Ab wann wird es bei Demenzkranken brenzlig?

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5 Antworten

Hallo Bauzer 04,

ich kann Deine Besorgnis gut verstehen. Um für Dich selbst Klarheit gewinnen zu können, solltst Du zunächst einmal den Begriff "Brenzlig" definieren. Für mich ist dieser Zustand erreicht, wenn ein Mensch mit Demenz aufgrund seiner Krankheit nicht mehr entscheiden kann, ab wann für ihn durch sein Verhalten weitere gesundheitliche Gefährdungen auftreten. So ist es natürlich bedenklich, wenn Deine Mutter abgelaufene Lebensmittel nicht nur im Kühlschrank aufbewahrt, sondern sie auch noch isst. Hier wurde schon eine sehr wichtige Antwort gegeben: Du solltest beim Amtsgericht eine Betreuung beantragen. Betreuer kann ein Verwandter sein oder auch ein sogenannter gesetzlicher Betreuer, dessen Beruf es ist, über die Angelegenheiten seiner "Betreuten" zu entscheiden und der dafür Geld bekommt. Meiner Erfahrung nach (war 6 Jahre lang als Altenpflegerin in einem Spezialheim, wo nur Demenzkranke leben), ist ein Verwandter als Betreuer besser geeignet, weil er den Betreuten besser kennt und auch besser in der Lage ist, dessen Wünsche nachzuvollziehen, denn es ist nicht Sinn der Sache, dem Betreuten einen fremden Willen aufzuzwingen. Versetz Dich mal in die Lage Deiner Mutter, sie ist eine Frau mit sehr viel Lebenserfahrung, auch wenn sie jetzt krank ist. Vermutlich war sie schon immer eine Frau mit starkem Willen, die viele Entscheidungen selbständig treffen musste - das wird sich durch die Krankheit eher noch verstärken, und so wie Du die Lage beschreibst, zeigt sie keine Krankheitseinsicht. Dass Deine Mutter nicht mehr duschen mag, sehe ich als nicht problematisch an - wenn sie sich anderweitig wäscht, die Toilette benutzt und so weiter. Sollte es soweit kommen, dass sie zu verwahrlosen droht - das müsste die Diakonie ja feststellen - kann der Arzt eine Krankenhauseinweisung vornehmen (gerontopsychiatrische Station), und dann könnte der Betreuer z.B. zunächst einmal Kurzzeitpflege in einem guten Heim, möglichst mit Spezialwohngruppe für Demenz, verfügen. Da wird man dann sehen, ob Deine Mutter sich dort wohl fühlt und eventuell ein Daueraufenthalt draus wird. Sie sollte auf jeden FAll die Möglichkeit haben, vertraute Dinge aus der Wohnung mitzunehmen (Möbel, Geschirr, Bilder...), auch wenn die Dinge vielleicht nicht mehr "schön" aussehen - es sind die Sachen, für die Deine Mutter vielleicht lange sparen musste und die sie selbst ausgesucht hat. Allgemein sollte man mit Demenzkranken liebevoll umgehen und so lange verschiedene formen der Hilfe probieren, bis man das gefunden hat, was der Betroffene auch annehmen kann. Alle Menschen mit Demenz sind keine hilflosen Kinder, sondern erwachsene Persönlichkeiten. Sie in ihrer Persönlichkeit zu achten, ist das A und O. Ich würde an Deiner Stelle also mich 1. um den Betreuer kümmern und 2. mit der Diakonie feste Zeiten (zum Telefonieren) vereinbaren, um Auskunft über den Zustand Deiner Mutter zu erhalten. Ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute, um die Krise zu überstehen!

Ich glaube, die Antwort auf diese Frage ist zu wichtig um sie im Internet zu suchen. Du solltest bei der Diakonie nachfragen. Generell bin ich allerdings der Meinung, dass ab einem gewissen Grad von Demenz eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung (Altersheim) unumgänglich ist.

zusammen ziehen geht nicht. Ins Heim will sie pertu nicht, sie meint dann immer zu mir, sie würde nur als....aus der Wohnung heraus transportiert werden. Wie kann man als alter Mensch zu stur sein, obwohl es schon etliche Hilfen gibt. Mit der Diakonie hab ich auch schon gesprochen, aber die lässt sich einfach nicht helfen. Duschen tut sie ja auch schon fast gar nicht mehr, wenn überhaupt noch.

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@Bauzer04

das ist schwierig, zumal sich mit demenzkranken schwer diskutieren lässt. Der Tipp "rede mit ihr" ist dann wohl auch etwas fehl am platz.

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Beim Amtsgericht eine Betreuung beantragen. Wenn du nicht selbst Betreuer werden willst jemanden vertrauenswürdigen vorschlagen.

ach ja der Arzt meinte, er könne da auch nicht viel weiterhelfen, weil sie noch ihren eigenen Willen hat. Pflegedienst kommt 2x täglich zur Medivergabe, mehr will sie nicht.

sie wohnt alleine? das finde ich schon brenzlig. gibt es keine möglichkeit, daß sie zu euch zieht oder eine andere lösung damit sie nicht alleine lebt

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