Abgezogene Urlaubstage trotz Krankenschein Firma hatte Betriebsferien. 5 Tage trotz Krankschreibung abgezogen. Muss ich das so akzeptiereren?

3 Antworten

Wegen Krankschreibung nicht genommende Urlaubstage müssen später gewährt werden oder geldmässig ausgezahlt werden, auch wenn die Zeit in die Betriebsferien fällt. Eine Lohnkürzung wegen Krankheit darf nicht vorgenommen werden. Wenn dein Arbeitgeber auf seinem Standpunkt beharrt, schalte einen Anwalt für Arbeitsrecht ein.

Nein musst du nicht. Der Urlaub dient der Erholung und wenn du krank bist, kannst du dich nicht erholen.

Du musst dir nur immer darüber in klaren sein das es folgen hat, wenn man sein Recht durch boxt

Den letzten Satz halte ich in diesem Fall für unnötig bzw. unsinnig, da es keine Folgen haben wird, wenn man sich deswegen mit der Abrechnungsstelle auseinandersetzt (siehe hierzu auch meinen Kommentar zur Antwort von @brennspiritus). 

Krankheit überlagert Urlaub - das ist ein ganz normaler betrieblicher Vorgang!

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@Nightstick

Das kann man so pauschal aber auch nicht sagen. Wenn du in einem kleinen Betrieb bist und die Abrechnungsstelle dein Chef ist dann kann das gleich für schlechte Stimmung im Unternehmen sorgen.
Vor allem bei Handwerklichen Betrieben oder in Betrieben bei denen allgemein jemand komisch beäugt wird, wenn man Krank ist. Das sind Fakten aus der Realität.

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@Bartstoppel1902

dann kann das gleich für schlechte Stimmung im Unternehmen sorgen.

Aber wenn ein "Chef" nach Gutsherrenart wie die alten preußischen Junker schaltet und waltet, wie er will, sich als der "Herr" über seine Arbeitnehmer fühlt und aufführt, dann sorgt das nicht für schlechte Stimmung?!?

Also jeden Sch... hinnehmen, zu jedem Unrecht buckeln, weil es vom "Chef" kommt und man nicht für "schlechte Stimmung sorgen" will, wenn man auf seinem Recht besteht oder nur darauf hinweist?!?!

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Nein, das darf er nicht, vorausgesetzt du hattest eine AU.

http://www.foerderland.de/itoffice/personal/betriebsferien/

... und der Arbeitgeber hat davon (nachweislich) Kenntnis erhalten!

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@brennspiritus

Das war mir klar, @brennspiritus, aber in diesem Fall muss man etwas weiter denken!

Gerade wenn Betriebsferien herrschen, kann es schließlich sein, dass auch eine AU-Bescheinigung nicht immer sofort ihren Weg findet...

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@Nightstick

"mehrere Wochen und in dieser Zeit" - da gehe ich von aus, dass die AU schon in der firma vorlag. Wenn dem nicht so ist, weiß der Fragesteller das sicher entsprechend zu kommentieren.

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@brennspiritus

Ich möchte nicht mit Dir über Einzelheiten diskutieren, die nur der Fragesteller weiß, aber es könnte sich immerhin um eine Folge-AU-Bescheinigung gehandelt haben, die irgendwo untergegangen ist.

Deshalb mein ursprünglicher Hinweis!

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@Nightstick

stimmt, die gibts ja auch noch. Dann muss eben rückwirkend korrigiert werden. Wenn pünktlich abgeschickt wird und niemand im Büro ist, dann ist das nicht Sache des Erkrankten.

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@brennspiritus

Dann müssen wir wohl doch weiter diskutieren... :))

Arbeitsrechtler sagen in diesem Fall: "Kommt darauf an...".

Allein die Behauptung, eine AU-Bescheinigung abgeschickt zu haben, kann den Arbeitnehmer leider nicht von allen Pflichten befreien. Deshalb hatte ich in Klammern "nachweislich" geschrieben.

