Ab welchem Alter kann man eigentlich Kinder erziehen?

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16 Antworten

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Familie, die ich durch meine Arbeit begleitet und beraten habe, war es ähnlich. Jede Grenzüberschreitung des Kindes, als es ein Jahr alt war, bedachten die Eltern mit einem Lachen und fanden es witzig. Auch wenn sich das Kind auf den Boden warf, wenn es seinen Willen nicht bekam, fanden die Eltern das „süß“ oder lachten. Und anschließend bekam das Kind seinen Willen. Das Kind hat den Eltern mit eineinhalb Jahren auf dem Kopf herumgetanzt, es hat alles bestimmt. Wenn die Eltern „Nein“ sagten, das Kind aber nicht auf das Nein hörte, lachten die Eltern nur darüber und ließen dem Kind seinen Willen. Mit zwei Jahren wurde es den Eltern langsam unangenehm. Das Kind hörte auch in der Öffentlichkeit nicht und blamierte die Eltern vor anderen. Wenn das Kind von der Tagesmutter abgeholt wurde, durch die Eltern, dann warf sich das Kind auf den Boden, weil es sich von den Eltern die Jacke nicht anziehen lassen wollte. Wenn die Eltern dann „Nein“ sagten, nahm dieses Kind das Nein der Eltern gar nicht mehr ernst und machte weiter mit dem Geschrei am Boden. Die Eltern meinten, dieses Verhalten liege am Kind. Sie wüssten wirklich nicht mehr, was sie mit ihrem Kind machen sollten. Jedoch liegt dies allein am Verhalten der Eltern. Das „Nein“ der Eltern war niemals konsequent gewesen. Auf schlechtes Verhalten hat das Kind sein bisheriges Leben lang positive Rückmeldung bekommen (Lachen der Eltern, es ist „süß“, es bekommt seinen Willen). Zudem wird das „Nein“ bzw wurde das „Nein“ niemals konsequent, kongruent und authentisch vorgetragen. Das Kind hällt das „Nein“ der Eltern nicht für glaubwürdig. Im bisheringen Leben des Kindes hatten die Eltern mit „Nein“ schon oft eine negative Konsequenz angedroht, diese ist jedoch nie erfolgt. das Kind kann die Eltern aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen einfach nicht mehr ernst nehmen. Das „Nein“ der Eltern während dieser Abholsituation war nicht kongruent und authentisch. Im Unterton schwang Machtlosigkeit / Hilflosigkeit und eine Angst mit „Wie reagiert mein Kind?“ „Hoffentlich hört es diesmal und es wird nicht wieder peinlich“ „Ich weiß jetzt eigentlich schon, dass mein Kind eh nicht hört“. Diese Angst und die Machtlosigkeit/ Hilflosigkeit spürt das Kind – und dieser Unterton sorgt dafür dass das Kind nicht auf die Anweisung hört. Hilflos blickten die Eltern zur Tagesmutter. Diese zögerte, ob sie eingreifen soll oder nicht. Denn ein Eingreifen ihrerseits in dieser Situation würde die Autorität der Eltern noch weiter unterbinden. Denn beim Kind kommt an: „Bei meiner Tagesmutter muss ich ein Nein respektieren – bei meinen Eltern nicht.“ Das Kind schaute auch seine Tagesmutter herausfordernd an. Es wusste, dass die Tagesmutter nicht eingriff, wenn die Eltern da waren. Um dem ganzen Spiel, das sonst wie gewöhnlich jeden Tag eine halbe Stunde dauerte, ein Ende zu bereiten sprach die Tagesmutter in ruhigen, klaren und kurzen Sätzen, authentisch und kongruent. Sie nannte den Vornamen des Kindes. „Nein! XY!“ Das Kind sah seine Tagesmutter verblüfft an und hörte sofort auf. „ XY. Steh jetzt auf. Ich möchte, dass du dir jetzt die Jacke anziehen lässt!“

