Ab wann muss ich etwas in den Fahrzeugschein eintragen lassen?

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1 Antwort

Um nicht aneinaner vorbei zu reden, der Volksmund versteht oft unter "Eintragung" die "Änderungsabnahme", daruf definiere ich Dir mal die Begriffe

"Eintragen" lassen = Berichtigung der Zulassungsbescheinigung TEil I bzw Teil II

"Änderungsabnahme" = Vorführung bei einem Prüfingenieur oder amtl. anerkannten Sachverständigen oder Prüfer

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Änderungsabnahme, also die Vorführung bei TÜV / DEKRA ist erforderlich, wenn die Betriebserlaubnis durch den Umbau erloschen ist oder erlöschen würde, wenn die Änderungsabnahme nicht durchgeführt wird.

Siehe §19(2) und 19(3) StVZO

http://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_19.php

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Eintragung, grundsätzlich tragen weder Tüv noch DEKRA oder GTÜ / KÜS etwas in die Fahrzuegpapiere ein, sie erstellen nur die Änderungsabnahmen mit denen man dann bei der Zulassungsstelle die Änderung in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen kann oder eintragen lassen muß

Eintragungen lassen kann man grundsätzlich jede Änderung, die von TÜV / DEKRA positiv bestätigt wurde, auch wenn das Mitführen der Abnahmebescheinigung reichen würde.

Eintragen lassen muss man grundsätzlich alle Änderungen die in §13(1) der FZV aufgeführt sind, oder wenn der Prüfingenieur deses expliziet in seinem Gutachten so aufgeführt hat.

Als grobe Merkregel, sind das Dinge, die entweder steuerrechtlich, versicherungstechnisch oder fahrerlaubnisrelevant sind.

Aber schau selbst ...

§ 13 FZV Mitteilungspflichten bei Änderungen

 (1) Folgende Änderungen von Fahrzeug- oder Halterdaten sind der
Zulassungsbehörde zum Zwecke der Berichtigung der Fahrzeugregister und
der Zulassungsbescheinigung unter Vorlage der Zulassungsbescheinigung
Teil I, des Anhängerverzeichnisses und bei Änderungen nach Nummer 1 bis 3 auch der Zulassungsbescheinigung Teil II unverzüglich mitzuteilen:

    • Änderungen von Angaben zum Halter, jedoch braucht bei alleiniger Änderung der Anschrift innerhalb des Zulassungsbezirks die Zulassungsbescheinigung Teil II nicht vorgelegt zu werden,
    • Änderung von Hubraum, Nennleistung, Kraftstoffart oder Energiequelle,

    • Erhöhung der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit,

    • Verringerung der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit, wenn diese fahrerlaubnisrelevant oder zulassungsrelevant ist,

    • Änderung der zulässigen Achslasten, der Gesamtmasse, der Stützlast oder der Anhängelast,

    • Erhöhung der Fahrzeugabmessungen, ausgenommen bei Personenkraftwagen und Krafträdern,

    • Änderung der Sitz- oder Stehplatzzahl bei Kraftomnibussen,

    • Änderungen der Abgas- oder Geräuschwerte, sofern sie sich auf die Kraftfahrzeugsteuer oder Verkehrsverbote auswirken,

    • Änderungen, die eine Ausnahmegenehmigung nach § 47 erfordern, und

    • Änderungen, deren unverzügliche Eintragung in die Zulassungsbescheinigung auf Grund eines Vermerks im Sinne des § 19 Abs. 4 Satz 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung erforderlich ist.

Andere Änderungen von Fahrzeug- oder Halterdaten
sind der Zulassungsbehörde bei deren nächster Befassung mit der
Zulassungsbescheinigung mitzuteilen. Verpflichtet zur Mitteilung ist der
Halter und, wenn er nicht zugleich der Eigentümer ist, auch dieser. Die
Verpflichtung besteht, bis der Behörde durch einen der Verpflichteten
die Änderungen mitgeteilt worden sind. Kommen die nach Satz 3
Verpflichteten ihrer Mitteilungspflicht nicht nach, kann die
Zulassungsbehörde für die Zeit bis zur Erfüllung der Verpflichtung den
Betrieb des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen untersagen. Der Halter
darf die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs, dessen Betrieb nach Satz 5
untersagt wurde, nicht anordnen oder zulassen.

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