ABI: Französisch oder Latein?

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8 Antworten

Hallo,

ich bin selber zweisprachig aufgewachsen und kann deshalb fließend Portugiesisch sowie Deutsch. In der Schule lerne ich Latein, Französisch, Spanisch und natürlich Englisch.

Wenn ich mich zwischen Französisch und Latein entscheiden müsste, würde ich Latein nehmen, weil ich viele Sprachen lernen möchte. Wenn man Latein kann ist es sehr hilfreich, wenn man auch noch weitere Sprachen lernen möchte. Aus dem Lateinischen kann man sich viel ableiten.

Außerdem kann Latein auch bei deinem späteren Studium hilfreich sein, wenn du z. B Medizin oder eine Sprache studieren möchtest. Es ist aber nur sinnvoll und keine Vorrausetzung. Auch ohne Latein Kenntnisse kannst du alles studieren. Das Lateinische kann man an der Uni auch nachholen.

Es kommt ja auch auf deine Interessen an. Wenn du dich für Geschichte interessierst, würde ich auch eher zu Latein tendieren. Dort lernst du z. B viel über die Antike. Außerdem ist Latein auch für Mathebegabte zu empfehlen. Es ist logisch aufgebaut, wie in der Mathematik. Darum mag ich die Sprache auch

Weiterer Vorteil von Latein ist, dass du viel übersetzen und es nicht aktiv sprechen musst. Wenn du keine Probleme mit dem Übersetzen und so hast, dann nimm Latein.

Aber du solltest auch bedenken, dass Latein eine alte Sprache ist, die nicht mehr gesprochen wird. Mit Französisch lernst du eine neue Sprache, welche in ganz vielen Ländern gesprochen wird. Die Französische Sprache mag ich auch. Ich finde es eigentlich ziemlich leicht zu lernen. Es ist ja wie Englisch - eine neue Sprache. Wenn du gut in Englisch bist, dann würde dir Französisch bestimmt auch leicht fallen. Ein weiterer Vorteil für Französisch wäre, wenn du gerne in Frankreich Urlaub machst, oder Verwandte, Freunde etc. hast, die in Frankreich leben bzw. Französisch sprechen können.

Bei beiden Sprachen musst du Grammatik und Vokabeln etc. lernen. Ich finde beide sind machbar, wenn man am Ball bleibt und immer mitlernt.

Ich hoffe, meine Antwort half dir etwas. Letztendlich bleibt es deine eigene persönliche Entscheidung.

LG Jasmin

Das ist jetzt so pauschal etwas schwer zu sagen. Ich für meinen Teil, spreche Franzoesisch, hab es in der Schule gelernt, und ich liebe diese Sprache. Latein ist für mich dagegen eine "tote Sprache" - klar, dass Latinum ist ganz gut, wenn du z.B. Medizin studieren willst (kann man während des Studiums zwar auch nochmal fachbezogen nachholen, aber naja...), aber du wirst es sehr wahrscheinlich nicht mehr brauchen. Da ist Franzoesisch schon etwas vorteilhafter, es ist schließlich eine anwendbare Sprache. Was du schlussendlich wählst, bleibt natürlich dir überlassen. Du musst ja auch gucken, was dir evtl mehr Spaß macht bzw. was dir besser liegt.

trjjrnwa 06.02.2015, 23:55

vielen dank für den Tipp. Rechtswissenschaft (Jura)

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Hey, das musst du wissen. Ich habe alle drei Sprachen gelernt. Du musst wissen ob du gerne auf anderen Sprachen kommunizieren willst, dann ist französisch besser geeignet. Für mixh ist da ich nicht gerne rede Latein leichter gewesen. Wenn du aber jetzt schon weißt dass du was im Bereich Medizin machen willst dann könntest du dir da dein Latinum schneller abharken, aber das ist eigentlich ja egal, da du das ja auch nachmachen kannst oder evtl Latein dritte Fremdsprache. Viel Glück bei deiner Entscheidung

Hallo,

Ich lerne beide Sprachen neben Altgriechisch und Englisch.

Ich empfehle dir Französisch, wenn du eine lebendige Sprache auch sprechen lernen möchtest. Interessierst du dich eher für die Antike, so lege ich dir Latein ans Herz.


Ich erzähle dir mal, wie der Unterricht in etwa abläuft.

In Französisch ist es bei mir anfangs so gewesen, dass ich erstmal durch Texte in die Grammatik geführt wurde. Die Grammatik gingen wir dann durch. Und natürlich wurden Vokabeln aufgegeben. Wir lesen Texte und Sätze, um die Aussprache zu üben. Später arbeiteten wir auf Satzebene. Sprich: wir übersetzten deutsche Sätze ins Französische. Wenn wir die Grammatik lernten, so markierten wir immer die Besonderheiten. Vor etwa zwei Wochen schrieben wir unsere letzte Klassenarbeit in Französisch. Dort mussten wir deutsche Sätze ins Französische übersetzen und ein Resümee schreiben. Wir machen es nur von Deutsch nach Französisch, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen.