Die Aussagen der Tagesmutter waren schon sehr gut. Wenn die Kinder sehr jung sind, sind klare und kurze Ansagen sind besonders wichtig. Ich-Botschaften sind Du-Botschaften vorzuziehen. Wenn das Kind älter wird, kann man auch erweitern. „Ich nehme wahr, dass du dich auf den Boden wirfst, weil du deine Jacke nicht anziehen willst. Das macht mich sehr traurig, weil ich dich so gern abholen wollte und mit dir Zeit verbringen wollte. Ich habe das Gefühl, du willst gar nicht mit nach Hause. Ich würde mich freuen, wenn du jetzt aufstehst und dich anziehst, damit wir nach Hause können und noch etwas Schönes machen können.“

Je jünger ein Kind ist, umso wichtiger ist Erziehung! Und umso erfolgreicher können die Ziele der Erziehung umgesetzt werden. Erziehung ist ein Lebenslanger Prozess. Außerdem geht man in der Pädagogik / Erziehungswissenschaft von der Intentionalität (=Erlebnisfähigkeit) des Kleinkindes aus. Kinder bekommen vom ersten Augenblick an mit, was um sie geschieht.

Ich zitiere „Aber es bringt irgendwie noch gar nichts. Ab welchem Alter verstehen Kinder was gut und schlecht ist und was sie nicht dürfen?“ Hier ist konsequentes kontinuierliches Handeln des Erziehers / der Eltern notwendig. Wenn ein Kind nicht (kontinuierlich und konsequent) erfährt, welche Konsequenzen auf sein Handeln folgen, dann kann sich auch kein Lernerfolg/ Erziehungserfolg einstellen. (Vgl. Lernen am Modell nach Bandura ; Operantes und Klassisches Konditionieren“

Wenn das Kind nicht erzogen wird, weil die Eltern meinen, dass Kind versteht die Erziehung noch nicht, dann ist es irgendwann zu spät, zum Erziehen. Gleich dem alten Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Außerdem ist es notwendig, dass der Erzieher / die Eltern, ihr Verhalten kongruent und authentisch (echt /stimmig) herüberbringen. Wenn das Kind schon Zweifel der Eltern in deren Ansage heraushört, dann haben die Eltern keine Chance, dass auf sie gehört wird. Die Eltern müssen sich und ihre Aussage ernst nehmen.

Noch etwas: Erzogen wird immer, ob das einem bewusst ist oder nicht. Auch eine Laissez faire Erziehung ist Erziehung – unabhängig davon, wie sinnvoll und erfolgreich diese ist. Eltern erziehen ihre Kinder immer, selbst dann, wenn sie meinen, dies nicht zu tun. Ignorieren des Verhaltens des Kindes ist auch Erziehung – auch wenn dies eher schlecht zu bewerten ist.

Ein Kind erzieht man vom ersten Lebenstag an.

Welche methode die Richtige ist, da scheiden sich die Geister. Wichtig ist,daß es dem Kindeswohl gerecht wird, es lernt und gefördert, aber nicht getrieben wird.

Ich halte es so, das ich meinen Kindern ein Vorbild gebe ( dessen mir ständig voll bewusst bin), und mir nunmal die Zeit nehme, alles genau zu erklären und mit Beispielen zu bestärken.

Ansonsten mag ich Dir die Zeitschrift ELTERN empfehlen, die ich selbst sehr gut finde.

Weitere Tipps findest Du auch über

http://papaKIND.com

LG Lexy

Es gibt so eine schöne Werbung, in der ein Kind an der Quängelware vorbeikommt und unbedingt möchte, dass die Mitter ihm das Objekt seiner Begierde (Spielzeug oder Süßigkeit) kauft. Das Kind wirft sich auf den Boden und schreit, weil die Mutter es nicht kauft. Daraufhin wirft sich die Mutter auf den Boden und schreit. Dem Kind ist das ganz schön peinlich und es steht schnell auf. Verhalten zu spiegeln, kann auch sinnvolles Erziehungsmittel sein.

Je jünger Kinder sind, desto sensibler sind sie für nonverbale Signale. Der Hauptteil ihrer Kommunikation findet auf nonverbaler Ebene, durch Mimik und Gestik, statt. Ein kleiner Teil nur besteht aus Lauten, die allmählich Worte bilden. Weiß man dies, kann es hilfreich sein, das konsequente „Nein“ auch mit nichtsprachlichen Botschaften (Mimik, Gestik) zu verbinden, z.B. ernst oder etwas böse gucken, während man das „Nein“ vorträgt.

