Ab wann ist man Dieb und wie kann man sich wehren.?

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14 Antworten

Für Diebstahl, vergleiche Prüfungsshema http://juraschema.de/?thema=stgb242, muss auf jeden Fall Vorsatz vorliegen, da sie:

a)2 der vier Sachen bezahlt hat, somit macht es wenig Sinn, dass sie die anderen zwei klauen wollte -> der Vorsatz zum Diebstahls ist fraglich.

b)Sie hat die Sachen zurückgestellt, ohne einer vorherigen Aufforderung der Detektei

Neuer Gewahrsam ist begründet, wenn der Täter die Herrschaft über die
Sache so erlangt hat, dass er sie ungehindert durch den alten
Gewahrsamsinhaber ausüben und dieser seinerseits über die Sache nicht
mehr verfügen kann, ohne die Verfügungsgewalt des Täters zu beseitigen.

Da die Ladendetektei die Verfügungsgewalt deiner freundin nicht beseitigen musste, weil sie ja es selbst zurückgelegt hat fehlt auch der Begründung neuen Gewahrsams Punkt.

Des Weiteren fehlt auch die Enteigungsabsicht.

Ich würde an euer stelle zum Anwalt gehen.

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Was Prozesskosten angeht kann ich leider nicht weiterhelfen, da ich nicht weiss was das Ganze in Deutschland kostet. 

Jedoch würde ich unter keinsten Umständen die 200 Euro zahlen, da dies ja ein Schuldeingeständnis ist. Sollte sich alles genauso wiedergespiegelt haben wie du beschrieben hast, hat sie nichts zu befürchten. Ersteinmal hat sie ja nichts gestohlen. Sprich frage ich mich was auf dem Videoband drauf sein soll. Ausserdem frage ich mich was die Zeugen gesehen haben sollen. Wenn man einen Artikel in den Einkaufskorb legt und ihn später ins Regal zurückstellt, dann ist dies noch lange kein Diebstahl oder versuchter Diebstahl. Es ist natürlich jetzt schwer eine Schlussfolgerung zu ziehen weil man die Aussagen der Zeugen nicht kennt, aber im Falle dass sie wirklich bezeugen klar erkannt zu haben dass deine Freundin gestohlen hat, risikieren auch sie strafrechtliche Konsequenzen. Wieso sollten also diese angeblichen Zeugen sich auf so ein Spielchen einlassen? Ausserdem die alleinige Tatsache dass sie die Waren die sie angeblich gestohlen haben soll nicht bei sich hatte sondern der Besitzer! diese beim Eintreffen der Polizei hatte, macht die Anklage ja löchrig wie Schweizerkäse. Das ergibt ja überhaupt keinen Sinn. Ich denke deine Freundin, wenn die Fakten genauso stimmen wie hier beschrieben, hat nichts zu befürchten, denn dies reicht weder für einen Diebstahl noch für einen versuchten Diebstahl aus. 

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Wie andere Poster schon dargelegt haben, liegt kein Diebstahl vor.

Ich sehe hier das Problem in der Beweislage. Deine Freundin hat sich -sorry- ziemlich dumm verhalten, so dass alles gegen sie spricht.

Was sie bekommen hat, dürfte ein Strafbefehl sein oder ein Einstellungsangebot gegen Zahlung von 200 €. Wenn sie dagegen vorgehen will, sollte sie das nicht ohne Anwalt durchziehen. Alleine hat sie es schwer.

Was ich mich frage: wurde sie wegen der Sache schon vernommen bzw. hat man ihr eine Ladung zugesandt?

Selbst wenn sie eine Rechtsschutzversicherung hätte, die Rechtsschutzversicherung tritt bei vorsätzlichen Taten (wie Diebstahl) nicht ein. 


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Man kann, wenn man sich an einen versierten Strafrechtler wendet, vielleicht mit einem Freispruch davon kommen. Allerdings kann es auch sein das man am Ende die Sache unnötig verteuert.

Die einzige Möglichkeit die Sache zum kippen zu bringen dürfte wohl der Vorhalt an den Ladedetektiv sein, warum er gewartet hat bis die Sachen wieder zurückgelegt waren und nicht direkt im Kassenbereich zugegriffen hat.

