Ab was ist so eine Handlung Nötigung/Autobahn?

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7 Antworten

Hallo Mrartin,

der Fahrer des Jeep wäre schon sehr dumm, wenn er Dich anzeigen würde.

Im Falle einer Anzeige würde Dir allenfalls laut bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog folgender Bußgeldbescheid drohen:

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Tatbestandsnummer: 107100

Tatvorwurf: Sie wechselten den Fahrstreifen und gefährdeten +) dabei Andere.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 7 Abs. 5, § 49 StVO; § 24 StVG; 31 BKat

Verwarnungsgeld: 30,00 Euro

Punkte: Nein

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

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Mit Zahlung der 30,00 Euro hätte sich für Dich die Angelegenheit für Dich erledigt. Probezeitrelevante Maßnahmen hätte es nicht gegeben.

Der Straftatbestand der Nötigung setzt voraus, dass man Jemanden mit Absicht zu einer Handlung oder Unterlassung nötigt. Dieses kann man Dir nicht vorwerfen.

Soviel zu dem was Dich im schlimmsten Falle einer Anzeige erwarten würde.

Kommen wir zum anderen Fahrer.

Aus Schilderung des anderen Fahrers ergibt sich, dass er versuchen wollte Dich mit viel zu hoher Geschwindigkeit, verbotener Weise rechts überholen wollte und es dadurch fast zu einem Unfall gekommen ist. Zudem hätte er erkennen müssen, das Du aufgrund der Endung Deines Fahrstreifens auf den rechten Fahrstreifen wechseln musstest.

Mit seinem groben und rücksichtslosen Versuch Dich unzulässigerweise rechts zu überholen hat er Dich gefährdet.

Damit hat der den folgenden Straftatbestand erfüllt:

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§ 315c StGB - Gefährdung des Straßenverkehrs

(1) Wer im Straßenverkehr

1. ein Fahrzeug führt, obwohl er

a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder

b) infolge geistiger oder körperlicher Mängel

nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, oder

2. grob verkehrswidrig und rücksichtslos

a) die Vorfahrt nicht beachtet,

b) falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch fährt,

c) an Fußgängerüberwegen falsch fährt,

d) an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt,

e) an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält,

f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rückwärts oder entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dies versucht oder

g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1

1. die Gefahr fahrlässig verursacht oder

2. fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

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Das heißt, wenn er Dich anzeigt, zeigt er gleichzeitig sich selber an.

Neben der im § 315c angeführten Geld.- oder Freiheitsstrafe ist ihm noch zwingend gem. § 69 StGB die Fahrerlaubnis zu entziehen und er erhält eine Sperre von mindestens 6 Monaten bis zu fünf Jahren, in der er keine neue Fahrerlaubnis erwerben kann.

So gesehen, würde er ein Eigentor schießen, wenn er Dich anzeigen würde.

Die Folgen für Dich wären lächerlich, die 30 Euro Verwarnungsgeld kann man mit einem Lächeln zahlen, wenn man weiß, dass der andere Fahrer mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen muss und dass ihm zwingend die Fahrerlaubnis für mindestens 6 Monate zu entziehen ist.

Schöne Grüße
TheGrow

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Kommentar von Mrartin
10.07.2016, 17:18

The Grow vielen Dank für die Antwort, endlich eine ausführliche Antwort, wenn ich könnte würde ich ihnen 100 Daumen nach oben geben! Eine Frage hätte ich noch und zwar hat mir das ein Freund geschickt 

Ob ein verkehrswidriges Verhalten eine Nötigung darstellt, hängt entscheidend davon ab, ob das Verhalten, welches einem anderen Teilnehmer aufgezwungen werden soll, sich als Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel darstellt. So ist das Ausbremsen nach der Rechtsprechung als Gewalteinwirkung anzusehen. Wer einen nachfolgenden Fahrzeugführer durch grundloses Bremsen oder durch einen überraschenden Fahrbahnwechsel zum Bremsen zwingt, bereitet ein physisches Hindernis und Gewalt! 

Trifft es bei mir zu ?

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Niemand war dabei, also kann auch Niemand die Situation beurteilen.

Wie weit war der Jeep von dir weg, als er gehup hat? Dazu schreibst du leider nichts.

Der Umstand, dass der Jeep vor deinem Spurwechsel 'weiter weg' war, und dass du Gas gegeben hast (wieviel?), sagt nichts darüber aus, wie schnell er sich dir genähert hat.

Du machst leider sehr lückenhafte Angaben. Vermutlich hast du die Geschwindiglkeit des Jeep unterschätzt und bist ihm irgendwie in die Quere gekommen. Das wäre dann nicht ok gewesen.

Ob der Fahrer aber wegen einer solchen Lapalie (zumindest stellt es sich deiner Schilderung nach so dar) Anzeige erstattet, wage ich zu bezweifeln.