Ratschlag im konkreten, oben beschriebenen Fall: Ein konsequentes, aber echtes und ernstgemeintes „Nein“. Vielleicht auch den Vornamen des Kindes Nennen: „XY, nein!“ oder „Nein, XY!“ Dabei auf die Betonung achten, kongruent und authentisch sein.Vielleicht sagen „Das tut mir weh! Aua! Nein!“ Die Hand des Kindes, mit der es kneift, wegschieben (Gestik). Und während des „Neins“ streng / ernst / etwas böse gucken (Mimik).

In meiner Praxis habe ich ein ähnliches Beispiel gehabt. Ich habe erlebt, wie bei einem Kind geholfen hat, dass die Eltern das Kind zurückgekniffen haben. (Aufzeigen von Konsequenz auf Verhalten. Negative Konsequenz auf Verhalten des Kindes. Dem Kind wird das eigene Verhalten gespiegelt. Das Kind merkt, sein Verhalten lösst Schmerzen aus und das ist gar nicht witzig. Konditionierungsprozess.) In diesem Beispiel war das Kind schon etwas älter. Als es jünger war, hatten die Eltern nur gelacht über das Kneifen. Jedoch rate ich davon ab zu kneifen, bzw. Gewalt anzuwenden. Ein echtes ernstgemeintes „Nein“ an richtiger Stelle, zum rechten Zeitpunkt, ist angebrachter und zu empfehlen!

Wie auch schon meine Vorredner sagten: Konsequentes Handeln, er weiss zwar nicht bewusst, was ihr von ihm verlangt, aber eine Verbindung stellt er schon her. Also: Entweder zurückkneifen ( aber bitte nur ganz leicht, aber schon so das er es merkt ) und zwar jedesmal wenn er euch kneift. Oder aber absetzen und vorher konsequent hindern. Oder eine Kombination von beiden. Wird zwar eine Weile dauern, aber irgendwann verbindet er die beiden Vorgänge und wird es lassen. Auf keinen Fall schlagen oder sehr weh tun, auch nicht seelisch. Wenn die Situation beendet, ihm wieder ZTuwendung geben. Er mss lernen, nicht ich als Person sondern nur meine Handlung ist nicht akzeptabel, aber lieb haben mich meine Eltern doch.

Kinder sollte man von Anfang an erziehen, man kann nicht plötzlich damit anfangen. Man vermittelt ihnen vom ersten Tag an, was man für richtig hält. Vieles davon ganz unbewusst. Ich bin mittlerweile schon Großmutter und kenne die kleinen Racker und ihre Mini-Attacken. Meine Tochter hat mir immer wie wild an den Haaren gezogen und auch gekniffen, da war sie auch noch kein Jahr alt. In dem Alter kann man mit guten Worten natürlich nichts anrichten, also hab ich mal zurückgekniffen. Es gab zwar erstmal erschrockene Tränchen, aber sie hat es verstanden. Sie hat zwar trotzdem noch gelegentlich gekniffen, aber wenn ich dann so tat, als wolle ich zurückkneifen, hörte sie sofort auf. Glücklicherweise begreifen Kinder aber dann doch schnell, was NEIN bedeutet.

wir haben unseren kleinen auch von anfangs an erzogen,klar ist er heute noch zickig un hört nicht immer,aber dafür ist es ja ein kind. allerdings sage ich immer nur 2 mal was zu ihm beim 3 mal darf er in sein zimmer gehen und dann erst wieder raus kommen wenn er es eingesehen hat. oder ich verbiete ihm das ds spielen das zieht bei ihm am meisten,ist für mich alles besser wie schlagen ( davon gibt es ja leider einige eltern ) wenn unserer die ganze woche über lieb war darf er sich zum wochenende meistens was aussuchen wo er gern mal hinmag,allerdings nur wen es finanzell möglich ist.

DIE FRAGE IST WIE REAGIERT IHR DARAUF VON DER MIMIK WEIL KINDER ACHTEN SEHR AUF DIE REAKTION AUCH WEN ER ERST EIN JAHR ALT IST!

