Ablass Briefe im Mittelalter

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5 Antworten

Im Zuge der Verbreitung dieser Briefe spielte der Dominikanermönch Johann Tetzel eine besondere Rolle, vor allem mit dem berühmten Satz: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“[3]

(http://de.wikipedia.org/wiki/Ablassbrief)

Einerseits ist das eine theoretisch sehr bizarre Konstellation, dass ihr mit dem Kontext des 21. Jahrhunderts gewissermaßen auf die Entscheidung der Frau mit einem ganz anderen Umfeld einwirken sollt. Sicherlich war auch genau dieses daraus resultierende unterschiedliche Wissen aber auch der unterschiedlicher Stand der Kirche der Grund euch diese Aufgabe zu stellen. Das gibt der Fragestellung dann zwar eine gewisse Bedeutung, sinnvoller wird sie dadurch trotzdem nicht.

Andererseits ist es an dir zu argumentieren, dass sie mit dem Kauf die Kirche und damit sehr viele Dinge (auch sehr viel schlechte Dinge) finanziert, das aber gar nichts mit ihr oder dem Kind zu tun hat. Das wäre die Aufgabe, allerdings ist diese umso schwerer, da sie ein gänzlich anderes Werteverständnis hat und eure Logik / eure Bewertung bestimmter Dinge teils oder auch gar nicht verstehen würde. Derart irritiert würde man sie damit nur umso mehr in die gegebenen Strukturen, also insbesondere dem Kauf des Briefes, treiben.

Im Mittelalter, sogar noch bis in die Neuzeit galt die Auffassung, dass Kinder, die behindert zur Welt kommen, eine Strafe Gottes für Sünden der Mutter sind. Da Gott beide, Mutter und Kind, durch die Behinderung schon als große Sünder abgeurteilt hat, hilft ein Ablassbrief nicht mehr, weil Gott seine Meinung dadurch nicht ändern wird und ein durch Menschen gewährter Ablass ein Vergehen gegen das Urteil Gottes wäre, was wiederum ebenfalls eine Sünde wäre.

Lauf zur nächsten Videothek und leih dir noch schnell den Film "Luther" aus. Da wird nämlich genau dieses Thema angesprochen und auch erklärt, warum das Blödsinn ist bzw. war mit dem Ablasshandel!

Leoasked 15.04.2015, 20:06

Es geht ja nicht darum ob es Blödsinn ist oder nicht. Wir sollen nur erklären warum es sich NUR für sie nicht lohnt oder sowas. Sie dürfte es ja wenn sie kein behindertes Kind hätte. Die Frage ist warum darf sie es mit dem Kind nicht. LG Leonie

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ElefantX 15.04.2015, 20:22
@Leoasked

Die katholische Kirche kennt auch heute noch den Ablass, aber der ist nicht käuflich zu erwerben, sondern nur durch inständiges Gebet und aufrichtiger Reue. Der Ablass kann z. B. anlässlich des zweimal jährlich stattfindenden Segens "Urbi et orbi - Der Stadt und dem Erdkreis", gespendet vom Papst, von  j e d e m/j e d e r   Gläubigen(r) erworben werden und zwar unabhängig davon, ob das jemand bezahlen kann oder nicht und auch unabhängig davon ob jemand gesund, krank oder behindert ist. Die Menschen jener Zeit waren leider aufgrund ihres niedrigen Bildungsstandes leicht verführ- und beeinflussbar und deshalb hatten Ablasshändler wie Tetzel eine leichtes Spiel bei solchen Menschen wenn sie ihnen das Geld aus dem Kreuz leiern wollten!

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Weil das Betrug wäre, denn nur Gott bzw. Sein Sohn kann Sünden vergeben (Mk.2,7; Lk.7,48).

Dr. Martin Luther erkannte das und klagte das bei der Katholischen Kirche an.

Nun, das Kind ist ja schon krüppelig zur Welt gekommen. Ein Ablassbrief würde auch nichts nützen, auch nicht im Voraus hätte es was gebracht, Gott läßt sich nicht kaufen, auch die Seligkeit nicht. Geld ist eine Erfindung der Menschen. Die Mutter würde unnütz Geld rausschmeißen, was sie woanders dringender brauchen könnte!

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