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Kommentar von Mrartin
10.07.2016, 15:56

Ich bin 100 gefahren also habe ich auf 105 beschleunigt, der Kerl war ein gutes Stückchen weg, ein klein wagen hätte rein gepasst!

So wie er es mir gesgat hat meinte er es ernst! 

Ist soeas Nötigung ?

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Kommentar von kabbes69
10.07.2016, 16:00

Verstehe ich jetzt die Frage falsch? So wie ich das lese, hätte der Jeep versucht auf der Autobahn rechts zu überholen. 

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Ich weiß wirklich nicht was ich falsch gemacht habe,

Tatsächlich nicht? Wenn du erst Gas geben musst, um noch rechtzeitig vor dem die rechte Spur bereits befahrenden Jeep den Fahrstreifen wechseln zu können, hast du ihn trotz leichter Beschleunigung eindeutig ausgebremst. Das können 5 Zeugen bestätigen.

Du hättest besser bremsen und hinter ihm die Fahrstreifen gefahrlos wechseln sollen.

Ob hier die Straftat einer Nötigung vorläge, käme auf die Beweiswürdigung der Zeugenaussagen durch das Gericht an, wonach dass unstreitig fragliche Fahrverhalten als Gewalt empfunden wurde.

Die Schwelle zur strafbaren Nötigung wäre nämlich erst dann überschritten, wenn sich das aggressive Fahrverhalten so intensiv auf den anderen Verkehrsteilnehmer und seine Passagiere ausgewirkt hat, dass bei diesem/n eine körperlich erkennbare Angstreaktion auftritt.

Ich wette allerdings eine Flasche Faßbrause, dass es zu einer derartigen Anzeige des Jeep-Fahrers garnicht erst kommt.

G imager761



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Kommentar von Mrartin
10.07.2016, 17:09

Die haben alle 5 rein geguckt, ich habe auch in Rückspiegel gesehen wie die Hintern 3 sich nach vorne gebeugt haben, mir kam es so vor als würden Sie ihre Drohung ernst meinen 

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Da spielen so viele Dinge eine Rolle.

Wenn du angenommen 120 auf dem Tacho hattest und der Typ ballert mit 200 heran dann relativieren sich Distanzen sehr schnell. Beim absichern nach hinten kann man das schnell mal unterschätzen.

Ich fahre selbst gerne mit hohen Geschwindigkeiten, allerdings achte ich auf die rechte Spur. Wenn da ein Auto nem LKW am Arsch klebt is die Wahrscheinlichkeit nun mal hoch das er gleich die Blinker setzt.

Weißt du zufällig noch welche Geschwindigkeit erlaubt war? Wenn er sich weit über dem Tempolimit genähert hat siehts da für ihn nicht mehr so einfach aus

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Kommentar von ronnyarmin
10.07.2016, 16:18

Er hat in einem seiner Kommentare geschrieben, dass er 105km/h fuhr und mit dem Abstand eines Kleinwagens vor dem Jeep eingeschert ist.

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Kommentar von Mrartin
10.07.2016, 16:20

100 war erlaubt 

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Kommentar von Yayyyforthewin
10.07.2016, 16:37

habs auch gerade gesehen...naja das dann dumm xD

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Keine Angst, man braucht sich in der Regel nicht darauf einstellen, rechts überholt zu werden. Sollte er Dich anzeigen, müsste er seinerseits mit einem Bußgeldverfahren rechnen.

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Wenn die Autobahn endet besteht grundsätzlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung, vermutlich 80 km/h. Blinker setzen und im Reißverschlussverfahren die Fahrbahn wechseln ist ein völlig korrektes Verhalten. Hier hat der Jeep Fahrer schlechte Karten.

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Würde mal sagen, es steht Aussage gegen Aussage, da dein Vater und Bruder nicht gegen dich Aussagen werden, glaube also nicht, dass da überhaupt was passiert.

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Kommentar von ronnyarmin
10.07.2016, 15:44

Der Vater und der Bruder können den rückwärtigen Verkehr nicht beobachten, also können die gar nichts über die Situation aussagen.

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Kommentar von Mrartin
10.07.2016, 15:45

Ein Freund wurde angezeigt weil er eine Radfahrerin überholt hat dabei ist er zu nah gekommen, er war mit seiner Freundin 2 Wochen später bekamen er Post von der Polizei wegen der Radfahrerin, er hat sich auch gedacht aussage gegen aussage, am Ende zahlte er hohe Geld Strafe, weil die Polizei den Opfer mehr glaubt, also Aussage gegen aussage stimmt nicht 

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Kommentar von butterflyy321
10.07.2016, 16:08

Wär ja noch lustiger wenn da jeder daher gelaufene irgendwas erzählen kann, was anscheinend war.

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