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Hi 

Erstens bitte nichts bezahlen, den damit macht sie sich Schuldig und kann auch noch einen Hausverbot auf Lebenszeit bekommen, also immer langsam.

Das wichtigste ist was Ihr tun wollt, wenn ihr das bestreiten wollt dann kommt Ihr ohne einen Anwalt nicht aus. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Ihr könnt auch zum Gericht Eures Wohnortes und fragt nach einem Beratungsschein, der erlaubt euch auf kosten des Staates einen Anwalt anzuschaffen. 

Lasst euch beraten und spornt nicht die Pferde.

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Schwierige Sache. 

Vorab hätte ich eine Frage: Wurde die nicht gekaufte Ware zurückgestellt bevor der Detektiv sie behelligte oder nicht?

Ein Diebstahl wird entgegen landläufiger Meinung bereits dann begangen, wenn eine Person Waren in widerrechtlicher Zueignungsabsicht aus dem Herrschaftsbereich des Eigentümers entwendet. Heisst im Klartext, dass wenn du etwas im Laden einsteckst und noch nicht bei der Kasse bist, hast du schon einen Diebstahl begangen. 

Falls die Ware jedoch vor der Behelligung durch den Detektiv wieder zurückgestellt wird, ist das kein Diebstahl, da die widerrechtliche Zueignungsabsicht bei selbstständig zurückgestellter Ware definitiv nicht gegeben ist. 

Natürlich stellt das alles auf deine Angaben ab und ist somit von deren Richtigkeit abhängig. 

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Kommentar von whabifan
29.02.2016, 22:00

Naja, im Supermarkt muss man die Produkte ja irgendwie aus dem Regal entnehmen und zur Kasse bringen. Oft werden dafür Einkaufskörbe oder heutzutage diese Ökotüten von den Kunden verwendet. Dies ist aber noch längst kein Diebstahl. Ansonsten ist es natürlich richtig was du sagst. 

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Kommentar von Ahzmandius
01.03.2016, 00:18

Ein Diebstahl wird entgegen landläufiger Meinung bereits dann begangen, wenn eine Person Waren in widerrechtlicher Zueignungsabsicht aus dem Herrschaftsbereich des Eigentümers entwendet.

Das ist unvollständig:

Man muss die Ware auch so entwenden, dass der eigentliche Besitzer nur an die Ware kommt, in dem er die Verfügungsgewalt des Täters lösen muss.

dass wenn du etwas im Laden einsteckst und noch nicht bei der Kasse bist, hast du schon einen Diebstahl begangen

Nein!

Das erfüllt weder den Vorsatz(zumindest wäre zu diesem Punkt ein Vorsatz nicht nachweisbar, nicht einmal der Dolus Eventualis, den braucht man) noch die Enteignung. Außerdem hat man keinen neuen Gewahrsam begründet.

Das ist also auf keinen Fall, rechtlich, Diebstahl.

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Ps: Fragt mal beim Anwalt, ob es Sinn machen würde die Ladendetektei wegen falscher Verdächtigung anzuzeigen.

http://dejure.org/gesetze/StGB/164.html

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

(3) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer die falsche Verdächtigung begeht, um eine Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe nach § 46b dieses Gesetzes oder § 31 des Betäubungsmittelgesetzes zu erlangen. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.
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Kommentar von TheGrow
01.03.2016, 03:45

Und womit Begründest Du den Straftatbestand der falschen Verdächtigung?

Aus der Sachverhaltsschilderung ergibt sich in keinster Art und Weise, dass der Detektiv "Wider besseren Wissens" gehandelt hat.  

Der Kaufhausdetektiv hatte den berechtigten oder auch unberechtigten Verdacht, dass die Käuferin einen Diebstahl begangen hat. Diesbezüglich ist er berechtigt einen Strafantrag zu stellen.

Ob der Straftatbestand wirklich erfüllt ist, muss weder der Detektiv, noch die Polizei beurteilen und entscheiden, sondern das ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft und des Richters. 

