Ab welchem Alter kann man ein Kind zur Selbstreflexion motivieren?

9 Antworten

Das kommt immer auf die Lebenssituation an.

Wenn das Kind Geschwister hat (besonders bei älteren) oder oft mit anderen Kindern spielt, dann kann man damit früher anfangen, meist passiert es irgendwann von alleine. Kleine Hinweise sind natürlich immer ok.

So kann man z.B. statt nur zu schimpfen weil das Kind einem andern die Schaufel klaut auch sagen "wie würdest du es finden, wenn er dir deine Schaufel klaut?" so kann man antesten ob es das schon versteht oder nicht. Verständlicher wäre zu dem Kind zu gehen, die Schaufel zu nehmen und zu sagen: "ich nehme dir jetzt die Schaufel weg und gebe sie dir nicht wieder. Wie findest du das" auf das "doof" könntest du dann sagen, dass sich das andere Kind gerade auch doof gefühlt hat, weil die Schaufel weggenommen und nicht zurück gegeben wurde. Mit Handeln ist es gerade bei jungen Kindern einfacher als mit Worten.

Gut ist das alles nicht zu werten sondern eben sachlich zu besprechen.

Kinder die nur mit Erwachsenen zu tun haben, lernen das meist erst später, da alle auf sie Rücksicht nehmen und darüber reden, dass das Verhalten ja "so süß ist", anstatt es zu korrigieren.

Manche Kinder lernen es (zumindest gefühlt) nie, auch manche Erwachsene scheinen es nicht zu kennen. Andere können schon im Kindergartenalter ihr Verhalten reflektieren, wenn meist dann auch erst hinterher und noch nicht in der Situation. Viele brauchen dann zwar noch eine kleine Hilfe oder einen Hinweis, schaffen das weiterdenken dann aber schon alleine. Da reicht dann zum Teil die "wie würdest du das finden"-Frage schon.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber das ist so die von mir empfundene Sicht, wie es meist abläuft.

Gut ist es, wenn Erwachsene ihr Handeln vor dem Kind reflektieren, gerne auch durch lautes Denken. Das Kind hört zu, denkt mit, versteht zwar vielleicht nicht alles, aber sieht dass auf Aktionen auch Reaktionen oder Gefühle folgen können.

Negative Folgen hat es meiner Meinung nach nicht, außer dass du vielleicht deprimiert bist. "Luca, denk mal darüber nach, warum du dem Kevin seine Schaufel geklaut hast und ob das richtig war von dir!". Dann wird dich der Kleine womöglich nur mit großen Augen anschauen und deine Bitte ignorieren, weil sie noch nicht in sein Weltbild passt.

Schwierigkeiten sehe ich nur, wenn das Kind irgendwann deprimiert ist. Es merkt, dass man etwas von ihm erwartet, aber es kann dieser Erwartung nicht gerecht werden - das kann für Frust sorgen. Aber da müsstest du es schon arg übertreiben, denke ich.

Naja dazu motivieren, oder Ansätze geben ist ja denke ich okay, aber man sollte dem Kind nicht sagen was es zu tun oder zu denken hat.. Ich denke also, das sollte eher aus dem Kind selber kommen, als das man dem Kind erzählt, es solle so sein. Wenn man sein Kind zum Eigenständigen Denken erzieht, wird es auch von alleine Dinge hinterfragen, und wahrscheinlich auch sich selbst. Bzw. wenn man als Elternteil selber so lebt, wird sich das Kind auch schon etwas davon abgucken, und sich daran orientieren. Würde ich mal so denken.

Bzw. wenn man als Elternteil selber so lebt, wird sich das Kind auch schon etwas davon abgucken, und sich daran orientieren. Würde ich mal so denken.

Genau das ist immer wieder ein Irrglaube. Dem Vorleben wird mehr Macht beigemessen, als es hat. Es kann funktionieren, wenn der Empfänger empfangsbereit ist, aber es muss nicht funktionieren.

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