Ab wann spricht man von Leben?

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7 Antworten

Der angesehene Biochemiker Daniel E. Koshland hat in einem Essay die "sieben Säulen" des Lebens definiert. Der Artikel erschien am 21. März 2002 in dem Wissenschaftsmagazin Science. Die erste Säule des Lebens ist das Programm. Es enthält einen Plan, der die "Zutaten" und die Wechselwirkungen der "Zutaten" beschreibt, mit dessen Hilfe das lebende System überdauert. Auf der Erde ist dieses Prinzip in Form des Erbguts realisiert. Improvisation heißt die zweite Säule. Es ist die Fähigkeit eines lebenden Systems, sein Programm zu ändern, um sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen. Bei irdischem Leben spricht man von Mutation und Selektion, dem Darwin'schen Prinzip. Die dritte Säule nennt Koshland "Kompartiment-Bildung". Das heißt ein Organismus grenzt sich von seiner unbelebten Umwelt ab, zum Beispiel mit einer Zellmembran oder Haut. Diese Hülle schützt und konzentriert die "Zutaten". Sie bildet ein Reaktionsgefäß in dem programmierte Prozesse ablaufen können. Energie stellt die vierte Säule dar.Leben verbraucht Energie und ist auf Energiezufuhr von außen angewiesen. So sind irdische Organismen überwiegend von der Sonnenenergie abhängig. Als fünfte Säule führt Koshland die Regeneration an. Damit meint er nicht nur Prozesse, die Schäden reparieren, sondern auch die arterhaltende Fortpflanzung. Anpassungsfähigkeit ist die sechste Säule. Sie ist zwar Teil des Programms bei irdischen Lebewesen, was jedoch bei bisher unentdeckten lebenden Systemen nicht der Fall sein muss. Die siebte und letzte Säule bezeichnet Koshland als Abgeschlossenheit. Damit beschreibt er das Phänomen, dass innerhalb einer Zelle reibungslos verschiedene Stoffwechselprozesse ablaufen. Dies funktioniert bei iridischem Leben dank der Spezifität der Enzyme.

Nicht in diese Definition fallen etwa die Viren, und es gibt auch Lebewesen wie die Bärtierchen oder die Sporen von Bakterien, die Jahrzehnte oder noch länger inaktiv in gefrorenem oder getrocknetem Zustand (Kryptobiose) verharren können.

Trotzdem handelt es sich bei den Bärtierchen um vollständige Lebewesen.

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@TadashiYamaoka

Habe ich das bestritten? Es ging mir darum, bei der Definition "Leben" auch Ausnahmezustände zu erwähnen.

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@DocBernd

Ich kenne diese "sieben Säulen"-Geschichte nicht, aber fände es logischer, die dritte und die siebte Säule zusammenzufassen (Kompartimentierung - Abgeschlossenheit), sie sagen doch eigentlich das gleiche aus. Aber vielleicht wollte Koshland unbedingt die magische Zahl Sieben verwenden.... ;-)

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Hallo PianoCT,

Ich bin zwar kein Fachmann, aber meine persönliche Meinung hierzu ist, dass ein Organismus ab dem Zeitpunkt der Zeugung für lebend erklärt werden sollte. Egal in welchem Stadium das "Wesen" ist, so hat es doch die genetischen Erbanlagen dazu ein Herz, etc. zu entwickeln. Kurz: Alles was ein vollständig entwickelter Organismus auch besitzt.

Bei Mikroorganismen sollte das ähnlich sein. Der Unterschied zwischen einer Bakterie und einem Tier oder Mensch ist lediglich der des Entwicklungsgrades. Trotzdem betreibt eine Bakterie Stoffwechsel und kann selbstständig leben. Darum müssten auch mikroorganismen ab dem Zeitpunkt an dem sie selbstständig "arbeiten" als lebend angesehen werden.

Hoffe mal ich habe diene Frage richtig verstanden und ein wenig beantworten können. Gruß Svenja

Ein Lebender Organismus benötigt:

  • Ein Genom (DNA, RNA)
  • Einen Stoffwechsel (Auf/Abbau von Metaboliten & Strukturen)
  • Eine Abgrenzung zur Außenwelt (Plasmamembran)
  • Reizbarkeit (physisch, chemisch, oder beides)
  • Motilität, also Bewegung (dazu zählt nicht nur Lokomotion, also laufen etc., sondern auch intrazelluläre Bewegung)

  • Eine Lebensdauer mit einem Turnover (Teilung, Apoptose)

Die Kennzeichen von Lebewesen sind Bewegung, Reizbarkeit, Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und der Aufbau aus Zellen.

Stoffwechsel, zelluläre Organisation, Wachstum, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Regulationsfähigkeit, Bewegung, Angepasstheit......... treffen alle zusammen, spricht man von einem Lebewesen

Ein lebender Organismus muss sich ernähren und fortpflanzen können

Die Definition ist doch etwas schwammig, denn das würde bedeuten, dass alle Kinder bis sie ihre Geschlechtsreife erreichen, nicht leben würden.

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alles was stoffwechsel betreibt lebt auch !

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