Abmahnung meldepflicht?

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4 Antworten

"...hab ich mein AG angerufen und gesagt, dass ich am Do. 13.06 zum Arzt gehe..."

Hast du dabei auch erwähnt, dass du Donnerstag noch arbeitsunfähig bist? Wenn ja, dann wäre es unsinnnig, am Donnerstag nochmal anzurufen. Die Frage ist, wie du beweisen kannst, dass du dies so gemacht hast. Eventuell Aussage des Kollegen, mit dem du telefoniert hast?

Wenn der Brief am Freitag auf die Reise ging und erst am Mittwoch ankam ist das natürlich krass. Hast du einen Nachweis dafür, wann du ihn aufgegeben hast? Und hat der Betrieb denn einen Nachweis, wann die Post bei ihm angekommen ist? Kann der Betrieb den Umschag vorweisen, auf dem der Poststempel zu sehen ist?

Es wäre ja durchaus denkbar, dass der Brief beispielsweise am Montag angekommen ist und im Betrieb erst auf Umwegen zur richtigen Stelle gekommen. Wenn der Umschlag nicht mehr da ist, kannst du zumindest die Vermutung vobringen, dass der Brief - wenn man einigermaßen normale Postlaufzeiten annimmt - vor Mittwoch da gewesen sein muss.

Um mehr zu deinen Erfolgschancen sagen zu können, müsste man den genauen Wortlaut der Abmahnungen kennen.

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Auffallend ist, dass vor der Abmahnung man nicht mit Dir gesprochen hat, über Dein Fehlverhalten. Aus Fairness sollte man es tun. Was sagt der Betriebsrat?

Bei Krankmeldungen mußt Du Dich sobald es geht Krankmelden und die voraussichtliche Dauer der Krankschreibung mitteilen. Hierzu gehört auch, dass Du nicht nur den Arztbesuch mitteilst, sondern konkret die Anzahl der Tage, die Du voraussichtlich fehlen wirst.

Das ist doch verständlich, weil der Arbeitgeber nicht im Unklaren ist, wann Du wieder erscheinst.

Solltest Du eine schriftliche Stellungnahme schreiben, muß diese Stellungnahme ind die Personalakte genommen werden.

Das würde ich Dir raten und unbedingt die Mitarbeiter namendlich benennen, mit denen Du gesprochen hast, zu welchem Zeitpunkt, ob Du die Dauer der AU mitgeteilt hast ...

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gute chancen, denn für die postlaufzeiten kannst du nicht verantwortlich gemacht werden. weiterhin ist auch diese abmahnung zunächst völlig wertlos für den arbeitgeber, weil sie erst im wiederholungsfall, bzw. bei diesem leichten verstoß gegen betriebliche regeln nicht schon beim zweiten, sondern erst nach 3 oder 4 gleichen verstößen eine kündigung rechtfertigen könnte.

und auch dann hat sie bei ansonsten tadellosem verhalten im betrieb und unter würdigung von betriebszugehörigkeit und lebensalter wenig chancen, vor einem arbeitsgericht zu bestehen.

für die entfernung einer abmahnung müsstest du aber klagen. du kannst mit weniger aufwand eine stellungnahme deiner sicht erstellen, die muss der arbeitgeber zur personalakte nehmen und wird in einem eventuellen prozess auch entsprechend vom gericht bewertet werden.

wieso glaubst du, dass dein AG dich loswerden will?


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Kommentar von SirKermit
14.07.2017, 17:57

"gute chancen, denn für die postlaufzeiten kannst du nicht verantwortlich gemacht werden."

So einfach ist es nun doch nicht, es handelt sich um eine Bringschuld seitens des AN und die Meldung muss unverzüglich eingehen, siehe dazu auch http://www.sns-anwaelte.de/recht/arbeitsrecht/arbeitsunfaehig-arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung.html

"Auf welchem Wege sollte der Arbeitnehmer seine Arbeitsunfähigkeit anzeigen?

Mündlich, telefonisch, per Telefax, SMS oder Email. Die Anzeige kann auch durch Angehörige oder Arbeitskollegen erfolgen.

Eine Anzeige per Post dürfte angesichts der Postlaufzeiten im Zweifel nicht „unverzüglich“ und damit verspätet sein."

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ich habe in den 80er Jahren die Krankmeldungen schon mit Einschreiben gesandt, was sich wieder mal als gut herausgestellt hat.

Ich habe zu Abmahnungen auch immer mit einem Fachanwalt eine Gegendarstellung formulieren lassen.

Abmahnungen wurden zurückgenommen

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