Ab wann muss man sich selbst versichern?

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3 Antworten

Hallo,

für Studenten, die bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, gilt eine monatliche Einkommensgrenze von 365 bzw. 400 Euro (§ 10 SGB V).

Wenn man in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, gilt diese Einkommensgrenze NICHT. Hier sind die Regeln der Beihilfestelle maßgebend. Sie können sich aber je nach Beihilfestelle (Bundes-, Landes- oder kommunale Beihilfe) unterscheiden. Häufig ist der Anspruch abhängig von dem Kindergeldanspruch und/oder einem jährlichen Einkommensbetrag, der nicht überschritten werden darf.

Am besten bei der Beihilfestelle erkundigen (ggf. deren Internat- oder Intranet-Seite). Bei Wegfall der Beihilfe ist die Privatversicherung auf eine wesentlich teurere 100%-Versicherung umzustellen.

Eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung ist während des Studiums ausgeschlossen (§ 8 SGB V) und danach nur in wenigen Fallkonstellationen möglich.

Gruß RHW

fraggle16 14.10.2010, 23:51

Die Beihilfe ist auch gesetzlich geregelt, die Beihilfe an Kinder, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, darf nur gezahlt werden, solange ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Dieser Anspruch wiederum erlischt bei einem eigenen Einkommen des Kindes von über 8.004 Euro/Jahr lt. EStG Stand 2010.

Der § 8 SGB V regelt die Befreiung von der GKV, was dieser Paragraf mit dem Ausschluss der Rückkehr in eine GKV zu tun hat, musst du mir bitte erklären.

Oder meinst du §5 SGB V? Der regelt nämlich die Versicherungspflicht in der GKV. Die Rückkehr in die GKV ist grundsätzlich möglich, wenn der zu Versichernde ein Jahr lang nachweislich unterhalb der Versicherungspflichtgrenze gelegen hat (z.B. durch neues Angestelltenverhältnis oder durch Anhebung der Grenze) und nicht der Versicherungsfreiheit unterliegt - wie z.B. Freiberufler oder Selbständige.

Ein Student unterliegt nicht der Versicherungsfreiheit, siehe § 5 SGB V.

Die Nebeneinkünfte des Fragestellers deuten darauf hin, dass seine Haupteinkünfte sicherlich nicht aus selbständiger oder freiberuflicher Tätigkeit resultieren.

Aktuell dürfte er bzw. seine Mutter noch Beihilfeberechtigt sein, wenn diese Nebeneinkünfte seinen Gesamteinkünften entsprechen.

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fraggle16 15.10.2010, 00:00

du müsstest mir bitte auch erklären, aus welchem Gesetz sich eine Umstellungspflicht auf eine wesentlich teurere 100% Vollversicherung ergibt, die würde sich dann ja für jeden Privatversicherten ergeben, der keine Beihilfe erhält, oder?

z.B. auch für mich persönlich.

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fraggle16 15.10.2010, 00:08
@fraggle16

würde mich echt interessieren, da es auch mich persönlich beträfe/betrifft, ich kein Jurist, schon gar kein Fachanwalt für Soziales bin, und ich gern dazu lerne.

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RHWWW 15.10.2010, 19:36
@fraggle16

Hallo,

die Beihilfestellen haben sich an bestimmte Vorgaben zu halten. Diese sind in Gesetzen, Rechtsverordnungen und anderen Rechtsgrundlagen vorgegeben. Bei der Beihilfe nach Bundesrecht, den 16 Beihilfevarianten nach Landesrecht und den jeweiligen kommunalen Beihilferegelungen sowie den Beihilferegelungen für die Vielzahl von Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts ist es sehr schwierig genauere einheitliche Infos zur Beihilfe zu geben.

Der Begriff "100%-Versicherung" ist vielleicht missverständlich. Ich meinte 100% im Gegensatz zu einer z.B. 50%-Versicherung (bei Beihilfeanspruch).

