Ablehnung der Bewerbung bei der Polizei, was kann ich tun?

18 Antworten

Die gem. § 170 II StPO eingestellte Tat fällt hier nicht ins Gewicht. Aber bei Beleidigung kann man dann auf deinen Charakter schließen. War damals wohl eine Situation, in der alle sich beleidigt haben?!

Man muss als Beamter generell charakterlich für ein Amt geeignet sein. Dazu gehört, dass man sich nicht provozieren lässt. Also Polizeibeamter bist du gerade noch mehr Provokationen ausgeliefert, denn nicht jeder ist von deiner Arbeit begeistert.

Ich sehe leider auch keine Chance auf eine Einstellung.. Hättest du ein Mofa auf 120 getunt, dann könnte man das als jugendlichen Leichtsinn hinstellen, aber Beleidigung..

Aber ich verstehe das nicht, der Strafantrag wurde doch zurückgezogen, ergo darf es kein Strafverfahren geben da es Antragsdelikt ist ?

0
@waddaadad

Bei einer Bewerbung wird immer die Polizeidienststelle mit eingebunden, in dessen Gemeinde zu lebst. Es wird angefragt, welche Erkenntnisse über dich vorliegen.

Wie gesagt: Die Einstellung nach 170 II StPO ist kein Problem, da ja erwiesene Unschuld. Aber das andere hast du gestanden. Einstellung hin oder her: Du bist für die Polizei aus deren Sicht wegen dieser Sachen einfach charakterlich ungeeignet.

4

Eine Straftat als Bagatelle abzutun, ist sicher nicht das Schlauste, wenn man sich bei der Polizei bewirbt. Jung, dumm und bereuend wäre vermutlich die schlauere Herangehensweise gewesen.

Versuch es in einem anderen Bundesland - die haben alle eine eigene Polizei - oder bei der Bundespolizei oder beim Zoll. Ich weiß allerdings nicht, wie da jeweils die Bewerbungsfristen sind.

Wenn du warten musst/willst, könntest du ein soziales (halbes) Jahr machen und damit quasi demonstrieren, dass du jetzt ein besserer Mensch bist :-)

Ansonsten könntest du auch eine Ausbildung im Bereich Security machen.

Ähm... du kannst gar nichts tun.

Straftaten als Bagatelle abzutun ist so ungefähr das schlimmste, was du machen kannst. Das ist, als würdest du dich bei irgendeiner Verwaltungssache bewerben, dich im Stuhl zurücklehnen und etwas erzählen von wegen 'ja, Diktatur ist eigentlich scho ganz cool und und Grundgesetz hat so seine Schwächen und mit der Würde des Menschen kann ich auch nichts anfangen'.

Und das mag ALLES stimmen. Eine Diktatur KANN effizienter sein, als eine Demokratie, das Grundgesetz HAT seine Problemzonen und einer der Profs meines Dozenten hat mal einen Vortrag, bei dem auch Verfassungsrichter im Publikum saßen begonnen mit den Worten 'Die Würde des Menschen; ich mag sie nicht besonders'.

Doch das hat in einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen. Und auch wenn du tolle Theorien hast, will die dort NIEMAND hören.

Ebenso bei der Polizei: Da geht es nunmal darum sowas ERNST zu nehmen. Und egal ob du einfach nur gestolpert bist und in den Ausschnitt des Mädchens gefallen und egal ob sie dir danach vergeben hat und ihr heute ein glückliches Paar seid und EGAL dass xy ein Missverständnis war... es geht um den Umgang damit

Du hättest erklären können, dass du jung warst und diese Angelegenheiten dich haben reifen lassen, dir die Möglichkeit gegeben haben über so etwas nachzudenken, dein Verhalten zu reflektieren und dass du auch GERADE deswegen heute Menschen helfen willst, denen es ggf. genauso geht wie deinem Opfer und GERADE für junge Menschen ein Vorbild sein willst und dafür sorgen willst, dass sie es besser machen.

Was sie nicht hören wollen ist eine flapsige Antwort a la 'das war doch damals nichts'. Das spricht nicht für Professionalität, nicht für Einsicht, nicht für Kritikfähigkeit und auch nicht für Empathie.

Strafantrag zurückgezogen

kein Verfahren

0
@dasdawadw

Danke, aber ich kann lesen

Macht aber keinen Unterschied. Wenn die Sachen schon erwähnt werden, dann sollte man sie auch irgnedwie abmildern.
Zu sagen 'aber da war ja nichts' ist DENNOCH dämlich.

1

Bei der Polizei sind nicht nur Strafverfahren von Entscheidung, sondern auch das allgemeine Verhalten. Für Beamte gilt da das Disziplinarrecht. Selbst wenn also der Richter das Verfahren einstellt, kann die Behörde dennoch eine (Disziplinar-)Strafe verhängen. Die Ansprüche/Anforderungen an Beamte sind also erheblich höher als bei normalen Leuten.

Wie alt warst Du denn, als das passiert ist? Falls Du noch jugendlich warst, könnte das mildernd wirken. Dann würde gegebenenfalls ein Leumund befragt. Also jemand, der Dich gut und gut für Dich spricht. Das könnte ein Lehrer sein, nicht aber ein Kumpel.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Weiß gar nicht wie sicher ich mich und meine Angehörigen fühlen würde wenn ich von einem Polizisten beschützt würde, der seine eigene Auffassung von der Ahndungswürdigkeit der Delikte hat und/oder sie als Bagatelle einstuft.

Glaube auch kaum das ich in dem Fall die Steuern als sinnvoll eingesetzt sehe könnte.

Was möchtest Du wissen?