Abiturient verweigert Lehrerin aus rel. Gründen Handschlag und sagt, er habe sie nicht beleidigen wollen, aber er darf es laut Religion nicht. Na und?

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18 Antworten

Ich sage dir als Muslim, dass ich von einer solchen Regelung, die sowieso nur in sehr konservativen Kreisen praktiziert wird, nichts halte. Allerdings macht es die Sache nur noch schlimmer, wenn man ein riesen Theater darum macht. Man kann einen Menschen nicht dazu zwingen, einem anderen die Hand zu reichen. Manche wollen es aus hygienischen Gründen evt. nicht, andere eben aus vermeintlichen religiösen Motiven. Das muss man dann eben so akzeptieren, auch wenn man es nicht gutheißt. Ein erzwungener Handschlag ist auch nicht mehr wert. Außerdem haben die Konservativen dann wieder einen Grund, sich in die Opferrolle zu stellen. Das sollte man in keinem Fall begünstigen.

Insofern: Leben und leben lassen. Denk dir deinen Teil, wenn ein beschränkter Konservativer dir mit sowas ankommt, meinetwegen sag ihm das auch in sachlicher Form ins Gesicht, dass du diese Denkweise unsinnig und intolerant findest. Aber damit muss es dann auch gut sein. Alles weitere verschlimmert den Sachverhalt nur.

LG

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Kommentar von PlueschTiger
14.07.2016, 01:13

meinetwegen sag ihm das auch in sachlicher Form ins Gesicht, dass du diese Denkweise unsinnig und intolerant findest.

Oder einfach das man es als Beleidigung empfindet, was es für einige ja auch ist.

Gerade ein sehr Konservativer und somit streng Gläubiger Muslim hätte doch aber generell ein Problem, denn der Koran verbietet doch so fern ich mich nicht irre, das beleidigen. Damit ist der verweigerte Handschlag doch gleichzeitig ein Bruch der Regeln, oder sehe ich das Falsch?

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Ich habe beobachtet, dass unsere Gesellschaft bestimmte Maßstäbe und Werte zu Gunsten einer Religion aufweicht und das ist nicht das Christentum.

Man stellte nicht die Schulspeisung um, damit ein paar jüdische Schüler mitessen können, sondern mutete diesen zu, sich einen Mittagsimbiss mitzubringen. Nun aber auf einmal wird Schweinefleisch verbannt?

Man kämpfte für die Freiheit und Gleichberechtigung der Frauen - aber verteidigt Kopftuch und Burqa?

Man will ein Klima erreichen, in dem Homosexuelle akzeptiert, anerkannt werden, nennt jeden, der was dagegen sagt, "homophob". Aber nicht die Anhänger einer bestimmten Religion (egal was sie über Homosexulität sagen) und wer das tut, wird "islamophob" genannt?

Nach dem 2. Weltkrieg haben wir uns doch geschworen, dass nie wieder "Juden ins Gas" gebrüllt werden soll. Aber nun haben es einige gemacht und weil es weder Deutsche noch Rechtsextremisten waren, gucken wir weg und zünden Kerzen nur dann an, wenn ein jüdischer Friedhof verwüstet und mit Hakenkreuzen beschmiert wurde?

Wenn ein Jude in Lichtenberg seine Kippa verstecken muss, finden wir es bedenklich, muss dieser seine Kippa in Kreuzberg verstecken, unterstellen wir ihm unbegründete Angst?

Kabarettisten und Komiker machen mutig Witze über eine Religion, in der man die andere Wange hinhält und fragen nach den religiösen Gefühlen derer, die schnell damit sind, zu sagen "Dafür müsste ich Sie umbringen"?

Es gab die Aktion "Hand in Hand gegen Rassismus", bei welcher ich mich wundere, wie es ablaufen soll, dass derjenige, dessen Ehefrau ein Kopftuch tragen muss, die Hand demjenigen Mann reicht, der immer etwas Lippenstift und Rouge trägt...