Hallo Pfefferschote,

ich bin der Meinung, dass die Erziehung ab Babyalter schon gilt.

Desto früher, umso besser.

Durch Mimik, Gestik, Tonlage und richtige Wortwahl "Nein - z.B." kann man schon viel erreichen. Liebevoll konsequente Erziehung.....immer und immer wieder deine Handlung, Gestik, Mimik und Worte wiederholen, so haben die Kinder die Möglichkeit es zu verstehen und darauf zu reagieren.

Aber tu mir einen Gefallen und bleib am Ball. Viele machen den Fehler: heute hü und morgen hopp. Damit machst Du dir und den Kindern das Leben selber schwer und die Kinder werden durch Inkonsequenz verunsichert.

Viel Glück für Dich!!

So schlimm wie sich das jetzt anhört. Meistens hilft da eine "Schocktherapie". Zwick ihn (sanft) zurück. Dann merkt er das das weh tut und das man das nicht macht. Das war bei meinem kleinen Bruder früher genauso. Er hat durch diese Methode erst gemerkt, dass man das nicht macht. Anbei noch eine hilfreiche Seite: http://www.meinekindererziehung.de/

Babys und Kinder lernen am Vorbild. Das nennt man auch Erziehung. Das macht ihr sicher von anfang an. Kinder mit einem Jahr machen o.g. recht häufig und es ist kein Grund sich Sorgen zu machen. Konsequenz ist eine gute Möglichkeit, aber Werschätzung, Respekt und Liebe sind noch wichtiger. Sinnvoll ist es dem Kind anzubieten was es machen kann, denn so ist unser Gehirn ausgerichtet. Praktisch würde das in deinem Beispiel heißen: "Au, mir tut das weh." Oder eiem Kind, daß wegläuft, dem sollte man sagen"bitte bleib bei mir oder gib mir deine Hand" Wir neigen eher dazu zu sagen "nicht weglaufen" und unser Gehirn speichert dann "weglaufen". Das wirkt auch bei Erwachsenen so. Weißt du was ich meine? Ist nicht so ganz leicht es hier zuerklären.

Was gut bzw. nicht gut ist, fühlen Kinder schon ganz früh, sonst würden sie ihre Gefühle ja auch nicht ausdrücken können. Das kognitive Lernen beginnt mit etwa 3 Jahren

Erklären bringt nichts. Deutlich NEIN sagen, auch wenn er das noch nicht versteht und ihn hindern. Hand festhalten oder ihn absetzen. Daraus lernt er dann mit der Zeit. Nicht ungeduldig oder sauer, aber konsequent sein.

Als unser Sohn so klein war, hat er gern gebissen.Worte haben nicht geholfen. Als er mich dann wieder einmal in den Arm gebissen hatte, habe ich sofort seinen Arm genommen und auch rein gebissen, dass er gemerkt hat au das tut weh. Er war natürlich erschrocken und hat auch geweint, da hab ich ihm gesagt ja das hat auch der Mama weh getan und ihm nochmal meinen Arm gezeigt. Als er nach ein paar Tagen wieder beisen wollte, habe ich dann nur gesagt wehe ich beiße dich dann auch und er hat danach weder mich noch irrgend jemand anderen gebissen. Also genau dass gleiche mit ihm machen dass hilft bestimmt. Heute ist er selbst Vater und er hat dies auch schon mit seinen Kindern mit Erfolg gemacht.Es muß schon auch weh tun, damit sie es merken!! Viel Erfolg, denn Kinder brauchen auch Grenzen, dies ist sehr wichtig!!

Auf jeden Fall von Anfang an!!!!!!! Wenn ihr es bis jetzt noch nicht gemacht habt, dann wird es höchste Zeit: Es ist sprichwörtlich 5 vor 12 (falls es nicht schon kurz nach 12 ist!!!!!)

Ein Kind erzieht man vom ersten Tag seines Lebens .Wenn Ihr es bisher nicht getan habt, dann wird es aber höchste Eisenbahn.

Hier steht doch nun wirklich nirgendwo, daß nicht erzogen wurde.

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Hier steht doch nun wirklich nirgendwo, daß nicht erzogen wurde.

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