Ab welchem Alter verstehen Kinder Ironie?

8 Antworten

Studien dazu reichen weit auseinander: In manchen ist die Rede davon, dass sie Ironie schon im Kleinkindalter verstehen (dass etwa eine Geste nicht zur Aussage passt und sie dann lachen), andere gingen sogar bisweilen davon aus, dass erst Erwachsene ironiefähig seien. Ein Problem, was offenkundig die Forschung hat, ist vielleicht auch eines, das sich Eltern stellen sollten: Was ist Ironie? Wo hört sie auf, und wann beginnt etwa Sarkasmus? Oder ab wann wirkt etwas sogar wie eine Lüge für ein Kind? Ich denke, dass man einmal nach der Komplexität unterscheiden sollte: Wenn man zu einem Kind sagt "Schönes Wetter heute", obwohl es regnet, dann verstehen wohl die meisten Kinder, die der Sprache mächtig sind wohl zumindest, dass das so nicht gemeint war - aber nicht zwingend, was man eigentlich meinte. Pädagogisch sollten Sie sich also vielleicht fragen, was Sie ihrem Kind eigentlich sagen wollen und ob es, wenn Sie ironisch werden, etwas verstehen könnte, das Sie eigentlich nicht bezwecken. Ein zweijähriges Kind wäre bei "Schönes Wetter heute" vielleicht etwas unsicher über den Groll, denn es heraushört, und würde sich vielleicht zu fragen beginnen, ob es etwas für Ihre schlechte Laune kann. Ein zehnjähriges Kind würde sich das an dieser Stelle wahrscheinlich nicht fragen. Wenn Sie auf der anderen Seite sagen: "Also ich finde, dass die Frau X wieder einmal ein höchst vortreffliches Mahl zubereitet und mich dankenswerter Weise davon nehmen gelassen hat, sodass ich mich an diesem Wohlgenusse laben konnte", obwohl sie eigentlich nur ein recht gängiges Essen gekocht hat, das auch ihrem Kind vertraut ist, dann versteht ein Siebenjähriger kurzum nichts und mag sich bestenfalls fragen, warum sie so eigenartig reden. Für einen Sechzehnjährigen könnte es schon wieder amüsant sein. Wenn Sie versuchen mit zu bedenken, ob die Inhalte, über die sie in Anwesenheit eines Kindes reden, überhaupt für dieses in der entsprechenden Situation geeignet sind, dann vermeiden sie Risiken im Hinblick auf den Ironiegebrauch. Und wenn Sie versuchen so mit dem Kind zu sprechen, dass es auf keinen Fall unwirsch gekränkt wird oder das Gefühl bekommt, von Ihnen jegliche Anerkennung entzogen zu bekommen, dann brauchen Sie keine Angst zu haben, dass Ironie wie Sarkasmus oder Zynismus wirkt. Wird aus Ironie nicht Sarkasmus oder Zynismus, dann kann sie durchaus helfen, schwierige Beziehungsaspekte zur Sprache zu bringen und Krisen miteinander in gleichsam aufgelockerter WEise zu bewältigen. Dafür muss man aber auch selbstironisch sein können.

So pauschal kann man das nicht sagen. Es kommt drauf an, wie ironisch du bist. Bei Kindern soll die Ironie schon etwas "direkter verpackt" sein (z. B. mit einem extrem überzogenen Beispiel) und dann erkennen sie sie auch.

Aber konkret zu Ihrer Frage: Wenn Sie es nicht böse gemeint haben, sich aber Ihr Sohn ärgert, warum fragen Sie ihn nicht einfach, was ihn daran geärgert hat? Davon haben Sie wahrscheinlich mehr, als Ihnen die Ironieforschung, Psychologie und Pädagogik dazu sagen könnten - zumindest ist die Quelle zuverlässig.

Was möchtest Du wissen?