Abgabenquote von 73%?

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7 Antworten

Das ganze ist populistischer Unfug. Zwar ist die Berechnung AG-Brutto bis AN-Netto soweit korrekt, danach aber wird es abenteuerlich. So ist nicht erkennbar. wieso die auf (private) Ausgaben entfallende USt abgezogen wird, um ein fiktives "verwertbares" Einkommen zu definieren. Was bitte soll das sein? Dass jemand, der brutto mehr verdient, am Ende des Monats mehr Geld übrig hat, dürfte als Feststellung doch reichlich trivial sein. Gleiches gilt für dubiose Positionen wie "Geldmengenzunahme Euro", die hier aus nicht erkennbaren Gründen mit monatlich € 89,48 abgezogen wird. Was sich dahinter verbergen soll, weiß im besten Fall wohl nur der Autor - mit Inflation per se (in dem eigentlichen Sinn, dass ich für dieselbe Geldmenge weniger Warenwert erhalte) hat das nun jedenfalls rein gar nichts zu tun. Gleiches gilt für "Höhere Preise durch Unternehmensbesteuerung". Schon alleine daraus lässt sich erkennen, das der eigentliche Sinn dieses Machwerks die kalkulierte Horrormeldung ist. ->Geistiger Dünnpfiff.

Natürlich kann diese fiktive Berechnung nicht verallgemeinert werden. Diese Berechnung betrifft einen Arbeitnehmer mit Lohnsteuerklasse 1 ohne Kinderfreibeträge. Für diesen Fall treffen die Abzüge vom Brutto für LSt/Soli und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung in etwa zu (Pflegeversicherung ist für Kinderlose geringfügig höher, bei den meisten fällt auch noch Kirchensteuer an). Mit anderer Lohnsteuerklasse und Kinderfreibeträgen ergeben sich natürlich ganz andere Beträge.

Welche Gebühren und Abgaben dann noch im privaten Bereich anfallen, ist von Mensch und Mensch total verschieden. Das hängt davon ab, was man einkauft (USt) , ob man ein Auto hat, was für ein Auto man hat, wie man bei der Kfz-Versicherung eingestuft ist, wieviel man fährt, welche Versicherungen man sonst noch hat usw... Die Praxisgebühr gibt es nicht mehr, spielt aber bei dem angesetzten Betrag keine Rolle. Wie der Ersteller dieser fiktiven Berechnung zu seinen Werten kommt, bleibt weitgehend im Dunkeln. Daher haben die Werte allenfalls eine sehr begrenzte Aussagekraft.

Im Ergebnis kommt es darauf an, was jemand mit so einer Aufstellung aussagen möchte. Es wird deutlich, dass wir zusätzlich zu den Abzügen vom Lohn/Gehalt im Privatleben noch mit einer Reihe weiterer staatlicher Gebühren und Abgaben belastet sind, was einem nicht immer bewusst ist. Dadurch wird die Gesamtbelastung durch staatliche Abgaben sehr hoch. Für den Zweck, darauf aufmerksam zu machen, ist diese Aufstellung ganz brauchbar. Mit einer solchen Aufstellung wird natürlich auch gerne Populismus betrieben und für pauschale Aussagen ist sie weniger geeignet. Auch die Aussage, von einem Bruttogehalt von 2.000 € bleiben mir am Ende etwa 700 €, kann man so nicht treffen.

Die Darstellung ist Müll.

Wahr ist, dass bei einem Brutto von 2.000 Euro circa 700 Euro Steuern und Sozialversicherungen weggehen.

Durch die Arbeitgeberbeiträge ist der Arbeitnehmer nicht belastet, es ist also Blödsinn dies beim Arbeitnehmer als Belastung zu rechnen.

Die 1.300 Euro hat dann der Arbeitnehmer im Sack. Wenn er etwas einkauft, dann zahlt er auch Umsatzsteuer mit, aber diese dann als pauschale Mehrbelastung mitzunehmen ist auch Dummfug. Zudem höhere Preise dann noch zusätzlich als Belastung aufzuführen, beißt sich.

Was soll die Aufstellung besagen?

Als ich das las, dachte ich zunächst, es ginge um ein Steuersparmodell, aber die Aussage scheint sich nur auf die Belastung des Einzelnen zu beziehen.

