Ab wann wird Bildung unethisch?

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6 Antworten

Erstmal zur Bildung: Du redest ja von einem jungen Menschen, also gehe ich jetzt einfach mal lediglich von Schule & Studium aus.

Die Kosten, die für die Schule anfallen sind verschwindend gering. Die Ressourcen Zeit und Geld kann jeder Mensch für sich selbst einteilen und da hier eine Chancengleichheit vorherrscht, d.h. dass jeder max. gleich viel investieren könnte, kann man überhaupt nicht von etwas "unethischem" sprechen, wenn jemand in der Schule gut ist bzw. viel in die Schule investiert. (Kann ich auf Nachfrage auch gern nochmal genauer ausführen)

Für das Studium gilt im Grunde genommen das Gleiche, allerdings haben es hier vermutlich Kinder von reichen Eltern leichter. Damit diese Chancendifferenz eingegrenzt werden kann, gibt es das Bafög. Im Studium muss man eh viel Zeit und Energie aufbringen, wer das nicht macht ist entweder ein Genie (selten der Fall) oder faul und bringt das Studium nicht zu Ende (oft der Fall).

Die Ausbildung habe ich mal außen vorgelassen, da junge Menschen, die "überdurchschnittlich" viel investieren, oft auch die Ambition besitzen, zu Studieren. Andere Bildungsmaßnahmen könnten höchstens als unethisch bezeichnet werden, wenn sie so angeboten werden, dass nur exklusive Gruppen (finanziell, diskriminierend etc.,) daran teilnehmen können.

Aber Ethik ist immer etwas Subjektives. Wenn man als normaler Mensch alles daran setzt sich Wissen anzueignen, kann das ja mit besten Willen nicht verwerflich sein oder? Die Konsequenz daraus dass sowas verwerflich sei, wäre ja, es gesellschaftlich allen zu verbieten sich viel zu bilden. Bitte mal dir das mal zu Ende aus...

Ich rätsel gerade auch darüber, was deine Motivation für die Frage war? Wollen deine Eltern, dass du neben der Schule noch was für deine Zukunft machst? Hast du selbst ein Kind, das aus dem Grund der ethischen Verwerflichkeit von Bildung nur chillt? Denkst du random über sowas nach und kommst da wirklich nicht alleine auf eine Lösung?

Zum Schluss: Macht und Geld ist auch nicht verwerflich. Der Umgang damit und wie man daran kommt hingegen kann "unethisch" sein, das ist allerdings ein ganz anderes Thema.

Hoffe ich konnte weiterhelfen

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Kommentar von NewKemroy
10.09.2016, 17:43

Ja, vielen Dank. - Wie würdest Du es bewerten, dass einige wenige Eltern ihr vierjähriges Kind zusätzlich noch Chinesisch lernen lassen?

Ich denke einfach es gibt Grenzen. Die Frage ist nur wo? Wenn z.B. Eltern aus ihren Kindern Soziopathen machen, also Menschen mit einer ausgeprägten antisozialen Persönlichkeitsstörung, dann gibt mir das schon zu denken und so komme ich auf solche Fragen.

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Ich finde, der "Wucher" beginnt dann, wenn deine Ziele (die du mit der Bildung erreichen willst) außerhalb deiner eigenen Person liegen.. Geld, Macht, Arbeit, usw sind solche "außerhalb liegenden Ziele" ... spätestens aber dann, wenn die Energie und die Zeit, die man investiert, dich körperlich und geistig überfordern, dann ist der "Wucher" auf jeden Fall erreicht.


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Kommentar von gm125
10.09.2016, 17:33

Hast du deinen Gedankengang mal zu Ende gedacht? Wenn Geld ein außerhalb meiner Person liegendes Ziel ist, was ist dann noch "innerhalb"? Meiner Meinung nach bleibt da nichts übrig, da Geld der Schlüssel zu allem ist. (z.B. auch Familie, wie zieht man ohne Geld Kinder groß?)

Und zu deinem zweiten Teil: Überforderung kann man mit Training entgegenwirken (bezogen auf die geistige). Körperliche Überforderung durch viel Zeitaufwand im Bildungsbereich kann ich mir gerade schwer vorstellen.

MfG

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Kommentar von NewKemroy
10.09.2016, 18:27

Auf jedenfall wird die Grenze durch die Ziele definiert. Zu dumm nur, dass man sich am Anfang seines Bildungsweges darüber nur wenig vernünftige Gedanken machen kann.

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Ob es beim Erwerb von Bildung immer und jedem darum geht, später mehr Macht und Geld als andere zu besitzen, wage ich zu bezweifeln. In diesem Zusammenhang kann ich dir die Frage nach Ethik und Wucher nicht beantworten.

Da finde ich folgende Aussage zutreffender:

"Wenn Sie meinen, Bildung sei teuer- was glauben Sie, kostet Dummheit?"

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Kommentar von NewKemroy
10.09.2016, 17:35

Wenn Kosten und Nutzen etwa gleich groß und vor allem untrennbar
vereint oder gekoppelt wären, z.B. in einer Einheit wie einer Großfamilie, dann ist das sicher super.

Aber denken wir mal an Spanien, wo gut ausgebildete Leute nun in Scharen das Land verlassen. Da zahlen die Zurückgebliebenen einen hohen Preis, obwohl sie in Bildung investiert hatten.

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Es gibt keinen.

Man kann nicht zu gebildet sein, zu glücklich oder zu viel Geld haben.

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Kommentar von gm125
10.09.2016, 18:10

Prinzipiell schon, aber es gibt auch psychisch kranke Menschen die dabei übertreiben

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Solange Bildung umsost bleibt ist da nichts verwerfliches dran. Leider haben  einige Elite Unis den Nutzen ihrer Kontakte und Möglichkeiten zum Vorteil ausgespielt und machen damit Geld an den Schülern (deren Eltern). Da fängt bei mir die Ungerechtigkeit an und die Tatsache, dass ebend nicht jeder schaffen kann was er möchte.

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Kommentar von NewKemroy
10.09.2016, 17:17

Aber hieße das nicht jemand anderes bezahlt für das Saatgut, den Dünger und die Nutzung landwirtschaftlicher Maschinen (Maschinenpark), aber das was hinterher geerntet wird, bzw. der Erlös hieraus, bleibt Eigentum des Bauern?

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ethik, moral, skrupel, gesetzestreue und so dinge, sind total hinderlich, wenn man richtig erfolgreich sein will

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