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Das letzte mal habe ich das dazu geschrieben:

Ich gebe niemanden die Hand, nicht mal Bekannten (teilweise auch Freunden nicht). Die bekommen eine Faust (also nicht als Schlag). Das liegt einfach daran, das ich mir nie sicher sein kann. Viele nehmen es mit der Hygiene nicht ernst, sogar saubere Schuhe sind eine Seltenheit.

Meiner Lehrerin habe ich damals die Hand gegeben (glaube einmal nach der 12-ten) aber heute würde ich es nicht tun. Dort wären aber selbst saubere Zähne eine Rarität.

Persönlich ist es mir auch egal, was die Leute tun. Es gibt andere Dinge, welche wichtiger sind.

Wenn das so weiter geht, dann werde ich absichtlich niemanden mehr die Hand geben. Am besten ein arabischer oder gar russicher Satz dahinter, um eine drauf zu legen. 

Wie kann man sich über so ein Thema nur so aufregen?

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Ist es nicht egal, was der Grund ist. Es ist im Prinzip doch ein Angebot und eine Ablehnung des Angebotes, Ein Vorgang der alltäglich vorkommt. Ob zwischen Menschen, zwischen Vertragspartnern oder wenn ein Mann um eine Frau wirbt ( oder umgedreht ), das alles sind Angebote und werden entweder angenommen oder abgelehnt. Man kann enttäuscht sein ja, aber es ist keine Beleidigung. Meine Tochter verweigerte auch einer Lehrerin den Handschlag zum Schulabschluss, die ihr diese reichte. Dies hatte einfach den Grund, das diese sie über Jahre mobbte,am Schluss so deutlich was für Sie zur Folge hatte,das die Lehrerin solange meine Tochter an der Schule war, dort nicht mehr unterrichtete. Als sie dann zum Abschluss anwesend war, meiner Tochter die Hand reichte,sag diese sie nur böse an und ignorierte es.Muss man kein Ding draus machen. Allerdings eine Lehrerin die aus dem Grund ein Elterngespräch abbricht, wäre für mich ein Grund darüber zu reden,ob Sie den richtigen Job ausübt.

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Kommentar von cerveza
19.07.2016, 23:29

Wenn jemand die Hand verweigert und das begruendet, zB aus religioesen Gruenden usw dann kann ich das verstehen, Auch wenn man von jmd gemobbt wurde, kann man die Hand verweigern. Ansonsten finde ich es aber total respektlos und assozial jmd einfach so die Hand zu verweigern. Das hat nichts mit einem Vertrag zu was fuer ein Schwachsinn. Derjenige der mir die Hand geben will, will mir schliesslich nichts verkaufen. Das ist nur einfach eine Sitte und Normalitaet des zwischenmenschlichen Miteinanders, was hat jmd dadurch verloren wenn er die Hand gibt. Ja es ist eine Beleidigung, weil ich dann denken wuerde, dass jmd etwas gegen micht haette. Kein Verstaendnis.

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Nein, das läuft unter dem Motto: "Die Christen haben sich gefälligst nach unseren Befindlichkeiten zu richten! Wenn ein Bikini meinen religiösen Blick beleidigt, dann sollen sie gefälligst einen Burkini anziehen!"

Viele Menschen betrachten ein Land als ihr Land, in dem Augenblick in dem sie es betreten ("ubi bene ibi patria")

Das geht den Menschen in Majorca mit deutschen, englischen und russischen Touristen ja auch so. :-)

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Bei uns hatte sich ein Muslim immer die Hände gewaschen, nach jedem Handschlag und allgemein in der Schule auch im Unterricht. Der hatte wohl einen Waschzwang, war aber allgemein schon psycho, was der machte. Hat sich aber auch niemand drüber aufgeregt, irgendwann kriegt man das gar nicht mehr mit. Ein Chinese hätte deiner Lehrerin vielleicht auch nicht die Hand gegeben, sondern sich verbeugt, hätte dann jemand einen Lauten gemacht?

Spätestens im Berufsalltag wird ihm das eh noch zum Verhängnis werden, vor allem, in einem sozialen Bereich.

