sie in Schriftform gefertigt und dem Mitarbeiter auch schriftlich zugestellt wurde. Damit hat der Arbeitgeber ein Dokument in der Personalakte des Mitarbeiters, das bei wiederholter Abmahnung und anschließender Kündigung als Beweismittel vor dem Arbeitsgericht dient, falls der Mitarbeiter auf die Kündigung mit einer Kündigungsschutzklage reagiert. Dann hat der Arbeitgeber die Beweismittel, die erforderlich sind, die bereits mehrfach und ggfs. längerfristig beanstandete Unzuverlässigkeit des gekündigten Mitarbeiters zu beweisen, was die Kündigung auch im Kündigungsschutzprozess relativ sicher macht.

Dagegen hat der Arbeitgeber bei einer mündlich vollzogenen Abmahnung, zumal wenn diese unter 4 Augen eröffnet worden ist, keinen Beweis für die Abmahnung und kann sie später nicht verwerten.

Der Zeitraum ist gesetzlich - ebensowenig wie die schriftform - verbindlich vorgeschrieben. Aber durch die Rechtssprechung der Arbeitsgerichte ist in zahlreichen Entscheidungen weitgehend gefestigt entschieden worden, dass eine Abmahnung in absoluter zeitlicher Nähe zu dem Ereignis, aus dem der Mitarbeiter abgemahnt werden soll, erfolgen muss. Da sehen die Arbeitsgerichte eine Frist von 2-5 Tagen als maximale Frist an. Anderenfalls dient eine Abmahnung nicht mehr als Sanktion für ein konkretes Fehlverhaltenn des Mitarbeiters. Aber das soll sie ja gerade sein.

Deshalb kann man deine Frage nur dahin beantworten, dass es verbindliche gesetzliche Bestimmungen dazu nicht gibt, aber aus "rechtstechnischen" und "Beweisgründen" eine Abmahnung immer schriftlich und binnen kürzestmöglicher Frist zu dem entsprechenden Ereignis erfolgen muss.

Gruß hotteb

bitmap 06.07.2011, 23:33

wenn du willst kannst du dir meine Antwort auf die Frage ansehen.

Das habe ich und ich frage mich, was an meiner Antwort so falsch ist. Ich habe jedenfalls nichts anderes behauptet als du.

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bei einer mündlichen Abmahnung sollte es sich um eine Ermahnung handeln - eine Abmahnung muss m.E.nach immer schriftlich erfolgen eine Ermahnung hat keine arbeitsrechtlichen Kosequenzen - außer, dass Dein Chef nicht gut auf Dich zu sprechen ist - eine Abmahnung hat arbeitsrechtliche Konsequenzen

bitmap 06.07.2011, 21:20

eine Abmahnung muss m.E.nach immer schriftlich erfolgen

Für die Schriftform bei einer Abmahnung gibts aber keine Rechtsgrundlage. Eine schriftliche Abmahnung ist nur besser, um auch später mal einen Nachweis bei evtl. Kündigung bzw. Kündigungsschutzklage zu haben, dass bereits abgemahnt wurde.

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Selbstverständlich ist sie "gültig", aber der Chef wird dann, wenn er später einmal im Wiederholungsfall daraus Konsequenzen ableiten will, Probleme bekommen, diese erfolgte Abmahnung auch zu beweisen.

Eine Frist für das Nachreichen der Schriftform gibt es zwar nicht, aber eine Abmahnung hat immer "zeitnah" zu erfolgen und was das genau bedeutet, hängt auch von der Schwere des Vergehens ab.

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