Ab wann ist jemand ein Alkoholiker bzw. dabei einer zu werden?

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3 Antworten

Die Abhängigkeit oder Sucht entsteht nicht aus der Menge des getrunkenen Alkohols, sondern aus der Regelmäßigkeit.

Also, ein Mensch, der ab und zu mal ein Glas Alkohol zu viel hinter die Binde kippt und dann schwankt und lallt und nicht mehr gerade aus laufen kann, ist kein Alkoholiker.

Aber ein Mensch, der regelmäßig, also jeden Tag ein bis mehrmals Alkohol trinkt, ist schon abhängig, ist also Alkoholiker, obwohl er nie betrunken ist.

Ein Arbeiter, der jeden Abend sein Feierabendbier trinkt oder ein Genießer, der jeden Abend ein Glas Wein trinkt, auch ohne betrunken davon zu werden bezeichnet man als Alkoholiker.

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Kommentar von Volkerfant
02.10.2016, 10:35

Danke für den Stern.

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Vorweg: ich bin Alkoholiker seit rund 40 Jahren und weiß deshalb, wovon ich rede! Die Antwort von volerfant ist anfangs noch richtig, aber einen Arbeiter, der sein Feierabendbier trinkt oder der Genußtrinker wegen eines oder auch zwei Gläsern Wein als Alkoholiker zu bezeichnen, ist schlicht falsch!

Auch die Regelmäßigkeit ist noch kein Kriterium, genausowenig wie der Grund des Trinkens.

Einen Alkoholiker zeichnet aus, dass er ohne Alkohol entzügig wird, also zittert, Schweißausbrüche bekommt, nichts mehr essen kann, ohne zu erbrechen. Das ist die körperliche Abhängigkeit, die aber schon nach drei, vier Tagen Abstinenz verschwindet.

Schlimmer ist die psychische Abhängigkeit, die von der Dauer und der Häufigkeit des Konsums unabhängig ist. Sie zeigt sich durch eine schleichende Veränderung der Persönlichkeit, eine Verhaltensänderung aus.

Das führt nach einigen Wochen zu einem völligen "sozialem Versagen", d.h. der Alk ist wichtiger als die Freundin, Verabredungen mit Bekannten/Freunden werden nicht eingehalten (es sei denn, die trinken mit!), Arbeit wird vernachlässigt und schließlich auch die eigene Wohnung. Am Ende ist Hygiene völlig unwichtig, auch der eigene Körper...

Vielleicht ist dein Kumpel erst am Beginn eines solchen sozialen Abstiegs, ich wünsche es ihm. Tatsache ist leider, dass du ihm nicht helfen kannst. Er ist - leider - der einzige, der helfen kann.

Dadurch, dass du dich von ihm zurückziehst, könnte ihm klar werden, was er da auf's Spiel setzt, aber nicht dadurch, dass du es ihm sagst.

Es ist bitter, aber du kannst nichts für ihn tun. Erst, wenn er selbst erkennt, dass er ein Alkohol-Problem hat, kannst du es: lass ihn nicht fallen, sondern unterstütze ihn in seinen Bemühungen, vom Alk wegzukommen!

Am besten mit professioneller Hilfe (Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Hausarzt, Krankenhaus)!

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täglich so viel Alk trinken, dann bist du schon Alkoholiker und die Leber wird auch einmal den Geist aufgeben.

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