Ab wann ist meine Webseite eigentlich ein Gewerbe?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Website selbst kann kein Gewerbe sein!

Ein Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird.

Maßgeblich ist allein die Absicht Gewinn zu erzielen!

Mein Tipp:

Für das Scheitern von Existenzgründern sind hauptsächliche zwei Gründe verantwortlich:

  1. Unzureichendes oder fehlendes Wissen im Bezug auf Betriebsführung
  2. Unzureichedes oder fehlendes Wissen im Bezug auf Kaufmännisches Denken und Handeln

Wie schnell sich diese Annahme auch in deinem Fall bewahrheitet zeige ich dir mal kurz am folgenden Beispiel:

Du schreibst:

jedoch macht es wenig Sinn wenn man mit der Seite vielleicht eh noch gar nichts einnimmt

Das ist leider absolut falsch! Richtig ist:

Jeder,Unternehmer der zur Abgabe von Umsatz-Steuern verpflichtet ist - ist im Gegenzug auch berechtigt bezahlte Umsatzsteuerbeträge steuerlich geltend zu machen.

Das bedeutet:

Auf alle Ausgaben, die zur Führung deines Unternehmens erforderlich sind fällt eine Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) an.

So z.B. auch für die Entwicklung, Erstellung, Beratung, Wartung usw. deiner Website.

Wer sich da nicht auf Baukästen verlassen will und die professionelle Arbeit einer Agentur in Anspruch nimmt zahlt auch entsprechend dafür.

Nehmen wir mal an, du zahlst für den ordentlichen Internetauftritt 2000,- EUR. Dann beträgt die Umsatzsteuer 380,- EUR (19%).

Diesen Betrag würde dir das Finanzamt erstatten. Auch wenn du selbst noch keinen Cent verdient hast.

Vielleicht brauchst du noch ein paar Fachbücher, die dich 20 0,- EUR kosten. Für Bücher beträgt die MwSt. 7% oder 14,70 EUR, die dir das Finanzamt ebenfalls erstatten würde.

Und wenn dir dir mal überlegst welche Ausgaben (Kosten) während der Vorbereitung anfallen, kannst du dir auch leicht ausrechnen, wie viel Geld du unter Umständen verschenkst.

Gut zu wissen:

Aber auch im laufenden Betrieb, also wenn Einnahmen versteuert werden müssen, fallen immer auch Umsatzsteuern an, die man selbst für eine Leistung bezahlt hat.

Diese Beträge lassen sich mit der zu zahlenden Steuer verrechnen und verringern so die Steuerlast.

Mein Tipp:

Du solltest dich zunächst einmal um die wichtigen Dinge kümmern. Damit meine ich die rechtlichen Bestimmungen für Unternehmen im allgemeinen und Online-Unternehmer im Speziellen.

Du hast offensichtlich vor mit Affiliate Marketing Geld zu verdienen - richtig?

Viel Geld - Wenig Arbeit?

Was glaubst du was du realistisch an Umsatz erzielen kannst und welcher Aufwand dafür notwendig ist.

Im Anschluss mache ich dir eine Rechnung auf und wir sehen, wie nahe, bzw. auseinander deine Annahme und eine realistische Berechnung liegen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Wenn du deinen Shop online schaltest, muss du das Gewerbe anmelden. Freibeträge kennt das Gewerberecht nicht. Auch wenn du Verluste machst, muss das Gewerbe angemeldet sein. Wenn es nicht läuft, kannst du es ja wieder abmelden.

Wenn du Waren oder Dienstleistungen auf einer Internetseite anbietest, ist sie gewerblich und du hast Impressumspflicht und auch deine Steuernr. sollte nicht fehlen.

Außerdem bei deiner zuständigen Gemeinde, ein Gewerbe anmelden.

Was möchtest Du wissen?