Ab welchem Alter Ehrenamtlich im Rettungsdienst?

6 Antworten

Ab 18 Jahren, einerseits wegen der medizinischen Qualifikation, zu der man mindestens 18 Jahre alt sein muss, andererseits wegen der Fahrerlaubnis, die natürlich auch im Rettungsdienst benötigt wird und mittlerweile ist allermeist sogar eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 (LKW bis 7,5 Tonnen) zum Fahren der Rettungswagen notwendig. Medizinisch ist nach den Rettungsdienstgesetzen aller Bundesländer, mit Ausnahme von Niedersachsen, mindestens die Ausbildung zum Rettungssanitäter (mindestens 520 Stunden) notwendig, um als zweite Person und Fahrer auf dem Rettungswagen zum Einsatz kommen zu dürfen, in Niedersachsen genügt aktuell zumindest gesetzlich noch der Rettungshelfer (320 Stunden), allerdings steht es den Hilfsorganisationen natürlich frei zu emtscheiden, ob sie Rettungshelfer einsetzen oder Rettungssanitäter. Beide Qualifikationen sind kostenpflichtig (Rettungshelfer circa 1.000 Euro, Rettungssanitäter circa 1.500 Euro) und für die erforderlichen Führerscheine (Klasse B und Klasse C1), muss man nochmal von circa nochmal 3.000 Euro insgesamt ausgehen, insgesamt also ein Ehrenamt, für das man "mal eben" 5.000 Euro investieren muss, bis man vollerwertig einsetzbar ist.

Ich nehme mal an, dass du mit Rettungsdienst insbesondere die Notfallrettung meinst. Ein weiter Bereich ist der qualifizierte Krankentransport, hierfür genügt als zweite Person und Fahrer der Rettungshelfer, in manchen Bundesländern muss es sogar nur eine "geeignete Person" sein und ein "normaler" Führerschein der Klasse B, da die Krankentransportwagen mit der zulässigen Gesamtmasse in aller Regel unter 3.500 Kg liegen. Ebenfalls zum Teil möglich ist das Mitfahren als dritte Person neben der Regelbesatzung, dann bedarf es theoretisch überhaupt keiner Fahrerlaubnis und zumindest rechtlich auch keiner medizinischen Qualifkaktion (wer jedoch nicht nur zusehen sondern auch am Patienten arbeiten möchte, braucht auch als dritte Person eine Qualifkation, welche, das entscheidet jedoch aufgrund fehlender gesetzlicher Regelung für Dritte die jeweilige Hilfsorganisation, zum Teil auch die Wachenleitung selber aber es gilt natürlich "umso höher der Qualifkationsgrad ist, umso mehr kann und darf man am Patienten machen"), das Mindestalter für "Mitfahrer" liegt wegen des Jugendarbeitsschutzgesetzes ebenfalls bei 18 Jahren.

Hallo Pauline, möchtest du im Rettungsdienst arbeiten, oder möchtest du Sanitätsdienste machen?

Sanitätsdienste bei einem Ortsverein einer Hilfsorganisation kannst du ab 16 Jahren machen. Dafür durchläufst du eine Ausbildung zum Sanitäter, geht so ca. 3-4 Wochen an Samstagen und mal nen Abend unter der Woche. Dafür musst du einfach nur zur örtlichen Hilfsorganisation (DRK, JUH, MHD, ASB...) gehen, wenn dort Übungsabend ist, und sagen "hallo hier bin ich".

Im Rettungsdienst ist das schon schwieriger. Es ist in Deutschland längst nicht mehr flächendeckend üblich, dass Leute rein ehrenamtlich Schichten im Rettungsdienst übernehmen. Das liegt einfach daran, dass man selbst mit den vorgeschriebenen 30 jährlichen Fortbildungsstunden nicht genug lernt, um einigermaßen auf dem Laufenden zu bleiben. Aber der Transportführer und der Patient verlassen sich darauf, dass der "2. Mann" weiß, welchem Algorithmus bzw. welcher SOP man folgt und welche Maßnahme als nächstes ansteht. Sprich: Du müsstest erstmal einen Rettungsdienst finden, der zulässt das jemand "nur von Zeit zu Zeit mal eine Schicht" macht.