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Das Märchen kannst Du erzählen, wem Du willst. Waren, die man wieder zurück legen will, legt man zurück, ehe man an die Kasse geht. Alles andere ist und klingt unglaubwürdig.
Wer geht denn, nachdem er bezahlt hat, wieder zurück durch den Kassenbereich und legt die nicht bezahlte Ware zurück? Das entbehrt jeder Logik.
Und das kauft Euch auch kein Ladendetektiv oder die Polizei ab.

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Kommentar von Interesierter
29.02.2016, 22:53

Selbst wenn es nicht deiner Logik entspricht, wurde die Ware ja in diesem Fall tatsächlich zurückgestellt, bevor die Freundin behelligt wurde. Dieser Sachverhalt widerspricht der Annahme einer widerrechtlichen Zueignungsabsicht, welche für einen Diebstahl aber Voraussetzung wäre. 

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Kommentar von abraam12
29.02.2016, 23:28

Erstmal Danke für deine Meinung. Für mich klingt dieser Fall ebenso Absurd wie für dich. Es gibt aber jedoch kein Grund für mich meiner Freundin nicht zu glauben.  Ich lasse mich von den Leuten beraten und erzähle hier keine Märchen.

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Kommentar von Ahzmandius
29.02.2016, 23:42

Du meinst also es ist logischer, dass jemand der vorhat zu klauen die Sachen wieder zurücklegt, als mit den Sachen zu verschwinden. Aller Achtung du bist ein Logikgroßmeister.

Das machen sonst alle Diebe, nur verlaufen sie sich dabei und gehen dann doch aus dem Geschäft raus.

So lange man den Punkt "Begründung neuen Gewahrsams" nicht nachweisen kann (das kann man nicht, weil sie es ohne Aufforderung zurückgelegt hat) ist auch der Diebstahl vom Tisch.

Und selbst wenn sie klauen wollte, selbst das spielt keine Rolle, weil es nach dem Prüfungsschema trotzdem kein Diebstahl war.

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>Als Sie die Artikel C und D zurückgestellt hat, war plötzlich der Ladendetektei da.

aus welchem Grund sollte der Detektiv hier eingreifen? 

>Bei Polizei ließ Sie Ihre Tasche untersuchen, wo nichts drin war.

>Nach ca. 20 Minuten kam der Ladendetektei und brachte angeblich die >geklaute Ware.

Warum hat das denn solang gedauert; geklaute Ware hat man am Körper oder in der Tasche. Wie kann man dann noch geklaut haben?

das ist die eine Seite, wäre nicht schlecht die andere Seite zu hören

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Leider ist Sie weggegangen, das lässt sich leider über die Überwachungs Videos beweisen. Handelt es sich bei dem Schreiben um eine "Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung"?

In der Regel wird bei Ersttätern und geringwertige Sachen der Diebstahl eingestellt.

Wo hat sie denn Artikel C+D Aufbewahrt? Wenn Sie die Artikel am Körper angebracht hat handelt es sich um einen vollendeten Diebstahl.

Ich würde dir empfehlen, dich zu dem Thema bei Google etwas einzulesen.

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Jetzt ist Sie um eine Erfahrung reicher. Beim nächsten Einkauf einen Wagen/ Korb nehmen und nichts in die Tasche packen. Hätte alle Teile aufs Band legen können und die zwei Teile nicht kaufen müssen.

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Grundsätzlich ist es bereits Diebstahl, wenn man unbezahlte Ware in die eigene Tasche steckt! Alle anderen Fakten spielen keine Rolle. Wenn sie von ihrer Unschuld so überzeugt ist, würde ich es zu einer Verhandlung kommen lassen.

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Kommentar von Ahzmandius
29.02.2016, 23:28

Das ist völliger Käse

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Aufgrund des Sachverhalts würde das Strafverfahren beim Amtsgericht - Strafrichter - stattfinden.

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Kommentar von Bundesgericht
01.03.2016, 21:22

Und bei Berufung wäre es die -Kleine Strafkammer- beim Landgericht, und bei Revision der - Strafsenat - beim Oberlandesgericht.

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Sie hat die ware zurückgebracht, bevor sie den Laden verlassen hat. Sie hat nicht versucht den Laden mit der Ware zu verlassen. Also ist es kein Diebstahl.

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