Nach § 199 VVG kann der Versicherungsschutz bei Wegfall der Beihilfe angepasst werden - ohne Risikoprüfung und ohne Wartezeit.

bundesrecht.juris.de/vvg2008/_199.html

Nach § 193 Absatz 3 VVG ist jeder verpflichtet, eine Krankheitskostenversicherung, die mindestens eine Kostenerstattung für ambulante und stationäre Heilbehandlung umfasst, abzuschließen. Der Selbstbehalt darf max. 5000 Euro pro Jahr betragen. Bei einer 50%-Beihilfeversicherung (ohne! Beihilfeanspruch) ist die Pflicht nach § 193 VVG nicht erfüllt.

RHW

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ich würde mit der Versicherung deiner Mutter telefonieren.

da deine Mutter verbeamtet ist und es sich um eine private Krankenversicherung handelt, gibt es regelmäßig keine Familienversicherung. Deshalb bekommt sie den Zuschuss. Es kann dir also nicht passieren, dass du dich jetzt selbst versichern muss, da du schon allein versichert bist. Es kann allerdings sein, dass die Bezuschussung (die Beitragshilfe) weg fällt. Dies wird deine Mutter aber wohl nur im Amt erfragen können (kann mir vorstellen, dass diese nicht an die 400 EUR gebunden ist). Und erst dann, wenn diese Hilfe weg fällt, kannst du dich darum kümmern, eine andere Versicherung für dich zu finden.

Das Internet gibt folgendes her:

In der Zeit, in der Anspruch auf Kindergeld besteht, sind Kinder von Beamten grundsätzlich berücksichtigungsfähig. Verlängert um den Zeitraum von Wehrdienst oder Ersatzdienst Endet die Berücksichtigungsfähigkeit spätestens mit Vollendung des 27 Lebensjahres. Danach gelten die allgemein gültigen Richtlinien der Versicherungspflicht. Die private Krankenversicherung für Beamte beinhaltet sämtliche Leistungen einer privaten Vollversicherung. Durch den Beihilfeanspruch sind die Kosten hingegen deutlich geringer. Dabei gilt natürlich auch, je früher der Einstieg in die private Krankenversicherung (PKV) erfolgt umso geringer gestalten sich die Beitragszahlungen über die gesamte Laufzeit.

Boehrday 14.10.2010, 17:25

Ja also ich bei "unserer" Versicherung angerufen habe, wurde mir gesagt ich solle doch bitte bei der AOK anrufen. Allerdings kann es sein, dass die Dame am Apparat das Gleiche sagte, ich es nur nicht so verstanden habe. Vielen Dank!

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fraggle16 14.10.2010, 17:28

und zum Kindergeld hilft wiederum Wikipedia und das Gesetz selbst:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kindergeld

§32 Abs. 4 EinkommensteuerGesetz dein eigenes Einkommen darf jährlich 8.004 EUR nicht übersteigen.

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In dem Moment, wo Du eine Versicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmst, meldet Dich der Arbeitgeber für die gesetzliche Krankenversicherung an. Bis dahin kannst Du privat versichert bleiben, und die Mutter erhält Beihilfe.

Boehrday 14.10.2010, 17:32

Meldet der Arbeitgeber mich auch an, wenn er weiß, dass ich schon versichert bin ? Weil ich sollte/musste meinem Arbeitgeber einen Bescheid vorlegen, auf welchem stand, wo und wie ich versichert bin. Daraus habe ich geschlossen, dass er mich nicht anmeldet. Sonst wäre ich doch doppelt versichert, oder?

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fraggle16 14.10.2010, 23:52
@Boehrday

er kann dein Arbeitsverhältnis der Versicherung melden. Dann weiß sie, wieviel du verdienst, und wie lange noch Beihilfeberechtigung besteht.

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fraggle16 15.10.2010, 00:07
@fraggle16

aber er meldet es DEINER Versicherung. dein Arbeitgeber kümmert sich nicht um die Wahl deiner Versicherung.

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RHWWW 16.10.2010, 06:58
@fraggle16

Studenten, die nebenbei arbeiten, werden vom Arbeitgeber nur zur gesetzlichen Rentenversicherung angemeldet. Die Meldung geht an die gesetzliche Krankenkasse. Um die Krankenversicherung kümmert sich der Arbeitgeber nicht (darf er auch nicht). Der Arbeitgeber gibt nie Infos an private Krankenversicherungen.

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