Nun zum Lateinunterricht. Es wird so beginnen, dass du die Kasus und den Indikativ Präsens kennen lernen wirst. Als ich vor fünf Jahren mit Latein anfing, wurden wir mit Sätzen in die lingua Latina eingeführt. Es ist so, dass du Lektionstexte und Übungen hast, mit denen du die Grammatik und die Vokabeln festigst. Mit Einführungssätzen wirst du in die Grammatik, die dich in dieser Lektion erwartet, eingeführt. Mit dem Lektion festigst du die Vokabeln. Meist erklärt einem der Lehrer die Grammatik, bevor es an den Lektionstext geht. Nach etwa vier Jahren bist du dann mit der Grammatik fertig und kommst zur Originallektüre. Bei mir war es so, dass wir die Grammatik nach drei Jahren durch hatten und uns mit sogenannter Übergangslektüre den Originaltexten näherten. Übergangslektüre beinhaltet Texte, die an das Original angelehnt ist. In der Mitte des achten Schuljahres übersetzten wir dann "De bello gallico" von Caesar. Außerdem wirst du auch Ovid lesen, wo dir der Hexameter, das elegische Distichon und Stilmittel - wo du schon einige aus Deutsch kennst - begegnen werden. Ich besuche momentan die zehnte Klasse und wir übersetzen gerade Cicero, bald Seneca. Die Klassenarbeiten bestehen in Latein aus einem Übersetzungsteil und einem Grammatik-, Interpretations- oder Realienkundeteil. Am Anfang wird es immer Grammatik sein, später dann auch Anderes. Wir hatten in den letzten Arbeiten u.A. das Leben des Morus, Metrik und Stilmittel, Entwicklung des Neulatein und die Defnition der Utopie. Ab Klasse 10 haben wir nur noch einen Übersetzungstext. Der Übersetzungstext wird am Anfang 1:1, später dann 2:1 und schließlich 3:1 gewertet.

In der lateinischen Sprache geht es vor allem um das Auswendiglernen. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass Latein ein Fleißfach ist - in den ersten Jahren stand ich 3 bis 4, jetzt stehe ich 2+. Mir allerdings macht Latein Spaß, Französisch aber auch. Im Französischen kommt es also sehr auf das Sprechen, Verstehen und Schreiben der Sprache an. In Latein wird es dir so gut wie nie passieren, dass du deutsche Sätze ins Lateinische übertragen musst.


So, so viel von mir dazu. Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Einblick vermitteln konnte - zu Latein hab ich mehr geschrieben, da ich dort vier Jahre mehr Erfahrung drin habe. Letztendlich kannst und musst du nun selber entscheiden, welche Sprache du lernen möchtest. Ich hoffe, dass ich es dir etwas erleichtert habe. Ich tendiere zu Latein, die Sprache ist wunderschön und ich kann sie wärmstens weiter empfehlen. Du musst halt nur auswendig lernen. Latein hilft zudem enorm beim Erlernen der eigenen Sprache - klingt seltsam, ist aber mein Ernst!

Nun noch zum Generellen. Ich lerne Latein und Altgriechisch, weil mein damaliger Wunsch war, Medizin zu studieren. Nun hat sich dieser Wunsch komplett geändert und ich möchte Mathematik und Chemie auf Lehramt studieren. Französisch lerne ich, weil ich die Sprache schön finde und ich einen Familienteil habe, der in Frankreich lebt. man sollte sich immer fragen:

  • gibt es Freunde / Verwandte, die mit dieser Sprache Erfahrung gemacht haben?
  • kannst du diese Sprache in deinem Berufsleben gebrauchen?
  • Wie stehst du zu dem Land, in dem man die Sprache spricht (oder sprach)?

Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte. Egal, was du wählst: Viel Spaß beim Erlernen der Sprache!

LG ShD

trjjrnwa 07.02.2015, 13:17

Ich bedanke mich aufrichtig bei dir, für deine super inhaltlich, erklärte Version deiner Erfahrungen mit beiden Sprachen. A+++

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DieChemikerin 07.02.2015, 13:18
@trjjrnwa

Bitte, das habe ich sehr gern getan! Ich wünsche dir bei deiner Wahl ein glückliches Händchen und ganz viel Erfolg beim Abitur! :)

LG ShD

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Also ich habe Latein gewählt und es sehr bereut. Zwar war ich sehr gut darin, aber aus heutiger Sicht hätte ich das ganze Potential lieber in eine Sprache gesteckt, die ich dann auch anwenden kann...

Der einzige Vorteil von Latein ist, dass man oft den Sinn bspw. von italienischen und spanischen, aber auch von französischen Texten zumindest erschließen kann. Ich denke auch, dass mit Latein das Lernen dieser Sprachen anschließend wohl leichter fallen wird. Aber nur mit Latein bspw. gesprochenes Spanisch/Italienisch/Französisch o.ä. verstehen, wird eher schwierig.

NoB0rders 06.02.2015, 23:50

Vom Schwierigkeitsgrad her würde ich jetzt mal behaupten, dass Latein in der Schule etwas einfacher ist, aber ich habe natürlich keinen direkten Vergleich.

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Von dem her, was ich von den Leuten aus meinem Abi-Jahrgang mitkriege würde ich dir klar von Latein abraten. Letztendlich musst du das trotzdem für dich selbst beschließen.

Was willst Du später beruflich machen? Das solltest Du bei Deiner Sprachwahl berücksichtigen.

trjjrnwa 06.02.2015, 23:47

Ich möchte jura studieren. ich weiß aber das Latein im jura nicht notwendig ist. daher meine frage. was wäre für mich einfacher zu lernen? als solches unter meinen beschriebenen Voraussetzungen?

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Sturmwolke 07.02.2015, 01:00
@trjjrnwa

Wenn Du Latein für Deinen Beruf nicht benötigst und auch kein besonderes Interesse daran hast, Ovid, Vergil, Horaz oder die Vulgata-Bibel im Original zu lesen, würde ich französisch wählen.


Viel Erfolg! ^^

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Hilft es dir, wenn ich den Satz "Latein ist eine tote Sprache" zitiere?

trjjrnwa 06.02.2015, 23:48

Danke für die Antwort aber das sagt mein latein Tutor ebenso

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trjjrnwa 06.02.2015, 23:48

Danke für die Antwort aber das sagt mein latein Tutor ebenso

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derlub 06.02.2015, 23:49

Na dann ist die Sache doch klar...

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