Zudem ist allein schon aufgrund des Jugendarbeitsschutzgesetzes eine Tätigkeit im Rettungsdienst als Minderjährige quasi ausgeschlossen. Nebenbei ist normalerweise auch der geringer Quailifizierte der Fahrer des Rettungswagens... der hat in der Regel 4-5 Tonnen Gesamtgewicht, dafür reicht also nichtmal der Autoführerschein.

Dementsprechend müsstest du erstmal volljährig werden und eine rettungsdienstlich verwendbare Ausbildung machen (entweder auf eigene Kosten oder auf Kosten der Hilfsorganisation, bei der du schon seit vielen Jahren ehrenamtlich bist), bevor du ehrenamtlich im Rettungsdienst fahren könntest... wenn es dazu bei dir in der Gegend überhaupt eine Gelegenheit gibt.

Was bei uns aber durchaus (noch) praktiziert wird: Dass ehrenamtliche Helfer (Sanitäter) aus einem Ortsverein unserer Hilfsorganisation als Praktikanten auf den Rettungswagen mitfahren. Vielleicht wäre das ein gangbarer Weg für dich?

Hallo Pauline,

Whrenamtlich im Rettungsdienst zu arbeiten ist zwar prinzipiell möglich, bedarf aber einer Qualifikiation. Das ist in den meisten Bundesländern mindestens der Rettungshelfer (Krankentransport) bzw. der Rettungssanitäter (Notfallrettung). Der Erwerb dieser Qualifikationen ist unter 18 quasi so gut wie nicht machbar.

Ich empfehle dir erstmal in den Sanitätsdienst der HiOrgs (Malteser, Johanniter, Rotes Kreuz, ASB) reinzuschnuppern.

Woher ich das weiß:Beruf – Arbeite hauptberuflich im Rettungsdienst

Du benötigst auf alle Fälle mindestens die Ausbildung zum Sanitätshelfer. Die hat die Tochter meiner Freundin mit 16 J. gemacht. Allerdings bekam sie eine Sonderzulassung die Prüfung schon so früh ablegen zu dürfen. Sie hat davor bereits 4 Jahre das Jugendrotkreuz geleitet (wurde schon dafür früher als üblich zugelassen).

Finde deine Einstellung toll. Bleib dran und erkundige dich direkt beim Rettungsdienst, welches Alter/Schulungen du brauchst um einsteigen zu können. Ehrenamtliche Mitarbeiter braucht man dort dringend. Toi, toi, toi. :-)

Hallo, leider nicht ganz korrekt.

Der Sanitätshelfer ist eine Sanitätsfachausbildung einer Hilfsorganisation (hier: DRK). Bis auf den Freistaat Bayern - in dessen Rettungsdienstgesetz (leider) immer noch lediglich eine „geeignete Person“ (heißt mit Führerschein) als Fahrer in der Notfallrettung eingesetzt werden darf - gilt nunmehr in allen Ländern mindestens der Rettungshelfer (NRW/Hessen/Bund) als Mindestvoraussetzung im Rettungsdienst. Der RH und der RS setzen jedoch diverse Praktika voraus, die aufgrund des Jugendschutzgesetzes nicht von Minderjährigen absolviert werden können.

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Ich bin leider ebenso wie Erenenenen nicht ganz glücklich mit deiner Antwort.

Allein schon, weil ich außerhalb Bayerns keinen Rettungsdienst kenne, der regulär Ehrenamtliche im Rettungsdienst einsetzt. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, wie jemand Ehrenamtliches die nötigen Fortbildungsstunden und die nötige Routine zusammen bringen möchte, um diesen Beruf sinnvoll auszuüben. Geschweige denn vom LKW-Führerschein, die die geringer qualifizierte Person zwangsweise braucht, der aber in der "breiten Bevölkerung" nicht mehr so üblich ist.

Oder ist es möglich, dass dir einfach der Unterschied zwischen Sanitätsdienst/Bereitschaft/Katastrophenschutz (das klassische Feld der Ehrenamtlichen) und dem Rettungsdienst nicht bewusst ist?

2

Meist ab 18, kommt aber auf die jeweilige Organisation an.

Woher ich das weiß:Beruf – Fachkrankenpfleger Intensiv und Anästhesie

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