Abgesehen von den Schätzungen halte ich das Ganze für realistisch. Ich halte es auch für durchaus zulässig, die Arbeitgeberanteile dem Arbeitnehmer zuzurechnen. Unser Bruttolohn ist keineswegs der Mindestbetrag, den wir erwirtschaften müssen, um einen Job zu haben. Ein Arbeitnehmer muß die gesamten Kosten, die er verursacht einspielen. Anderenfalls ist er seinen Job bald los, entweder, weil Cheffe rechnen kann, oder weil der Betrieb pleite geht.

Letztlich ist der verbleibende Anteil deutlich geringer. Sämtliche Abgaben und Steuern, abgesehen von Erbschafts- und Schenkungssteuern werden von der arbeitenden Bevölkerung aufgebracht. Auch Gewerbe- Körperschaftssteuer usw. werden nicht im Unternehmen erbrütet, sondern müssen verdient werden.

In einer Wohnungsmiete ist auch ein Mehrwertsteueranteil enthalten. Der wird zwar nicht ausgewiesen, aber die Mehrwertsteuer war Teil der Anschaffungskosten des Vermieters und ist somit Teil der Mietpreiskalkulation.

Darüber kann man sich ärgern (ich tue das auch regelmäßig), aber das ist nun mal so. Interessanteweise geht es uns immer noch besser als dem Rest der Welt.

Gruß

PS: 10 % BG ist natürlich Blödsinn

Was wollen die Leute dieses Pamphletes verkaufen?

Reales Brutto ist ja schon einmal wunderbar, also da kann man sich wundern. Die sogenannten Lohnnebenkosten sind willkürlich drauf gehauen. Auch ist der Anteil der Berufsgenossenschaft in einer Höhe die Astronomisch ist. Schon da sollte man nicht mehr weiter lesen.

Aber die Abzüge vom Brutto stimmen fast. Aber ich meine, dass derzeitig keine einzige Krankenkasse mehr einen Sonderbeitrag erhebt. Und selbst wenn, das war ein Kopfgeld und nicht % von der Bemessungsgrundlage.

Praxisgebühren zum Glück weg. Aber was haben die da überhaupt zu suchen. Wenn es um eine Steuern- und Abgabenlast geht? Wo ist dann die Abwassergebühr? Die wäre zwar auch unlogisch, aber wenigstens Konsequent.

Kfz-Steuer i.H.v. 360 Euro pro Jahr? Benziner kosten pro angefangene 100 ccm 2 Euro. 9,50 Euro auch je angefangene 100 ccm kostet die Steuer bei Diesel. Da privat meistens Benziner gefahren werden: 360 Euro/2 Euro= 180 * 100 ccm = 18.000 ccm. Was ist das für ein Wert? Wo käme der Durchschnitt her und wie käme das Ding auf die Straße?

Bei der Versicherungssteuer liegt vielleicht ein Fahranfänger.

GEZ und Mineralölsteuer? Will mich da zu den einzelnen Punkten und dem Realismus, der sich da versteckt gar nicht weiter ansehen.

Der Eindruck der durch dieses "Bild" verursacht wird, ist ja im Grunde noch viel perverser: Ich bekomme von meinem Gehalt alles abgezogen und dann muss ich alles noch bezahlen. Wovon soll ich denn jetzt noch leben? Denn wenn Du jetzt überlegst: Was gebe ich denn zur Zeit für Konsumausgaben aus. Dazu zählt ja auch der wöchentliche Familieneinkauf. Erst gehört man da in dem Beispiel mit einem "brutto" von 2.600 zu den gut verdienenden, verdient aber selber 1.800. Wie rechnet man da jetzt weiter?

Klingt für mich entweder nach einem Versicherungsvertreter oder jemanden der "politisch" interessiert ist.

Mit Realität nur eingeschränkt in Verbindung zu bringen.

Wo ist in der 73%- Rechnung die Gegenrechnung für den Arbeitgeber? Der hat nämlich durch die Personalkosten Betriebsausgaben generiert und spart damit Gewerbesteuer und - je nach Betriebsform- auch Körperschaft- oder Einkommensteuer.

Und sonst ist zu der Berechnung mit einem bekannten Politiker nur zu sagen: "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!"

Das Ganze ist ein derartiger populistischer Müll- wer das ernst nimmt, ist selber schud!

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