Ab wieviel Promille darf man kein Fahrrad fahren? Sind die Werte anders für Führerscheininhaber?

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9 Antworten

Besonderheiten für Radfahrer

Obige Übersicht gilt für Alkoholdelikte von Kraftfahrzeugführern. Da einige gesetzliche Bestimmungen sich ausdrücklich auf Kraftfahrzeugführer beschränken, gelten für Radfahrer andere Regeln:

  1. Alkoholgehalt im Blut ab 0,3 (bis unter 1,6) Promille:

A. nicht strafbar, wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen

B. strafbar nach § 316 StGB, wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen: - 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 1 Jahr) FAQ: Regelstrafen für Ersttäter; Anzahl Tagessätze, Dauer Sperrfrist usw.

C. strafbar nach § 315c StGB, wenn es alkoholbedingt zu einem Verkehrsunfall kommt oder ein anderer Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet wird: - 7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) - zivilrechtliche Haftung für den Unfallschaden, die private Haftpflicht kann unter Umständen eine Regulierung ablehnen (wegen grober Fahrlässigkeit).

Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist im Rahmen des Strafverfahrens nicht vorgesehen, ebensowenig ein Fahrverbot. Auch eine MPU ist nicht automatisch vorgesehen. Erst bei einem zweiten Alkoholverstoß (z.B. Fahrt mit 0,51 Promille als Kraftfahrer) würde eine MPU angeordnet. Wenn Tatsachen die Annahme von Alkoholabhängigkeit begründen, wird ein ärztliches Gutachten verlangt.

  1. Alkoholgehalt im Blut ab 1,6 Promille: in jedem Fall strafbar nach § 316 bzw. § 315c StGB: •7 Punkte im Verkehrszentralregister; Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 1 Jahr) FAQ: Regelstrafen für Ersttäter; Anzahl Tagessätze, Dauer Sperrfrist usw. •falls die Voraussetzungen von 1.C erfüllt sind, so treten auch die dort genannten Folgen ein •die Führerscheinstelle ordnet eine MPU an, um die Eignung als Kraftfahrzeugführer zu überprüfen; wird diese nicht bestanden, so wird die Fahrerlaubnis entzogen. Die MPU-Anordnung sollte zwar zeitnah aufgrund einer Mitteilung der Polizei/Staatsanwaltschaft an die Führerscheinbehörde erfolgen, oftmals wartet die Führerscheinstelle jedoch den rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens ab. Wird sie darüber nicht zeitnah informiert, so kann in Einzelfällen die MPU-Anordnung auch erst einige Jahre später kommen, wenn mindestens ein weiterer Punkt in Flensburg dazu führt, dass das KBA die Führerscheinstelle auf das Vorhandensein von 8 Punkten hinweist, damit die Maßnahmen nach § 4 (3) Nr. 1 StVG ergriffen werden können. Eine MPU-Anorndung ist noch siebeneinhalb Jahre nach der Alkoholfahrt mit dem Fahrrad rechtmäßig: OVG Lüneburg 12 ME 142/07 Beschluss vom 25.04.07

http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=63902

Leider sind viele Antworten falsch. Vor allem die Aussage, dass es beim Radeln wie beim Autofahren sei, stimmt nicht. Auch die 0,0 Promille sind falsch. 0,0 Promille ist falsch. Es gibt in Deutschland bei Fahrrädern keine solche Grenze (auch nicht bei Fahranfängern). 0,5 Promille ist - zumindest so pauschal - falsch. Diese Grenze, die sich aus § 24a StVG ergibt und nicht von einem Fahrfehler abhängt, gilt nach dem eindeutigen Wortlaut nur für KRAFTfahrzeuge. Den Begriff des "Verkehrsmittels" gibt es weder im StGB, noch in der StVG. Richtig ist, dass eine Straftat der Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) ab 0,3 Promille plus ALKOHOLBEDINGTEM Fahrfehler vorliegen kann (aber nicht "muss"). Hier spricht man ggf. von relativer Fahruntüchtigkeit. Bis zu 0,29 Promille BAK bist Du also jedenfalls straflos. Die absolute Fahruntüchtigkeitbeginnt bei 1,6 Promille. Hier macht sich der Betroffene also wegen § 316 StGB strafbar, ohne dass ihm der Beweis offen stünde, dass er ja noch "ft ist wie Eichel Ober"... Klar ist eins: Am besten sind 0,0 Promille. Aber das war eben nicht die Frage ;-)

Danke.

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Richtig

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14 Mai, 2009

Vatertag ohne Reue - Was viele nicht wissen: Auch für das Rad gilt eine Promillegrenze. Unterschätzen Sie auch den Restalkohol nicht. Es dauert unter Umständen bis zu 24 Stunden oder mehr, bis der Alkohol - bei sehr großer Trinkmenge - vollständig abgebaut ist.“

Traditionsgemäß sind die Fahrzeuge für den Vatertag häufig der Bollerwagen oder das Fahrrad. TÜV NORD Mobilität weist darauf hin, dass bei Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad Folgen für den Führerschein drohen.

„Viele unterschätzen die Gefahr des Alkohols am Lenker“, so Klaus Peter Kalendruschat vom Medizinisch-Psychologischen Institut von TÜV NORD. „Ab 1,6 Promille droht eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU, auch wenn Autofahrer mit dem Fahrrad unterwegs sind.“ In der warmen Jahreszeit, besonders aber an Tagen wie Vatertag oder Pfingsten wird oft auch das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zur feucht-fröhlichen Tour eingesetzt. Was viele nicht wissen: Auch für das Rad gilt eine Promillegrenze. Ab 1,6 Promille ist, aus juristischer Sicht, das sichere Führen des Fahrzeugs - auch ohne Gefährdung anderer - nicht mehr gegeben. Dieser Promille-Wert kann bei einer ausgiebigen Tour durchaus erreicht werden. Neben einer gerichtlich verhängten Geldstrafe können die Behörden dann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung anordnen. Diese MPU muss bestanden werden, sonst wird die Fahrerlaubnis entzogen, mit den entsprechenden negativen privaten und beruflichen Folgen. „Das gleiche gilt in verschärfter Form natürlich für das Fahren mit Auto oder Motorrad“, so der Fachmann für Verkehrssicherheit, „unter Alkoholeinfluss sind der Gleichgewichtssinn und das Reaktionsvermögen stark eingeschränkt.“ Bei Unfällen oder Fahrauffälligkeiten drohen bereits ab 0,3 Promille Konsequenzen. Die Fachleute empfehlen daher immer eine strikte Trennung von Trinken und Fahren - auch am Himmelfahrtstag. „Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder lassen Sie sich fahren“, so Kalendruschat, „unterschätzen Sie auch den Restalkohol nicht. Es dauert unter Umständen bis zu 24 Stunden oder mehr, bis der Alkohol - bei sehr großer Trinkmenge - vollständig abgebaut ist.“ Dann wird es ein Vatertag „ohne Reue“, zumindest aus verkehrsrechtlicher Sicht. www.tuev-nord.de

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