Abmahnung jedoch mit falschen Angaben daher ungültig?

10 Antworten

Eine Abmahnung wird nicht automatisch ungültig, wenn du sie für unrichtig hältst. Du müsstest schon eine Gegendarstellung schreiben oder gar das Arbeitsgericht einschalten. Und du müsstest einen Nachweis über die tatsächliche Zeit vorlegen.

Aber was würdest du erreichen? Der Betrieb könnte die Abmahnung zurückziehen und dir dann eine neue mit der korrekten Zeit schreiben. Die wäre dann sattelfest. Da wäre die Gewichtung zwar etwas geringer, weil die Verspätung nicht mehr so groß ist. Aber ich würde anders vorgehen:

Hast du denn einen Zeitnachweis für diesen Tag? Wenn ja, dann würde ich diesen gut aufbewahren mit einer entsprechenden Notiz zuhause bei dir.

Denn wenn es später tatsächlich mal zu weiteren Folgen mit Bezug auf diese Abmahnung kommen sollte, kannst du die Abmahnung immer noch anfechten und dazu deinen Nachweis vorlegen. Dann wird die Abmahnung vermutlich für nicht gerechtfertigt erachtet und der Betrieb kann sie nicht mehr korrigieren.

Bei Unpünktlichkeit ist es erforderlich, die genaue Uhrzeit, zu der der Mitarbeiter zu erscheinen hat, und den tatsächlichen Zeitpunkt des Erscheinens zu notieren.

Hier ist eine falsche Uhrzeit angegeben. Sofern Du nachweisen kannst, daß Du um 08:04h anwesend warst, ist die Abmahnung unwirksam, weil sie eine falsche Tatsache enthält.

Gegen eine Abmahnung braucht nicht zwingend sofort angegangen werden - das kann dann später ggf. in einem Kündigungsprozeß geschehen - hier werden die Abmahnungen dann auf ihre Rechtswirksamkeit überprüft.

Der Gesetzgeber hat bewußt keine Fristen gesetzt, um gegen Abmahnungen vorzugehen, damit ein bestehendes Arbeitsverhältnis nicht durch eine Klage wegen einer Abmahnung zusätzlich belastet wird. Sie schlummert dann in der Personalakte rum - das war´s dann erst einmal.

Du solltest aber eine Gegendarstellung einreichen, die dann auch mit der Abmahnung in der Personalakte aufbewahrt werden muß - sie darf auch erst entfernt werden, wenn die Abmahnung entfernt wird.

In Zukunft einfach prünktlich sein, dann hat sich die Abmahnung dann auch erledigt...

Ich würde hier eben keine Gegendarstellung schreiben. Weil man damit vermutlich nur bewirkt, dass der Betrieb eine neue Abmahnung mit der richtigen Zeit schreibt, die dann sattelfest in der Akte bleibt.

Ich würde mir eher einen Zeitnachweis für diesen Tag zuhause aufbewahren und wie du schreibst " ...später ggf. in einem Kündigungsprozeß" dagegen angehen. Denn "- hier werden die Abmahnungen dann auf ihre Rechtswirksamkeit überprüft."

Und dann kann sie eben nicht mehr korrigiert werden.

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@PeterSchu

Danke für Deinen (notwendigen) Einwand - Du hast völlig recht - KEINE GEGENDARSTELLUNG (er ist ja tatsächlich zu spät gekommen)

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Das wird daran liegen das eure Firma die Arbeitszeit nicht minütlich abrechnet sondern nur viertelstündlich.

Aber die Abmahnung wird wohl keine direkten Folgen für dich haben. Daher wäre es das beste wenn du nicht dagegen angehst. Andernfalls wirst du kaum noch Freude an der Ausbildung haben, wenn du es dir mit dem Chef verscherzt.

Wichtig ist eben nur das du in Zukunft pünktlich bist.

Die Abmahnung befindet sich bei der Personalakte.

Kannst ja eine Klarstellung hinsichtlich der Uhrzeit zu der Personalakte reichen. An der Tatsache der Verspätung ändert es nichts und auch nicht an der Notwendigkeit/Berechtigung der erfolgten Abmahnung.

Ob 4 Minuten oder 15 Minuten, ist eigentlich egal. Natuerlich kannst du jetzt eine Gegendarstellung zur Abmahnung schreiben und erklaeren, dass du eben nicht 15 Minuten zu spaet warst, sondern nur 4 Minuten. Damiot bestaetigst du dann aber nur, dass du tatsaechlich zu spaet warst und die Abmahnung somit auch berechtigt war.

Sei un Zukunft einfach puenktlich. Dann entfaltet die Abmahnung auch keine weitere Wirkung.

Ob 4 Minuten oder 15 Minuten, ist eigentlich egal.

Selbstverständlich sind Verspätungen - gleichgültig, in welchem Umfang sie vorkommen - Verstöße gegen arbeitsvertragliche Pflichten.

Trotzdem macht es einen Unterschied, ob eine Verspätung minimal oder umfangreicher ist. Eine sehr geringfügige Verspätung würde nciht einmal zu einer Abmahnung berechtigen, wohl zu einer Ermahnung. Außerdem kommt es auch auf die Folgen an, die sich betrieblich möglicherweise aus einer Verspätung ergeben.

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