Aber das ist dann nicht mehr euer Problem, jeder hat doch irgendwie eine Macke, die als respektlos gilt, ich z.b. gebe ehrlich zu, dass ich im Kreis meiner Familie die Gegend vollniese und bei niemandem 'Gesundheit' sage.

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Kommentar von Vorstellung
11.07.2016, 13:21

Ich habe schon mit einigen Chinesen zu tun gehabt und keiner von denen hat sich daneben benommen... auch wenn sie bei sich eine andere Kultur haben. 

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Kommentar von KaeteK
13.07.2016, 08:03

Beim Jobcenter muß er keinem die Hand reichen...

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Kommentar von PlueschTiger
14.07.2016, 01:17

Ein Chinese hätte deiner Lehrerin vielleicht auch nicht die Hand gegeben, sondern sich verbeugt, hätte dann jemand einen Lauten gemacht?

Stimmt wahrscheinlich, doch hat die Verbeugung ja den selben Stellenwert wie der Handschlag, wenn nicht sogar noch ein höheren.

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Wenn du nur darauf aus bist, dich zu beschweren, ist dies die falsche Adresse.

Wenn die moralvorstellungen von Muslimen nicht akzeptiert werden, wird ihnen m.E. -kein- Verständnis entgegengebracht. Das wäre der Fall, wenn Person x akzeptiert, dass Person y das nicht möchte. Wieso sollten Sie ihre Werte nur aufgrund gesellschaftlicher Konventionen verwerfen? Solange sie niemandem aktiven Schaden in irgendeiner Form zuwenden, ist das Ihr gutes Recht. Wenn ich zu etwas stehe, tue ich das universell. Das Glaubensleben ist nicht modular. Wenn er es nicht darf, darf er es nicht. 

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Kommentar von Vorstellung
11.07.2016, 12:12

Sorry...hab in meiner Ursprungsfrage das, worauf ich eigentlich hinauswollte, komplett vergessen. Wenn du meine Antwort unter Ticeones Kommentar liest, weißt du, was ich meine... und erkennst, dass ich hier nicht über Muslime herfallen will.

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Wenn jemand dich nicht berühren möchte, aus welchem Grund auch immer, musst du das akzeptieren.

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Hallo, ich bin Muslim, bete 5 mal am Tag usw, aber habe kein Problem damit Frauen die Hand zu geben. Ich respektiere aber die Meinung von denjenigen die es aus religioesen Gruenden ablehnen. Glaube es ist eine Sache des Verstaendnis. Diejenigen die es verbieten berufen sich auf einen Hadith wonach der Prophet sinngemaess gesagt hat, dass man eine fremde Frau nicht BERUEHREN soll. Was ist gemeint mit beruehren. Ist es woertlich gemeint zB die Hand geben oder ist es metaphorisch gemeint im Sinne von Geschlechtsverkehr. In der Bibel steht schliesslich auch nicht Geschlechtverkehr, da steht Adam erkannte Eva und nicht Adam hatte Geschlechtsverkehr mit Eva.

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Ich denke, ein erzwungener Handschlag ist dich auch nichts wert, von daher würde ich das tolerieren. Meinen Teil denke ich mir sowieso dabei, wenn jemand derart streng religiös ist.

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Ist doch eigentlich echt egal, man kann den Handschlag aus allen möglichen Gründen verweigern, da kann man doch keinen zu zwingen.

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Das ist ein Grundproblem des Islam:

DEN Islam gibt es nicht, obwohl gebetsmühlenartig das Gegenteil behauptet wird. Es existieren etwa acht verschiedene Rechtsschulen, die sich in manchen Fragen (wie dieser) diametral widersprechen.

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Diese Art von Religionsfreiheit steht hier wohl über der unantastbaren Würde des Menschen.