Gesetzt den Fall, es war Beriebsurlaub, und der AN hätte dem AG eine Folge-AU zustellen wollen, hätte er grundsätzlich damit rechnen müssen, dass es damit Schwierigkeiten gibt. Gleichwohl würde (sollte der Fall vor dem Arbeitsgericht landen) der Richter auch dem Unternehmen ein Organisationsverschulden anlasten, da es dafür Sorge zu tragen gehabt hätte, die Postzustellung zu sichern.

Aber sei es drum: Hier stünde Aussage gegen Aussage.

Aus diesem Grund hätte ich in diesem Fall "mit Netz und doppeltem Boden" agiert: Ich hätte

1. angerufen (vielleicht wäre ein Notdienst da gewesen oder ein Anrufbeantworter aufgeschaltet)

2. eine E-Mail geschrieben und mich weiter krank gemeldet

3. die AU per Post geschickt

4. am ersten Arbeitstag nach den Betriebsferien im Lohnbüro nachgefragt, ob alles angekommen ist.

Fazit: In der heutigen Zeit kann man mit AU-Bescheinigungen nicht vorsichtig genug sein - zunehmend oft wird von den Unternehmen behauptet, keine AU-Bescheinigung erhalten zu haben.   

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@Nightstick

@ Nightstick:

... und der Arbeitgeber hat davon (nachweislich) Kenntnis erhalten!

Das ist nicht entscheidend!

Entscheidend für den Arbeitnehmer ist, dass er nachweislich dem Arbeitgeber die Bescheinigung hat zukommen lassen - ob der Arbeitgeber davon dann "Kenntnis" nimmt, ist nicht das Problem des Arbeitnehmers

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@Familiengerd

Das sehe ich anders - arbeitsrechtlich betrachtet steht hier "Aussage gegen Aussage", und deshalb bleibe ich bei meiner obigen Version!

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@Nightstick

Wenn der Arbeitnehmer z.B. mit einem Zeugen die AU in den Firmenbriefkasten einwirft, dann ist er seiner Verpflichtung nachgekommen.

Ob der Arbeitgeber jetzt davon "Kenntnis nimmt" oder sie ignoriert, ist nicht das Problem des Arbeitnehmers.

Von daher kommt es für den Arbeitnehmer überhaupt nicht darauf an, ob der Arbeitgeber die nachweislich rechtssicher zugestellt Bescheinigung auch "zur Kenntnis nimmt"!

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@Familiengerd

Ich habe in meinen Ausführungen nie davon geschrieben, dass der AG die AU-Bescheinigung "zur Kenntnis nehmen" muss. Hier verwechselst Du etwas, @Familiengerd!

Ich habe lediglich von einer nachweislichen Zustellung geschrieben.

Deine Version des Einwurfs unter Beiziehung eines Zeugen (mit Übergabeprotokoll usw.) in den Hausbriefkasten des Arbeitgebers wäre die ideale Form, aber schließlcih ja auch nicht überall möglich bzw. zu aufwändig - nämlich z.B. dann, wenn der AG weit entfernt residiert. Diesen Aufwand würde man eher bei der Zustellung einer Kündigung betreiben. Aber sei es drum... 

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@Nightstick

Ich habe lediglich von einer nachweislichen Zustellung geschrieben.

Wenn Du das gemeint hast, dann ist es ja in Ordnung - aber das stimmt nicht, denn die Antwort von brennspiritus:

Nein, das darf er nicht, vorausgesetzt du hattest eine AU.

hast Du kommentiert mit:

... und der Arbeitgeber hat davon (nachweislich) Kenntnis erhalten!

Und genau auf meinen Widerspruch dazu hast Du ja auch reagiert (wenn auch inzwischen wieder gelöscht).

Deine Version des Einwurfs unter Beiziehung eines Zeugen [usw.].

Das war ja auch nur ein Beispiel für eine rechtssichere ("nachweisliche") Zustellung.

Aber egal, denn ich denke, dass wir in dem, was wir meinen, nicht auseinander liegen! :-)

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@Familiengerd

O.K. - nichts für ungut :))

Die Hauptsache ist, dass der Fragesteller nun weiß, was er in Zukunft zu tun hat...

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