Ab wann MUSS mein Arbeitgeber Mindestlohn zahlen?

5 Antworten

Einem volljährigen Arbeitnehmer darf nur dann in den ersten 6 Monaten des Arbeitsverhältnisses weniger als der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden, wenn es sich einen Arbeitnehmer handelt, der vor Arbeitsantritt "langzeitarbeitslos" (mindestens 1 Jahr) war.

Aber:

Auch der Mindestlohn kann - bei einem entsprechend hohen üblichen Tariflohn - bereits sittenwidrig sein; das gilt erst erst recht, wenn, wie im oben genannten Ausnahmefall, nicht einmal der Mindestlohn gezahlt werden müsste.

Ein Lohn ist nämlich dann sittenwidrig, wenn er weniger als etwa 2/3 des in einer bestimmten Branche und/oder einer bestimmten Wirtschaftsregion üblichen Tariflohns beträgt.

Sollte es sich nicht um einen solchen Ausnahmefall handeln, sollte die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" eingeschaltet werden, die für die Einhaltung des Mindestlohngesetzes MiLoG zuständig ist; das ist auch vertraulich'/anonym möglich: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Arbeit/Bekaempfung-der-Schwarzarbeit-und-illegalen-Beschaeftigung/Ansprechpartner/ansprechpartner_node.html .

Ausnahmen vom Mindestlohn

Für nachfolgende Personenkreise sind Sie als Arbeitgeber nicht an die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns gebunden:

  • Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung; insbesondere Schüler
  • Auszubildende (in Bezug auf die Ausbildungsvergütung)
  • Pflichtpraktikanten oder Absolventen eines freiwilligen Praktikums bis zu drei Monaten in dieser Tätigkeit
  • Ehrenamtlich Tätige

Nachzulesen in der minijob-zentrale.de

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/04_arbeitsrecht/02_mindestlohn/basepage.html

Woher ich das weiß:Recherche

Edit.

Nein, das darf er nicht.

Stelle entweder nicht annehmen, oder die Sache beim Zoll melden.

Bei einer Ausnahme ist das erlaubt (siehe meine eigene Antwort).

1
@michi57319

Mindestlohngesetz MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 4 Satz 1:

Für Arbeitsverhältnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die unmittelbar vor Beginn der Beschäftigung langzeitarbeitslos im Sinne des § 18 Absatz 1 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch waren, gilt der Mindestlohn in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung nicht.

Sozialgesetzbuch Drittes Buch SGB III § 18 "Langzeitarbeitslose" Abs. 1 Satz 1:

Langzeitarbeitslose sind Arbeitslose, die ein Jahr und länger arbeitslos sind.
0
@Familiengerd

Ich arbeite in einer Branche, die keine Unterscheidungen kennt. Wir unterliegen dem Arbeitnehmerentsendegesetz.

0
@Familiengerd

Wir dürfen nicht untertariflich entlohnen, auch Minderjährige haben Anspruch auf den Tariflohn, der als gesetzlich festgelegter Mindestlohn gilt.

Langzeitarbeitslose bekomme ich vom Jobcenter gefördert.

0
@michi57319

Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn haben Minderjährige dann, wenn sie bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Etwas Anderes ist dann natürlich ein tariflicher Mindestlohn, für den diese Einschränkung nicht gilt.

0

Nein das ist nicht erlaubt.

Bei einer Ausnahme ist das erlaubt (siehe meine eigene Antwort).

0

Muss dir Mindestlohn zahlen ausser du willst schwartz arbeiten

Die Unterschreitung des Mindestlohns hat nichts mit Schwarzarbeit zu tun!

Außerdem ist die Unterschreitung in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt.

0

Was möchtest Du wissen?