Ab wann muss eine Krankmeldung beim Arbeitgeber vorliegen?

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7 Antworten

Grundsätzlich ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem
Arbeitgeber spätestens am vierten Werktag zu übermitteln. Es empfiehlt
sich aber, diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wirklich kurzfristig
zu übermitteln.In Arbeitsverträgen können anderweitige Regelungen
getroffen werden, beispielsweise die Vereinbarung, dass Krankmeldungen
sofort, sprich am ersten Tag, übermittelt werden müssen. Entscheidend
ist also die Regelung im Arbeitsvertrag.Quelle:https://www.anwalt.de/rechtstipps/krankmeldung-rechtzeitig-abgeben-sonst-droht-aerger_058626.html   LG  gadus

Familiengerd 19.01.2017, 22:16

dass Krankmeldungen sofort, sprich am ersten Tag, übermittelt werden müssen

Ein Krankmeldung muss immer sofort/unverzüglich - das heißt: zum Arbeitsbeginn - erfolgen!

Aber Du wirst wahrscheinlich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung meinen ...

Und da kann der Arbeitgeber nicht verlangen, dass sie schon am ersten Tag vorgelegt wird - da muss er schon die üblichen Postlaufzeiten abwarten-, sondern er kann verlangen, dass sie schon für den ersten Tag vorgelegt wird, dass also nicht erst nach dem dritten Tag die Krankheit vom Arzt attestiert werden muss, sondern schon ab dem ersten Tag! 

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Der Betrieb ist berechtigt, den Lohn einzubehalten, solange die ärztliche Bescheinigung nicht vorliegt. Wenn sie aber vorliegt, ist der Lohn zu zahlen.

Die verspätete Vorlage könnte eine Abmahnung zur Folge haben, die aber keinen Sinn macht, wenn er eh nicht mehr da ist.

Bei ähnlichen fragen hier habe ich in den Antworten gelesen, dass wenn die AU nicht vorliegt, das Gehalt gekürzt werden kann.
Aber wenn diese nachgereicht wird, die Tage auch nachgezahlt werden müssen.

Nein, hat er nicht.

Wenn er die Krankmeldung erst nach 4 Wochen abgibt hat er schlichtweg unentschuldigt gefehlt und somit kein Anrecht auf Zahlung des Gehalts für die Zeit.

Im Normalfall muss eine AU nach 3 Tagen abgegeben werden, der Arbeitgeber kann diese aber auch bereits am 1. Tag verlangen.

PeterSchu 19.01.2017, 20:17

Falsch. Er ist nicht unentschuldigt, sondern verspätet entschuldigt. Aber er ist entschuldigt, er war krank und hat damit Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

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Messkreisfehler 19.01.2017, 20:24
@PeterSchu

Und der Arbeitgeber kann Schadenersatz geltend machen der dann im dümmsten Fall höher ist als das was dem AN als Entgeltfortzahlung zustehen würde...

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Familiengerd 19.01.2017, 22:34
@Messkreisfehler

@ Messkreisfehler:

Und der Arbeitgeber kann Schadenersatz geltend machen

Ganz sicher nicht!

Mit welcher Begründung soll er denn wohl nachweisen können, dass ihm ein Schaden alleine dadurch entstanden sei, dass der Arbeitnehmer seine Erkrankung nicht mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachgewiesen hat?

An der Tatsache der Erkrankung - derentwegen er ja selbstverständlich keinen Schadenersatzanspruch geltend machen kann - ändert sich schließlich nichts!

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Familiengerd 19.01.2017, 22:30

@ Messkreisfehler:

Nein, hat er nicht.

Das ist schlicht und einfach falsch.

Zu empfehlen ist die Lektüre des Entgeltfortzahlungsgesetzes EntgFG § 7 "Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers" Abs. 1 Nr 1:

Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Fortzahlung des Arbeitsentgelts zu verweigern, 1.solange der Arbeitnehmer die [...]. ärztliche Bescheinigung nicht vorlegt [...].

Sobald also eine Bescheinigung vorgelegt wird, hat der Arbeitgeber das einbehaltene Entgelt nachzuzahlen.

Das Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers entfällt, wenn ihm die Arbeitsunfähigkeit in anderer Weise bekannt geworden oder nachgewiesen worden ist.

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Die AU muss am dritten Tag der Abwesenheit im Betrieb vorliegen. Sonst ist das erst einmal unentschuldigtes Fehlen.

PeterSchu 19.01.2017, 20:22

"Erst einmal" heißt aber nur, solange die Krankmeldung nicht da ist. Wenn sie nun aber da ist muss auch der Lohn gezahlt werden.

"Die AU muss am dritten Tag der Abwesenheit im Betrieb vorliegen."

Das stimmt so auch nicht.

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Familiengerd 19.01.2017, 22:19

@ DerHans:

Woher weißt Du das?

Du bist doch überhaupt nicht informiert, ob die gesetzliche oder eine davon abweichende vertragliche Regelung gilt.

Außerdem: Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz muss eine Bescheinigung (spätestens) am vierten Tag vorgelegt werden, wenn die Erkrankung länger als drei Tage dauert.

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Wenn er die Bescheinigungen abgegeben hat hat er anrecht darauf!

Das steht im Arbeitsvertrag.

bruno75015 19.01.2017, 20:01

nicht ganz richtig. Normal muß die nach 3 Tagen im Betrieb vorliegen (Gesetz). Wenn etwas anderes im Arbeitsvertrag steht, ist sogar der 1. Tag möglich. 4 Wochen sind aber voll daneben.

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Familiengerd 19.01.2017, 22:36
@AntwortMarkus

Was sollen "halbgare" Antworten?

Wenn Du "keine Lust" hast, klar und deutlich zu antworten, solltest Du es lieber ganz bleiben lassen!

Und "Schau (oder steht) in Deinen/m Arbeitsvertrag" oder ähnliches sind weit verbreitete, aber ziemlich geistlose Plattheiten!

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AntwortMarkus 19.01.2017, 22:38
@Familiengerd

Im Arbeitsvertrag steht es geschrieben. Somit war meine Antwort schon richtig. Auf die gesetzliche Regelung bin ich nicht eingegangen. 

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Asurfaen 20.01.2017, 01:50
@AntwortMarkus

Die individuelle Regelung darf nicht schlechter als die gesetzliche Regelung sein.

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