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....die Weltherrschaft "Der Dummen" könnte darauf beruhen, dass "die Klügeren nachgeben"

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Erstmal ist es auch mir nicht immer eine Freude jemandem die Hand zu geben auch als deutscher. Und wer will kann versuchen mich dazu zu zwingen. Und dann sahst du es doch selber. .. es ist teil ihrer Kultur und als aufgeklärtes Land als welches wir uns gerne bezeichnen sollten wir das auch respektieren. Wir wollen ja auch nicht dazu gezwungen werden gen Mekka zu beten nur weil wir mal zwei Wochen Urlaub in Istanbul machen...

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Kommentar von Vorstellung
11.07.2016, 12:09

Ja... mir geht es ja jetzt nicht darum, dass ich das nicht respektieren möchte...aber wenn Lehrer/Schulen/andere Leute dann auch dementsprechend unhöflich dem Muslim gegenüber sind, wird es gleich als Diskriminierung hingestellt und im blödesten Fall wird man angezeigt (eine Lehrerin zum Beispiel, die ein Elterngespräch abgebrochen hat, weil der Vater ihr die Hand nicht zur Begrüßung reichen wollte... sie hat das Gespräch dann abgebrochen und wurde wegen Fremdenfeindlichkeit/Diskriminierung angezeigt).

Wenn schon, dann gleiches Recht für beide Seiten bitte.

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der klügere gibt nach

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Kommentar von RonnyFunk
12.07.2016, 10:31

Wenn der Klügere immer nachgibt, dominieren ihn die Dummen.

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Na, mal wieder über einen regelmässigen Aufhänger der Medien gestolpert?

Nur mal so als Gedankenanstoß und ohne weitere Wertung: religiöse Regeln sind sicherlich keine Nichtigkeit.

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Kommentar von Vorstellung
11.07.2016, 12:10

Ähm...doch.

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Kommentar von Mark1616
12.07.2016, 01:11

religiöse Regeln sind sicherlich keine Nichtigkeit

Wie würdest du sonst eine Regel bezeichnen, deren Nichteinhaltung keinerlei Auswirkung auf die Realtität hat?

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Wir Muslime legen die Hand auf die Brust, verbeugen uns leicht nach vorne und somit  respektieren wir die Frauen.

Auf Kultur MUSS keiner verzichten aber das tun wir. Wir versuchen uns anzupassen. Aber auf unsere Religion koennen wir wirklich nicht verzichten.

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Kommentar von Agentpony
11.07.2016, 13:30


Aber auf unsere Religion koennen wir wirklich nicht verzichten.

Müsst ihr ja auch nicht. Alles, was ihr müsst, ist die abstrusen und anachronistischen Verse historisch einzuordnen.

Die Interaktion zwischen Mann und Frau, zwischen Familie und Freunden, die Zwänge der Lebenserhaltung etc. sind heute völlig anders, als zu der Zeit, wo der Koran autoriert wurde.

Insbesondere, da wir wissen, daß eine Sex-Negative Haltung heute mehr schadet als nützt.

Koran uminterpretieren geht nicht, sagst Du? Komisch, bei den kritischen Stellen im Koran wie dem Schwertvers oder bei Sklavereithemen fällt es irgendwie immer ganz einfach, zu behaupten, die gälten ja nur im historischen Kontext.

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Kommentar von PlueschTiger
14.07.2016, 01:37

Wir Muslime legen die Hand auf die Brust, verbeugen uns leicht nach vorne und somit  respektieren wir die Frauen.

Stellt sich jetzt die Frage warum er das nicht bei ihr gemacht hat, oder der Vater eines Schülers, bei der Lehrerin. Hätten beide die Erwähnte Geste gemacht, wäre wohl die Lehrerin Neugierig geworden und hätte gefragt was es bedeutet und das Missverständnis hätte sich erledigt.

Mal abgesehen davon, hat doch jeder Mensch ein Mund zum reden. Selbst wenn man die Hand ablehnt, kann man doch mündlich sein Respekt oder dank bekunden, was die Sache doch ebenso entschärfen könnte. Doch was stattdessen kommt ist immer nur die Rechtfertigung und irgendwelche Reden.

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