Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden (Weiterverkauf von Rollern)?

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4 Antworten

Sobald eine Dienstleistung oder eine Ware mit dem Ziel eines Gewinnes angeboten wird, ist ein gewerbe an zu melden.

Dabei ist es erst einmal unerheblich ob in der Tat auch ein Gewinn erzielt wird.

Zum anderen gibt es kein Kleingewerbe und keine Kleinunternehmer. Das kennt das Gewerberecht nicht.

das was du meinst ist die Kleinunternehmerreglung nach § 19 UstG und das ist eine Steuerliche Angelegenheit und betrifft die MwST ( Umsatzsteuer).

das bedeutet, dass du bis zu einem jahresumsatz von 17.500€ von der weiterleitung der MwST befreit bist. Du darfst auf deinen rechnungen die MwST nicht extra ausweisen und du darfst die verausgabte MwST, z. B. deine materialeinkäufe, beim FA nicht geltend machen. Alle anderen Steuerarten und Abgaben bleiben davon unberührt.

Und diese Reglung wäre für dich sehr schlecht, da du selbst auf alle Teile die du einkaufen musst, MwST bezahlst.

Du musst auch einmal die Begriffe erlernen.

Denn Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

Umsatz minus Betriebskosten gleich Gewinn.

Mein Tipp: besuche unbedingt einen Kurs für Existenzgründer, denn dort erlernst du die grundlegenden Begriffe und Dinge die ein Selbstständiger wissen muss.

Und bei dir kommt noch dazu, dass du Probleme mit diesem Gewerbe bekommen wirst, da du um dies gewerblich betreiben zu können, die Meisterprüfung abgelegt haben musst, bzw. du müsstest einen Meister einstellen.

Lese dazu hier:

https://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/recht-und-steuern/genehmigungen/handwerker/

Da Du Gewinne erzielst, handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit.

Mußt somit ein Gewerbe anmelden. Fiskalisch kannst Du Dich als "Kleinunternehmer" gem. § 19 UStG melden, sobald Du nach der Gewerbeanmeldung einen Frage- und Erfassungsbogen vom Finanzamt zugesandt bekommen hast.

Das Gewerbe empfehle ich als "An- und Verkauf" anzumelden. Bei der Tätigkeit "Reparaturen" könntest Du in Konflikt mit der Handwerksordnung kommen.

Griesuh 01.07.2017, 12:56

Es gibt keine Kleinunternehmer. Es gibt die Kleinunternehmerreglung. Und das ist eine steuerliche Angelegenheit. Und für das was er vor hat, gewerblich mit  2 rädigen Fahrzeugen zu handeln und diese zu reparieren,  benötigt er den Meisterbrief

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Ja, das zählt.
Auch ist es empfehlenswert wenn du freiwillig Steuernachzahlungen machst. WENN rauskommt, dass du das schon ohne Gewerbe getan hast, kannst du wegen Steuerhinterziehung drankommen.

Alexander1869 01.07.2017, 13:11

Zuvor hatte ich sie aber an Verwandte/Bekannte verkauft. (Im privaten Kreis also) Vielen dank! 

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domleo 01.07.2017, 13:24

das ist egal. Du wirst wohl nicht über rund 17.000€ pro Jahr an Umsatz gekommen sein, was schon bedeutet, dass du auch mit angemeldetem Gewerbe keine Steuern zahlen musst. eine freiwillige Steuernachzahlung würde somit auch auf Null hinauslaufen. jedoch hast du es dann schriftlich und amtlich und musst auch in Zukunft nichts mehr befürchten. wenn nämlich ein Finanzbeamter denkt, du hast mehr Umsatz gemacht und dann eine Schätzung aufgrund deiner nachfolgenden Geschäftsbücher zu machen, kann es schnell als Steuerhinterziehung zählen. und da ist der Staat unentspannt.

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Geochelone 01.07.2017, 16:26
@domleo

was schon bedeutet, dass du auch mit angemeldetem Gewerbe keine Steuern zahlen musst.

Wo hast du das denn her ? Die Kleinunternehmerregelung bezieht sich doch nur auf die MwSt. Mit der ESt hat das gar nichts zu tun !

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domleo 01.07.2017, 17:25

die est wird aber auf seinen sich selbst ausgezahlten Lohn erhoben und nicht auf den Geschäftsgewinn.

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Geochelone 01.07.2017, 19:12
@domleo

Mit dieser Aussage liegst du aber voll daneben ! Bei einem Einzelunternehmen gibt es keinen Unterschied zwischen Betrieb und Gewerbetreibendem. Dementsprechend gibt es auch keinen Lohn für den Gewerbetreibenden. Die Geschäftsgewinne gehören zu seinem zu versteuerndem Einkommen.

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domleo 01.07.2017, 19:53

stimmt. verzeih. Rücklagen sind auch vor der Berechnung des Gewinns abzuziehen. Geochelone hat da natürlich Recht.

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herzlichen Glückwunsch zur Gewährleistung ....

da die Roller von Dir repariert (was du im übrigen ohne Meistertitel noch nicht mal darfst .....) und verkauft werden, bist du verpflichtet, die Gewährleistung zu übernehmen.

und yup, ist ein Gewerbe.

Einnahmen ../. Ausgaben = Gewinn, dieser ist in der Einkommensteuererklärung in der Anlage G zu erfassen.

In der Umsatzsteuer kann die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch genommen werden.

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