ab wann ist es eine straftat / unzucht mit minderjährigen?

9 Antworten

Ab 14 gibt es in Deutschland und Österreich keine Altersgrenze nach oben. 14 & 104 ist also prinzipiell legal.

Seltene Ausnahmen bestätigen diese Regel.

PS: "Unzucht mit Minderjährigen" gibt es schon lange nicht mehr - zumindest nicht im deutschen Recht. Ggf. gab es das auch nie, da die 14er-Grenze bereits seit Reichsgründung 1871 besteht.

Eine Straftat liegt nur bei Kindern Bis 14 Jahre) vor §176 StGB. Hierbei ist es egal wie alt der Täter ist.

Für den Zeitraum von 14-18 kommt eine Straftat nur in Betracht wenn es sich in den Bereich der Schutzbefohlenen einordnen lässt (§ 174 StGB).

Allerdings sind 14 - 18 jahrige noch nicht volljährig und somit haben die Erziehungsberechtigten das Recht zu bestimmen mit wem der jugendlich Umgang haben darf. Die ist dann allerdings letztlich eine Zivilrechtsfrage (Unterlassungsklage).

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einzig richtige Antwort und einem Dutzend selbst gebastelter Gesetze :)

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@Vielfragerich

Vielleicht die "richtigste" Antwort, aber alles andere als "richtig"!

  1. Täter des § 176 StGB können nur Jugendliche und Erwachsene werden.
  2. Da gibt es noch mehr als nur den § 174 StGB. Insbesondere der § 182 StGB.
  3. Das Umgangsrecht der Eltern ist bei sozial wichtigen Beziehungen dem Umgangsrecht des Kindes untergeordnet.
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@Libertinaer
Täter des § 176 StGB können nur Jugendliche und Erwachsene werden.

Das gilt allerdings für alle Straftaten von Kindern bis 14 Jahre (§19 StGB), Täter sicnd sie aber trotzdem. Behördliche Maßnahmen sind dadurch auch nicht ausgeschlossen.

Da gibt es noch mehr als nur den § 174 StGB. Insbesondere der § 182 StGB

Das kann man so gelten lassen, auch wenn der 182 nichts mit Mißbrauch von Kindern zu zun hat, wie gefragt wurde.

Das Umgangsrecht der Eltern ist bei sozial wichtigen Beziehungen dem Umgangsrecht des Kindes untergeordnet.

Das entscheidet dann letztlich das Vormundschaftsgericht, denn ein klare Gesetzesaussage gibt es dazu nicht.

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@Artus01
Das gilt allerdings für alle Straftaten von Kindern bis 14 Jahre (§19 StGB),

Das ist eben der Irrtum! Aus § 19 StGB folgt, dass sie keine Straftäter sein können, nicht keine Täter.

Täter sicnd sie aber trotzdem.

Nein, es gibt Paragraphen, wo Kinder auch als Täter ausgeschlossen sind. § 176 StGB ist so ein Fall: https://www.gutefrage.net/frage/sex-von-kindern-u14---gesetzesgrundlage#comment-94962249

Behördliche Maßnahmen sind dadurch auch nicht ausgeschlossen.

Bei einvernehmlichem Sex, mangels Delikt, eben schon. Nur bei sexueller Gewalt natürlich nicht: https://www.gutefrage.net/frage/sex-von-kindern-u14---gesetzesgrundlage#comment-95554009

auch wenn der 182 nichts mit Mißbrauch von Kindern zu zun hat, wie gefragt wurde.
  1. Es wurde nicht nach "Missbrauch von Kindern" gefragt.
  2. § 182 StGB bezieht sich vollumfänglich auch auf Kinder! In der Tat betrifft kaum eine Verurteilung zu Abs. 3 (Ü21 & U16) 14/15-Jährige, sondern weit überwiegend U14 (wird mittlerweile regelmäßig in Tateinheit mit § 176 StGB angeklagt).
Das entscheidet dann letztlich das Vormundschaftsgericht,

Familiengericht.

denn ein klare Gesetzesaussage gibt es dazu nicht.

§ 1626 BGB Elterliche Sorge, Grundsätze, Abs. 3: "Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist."

Nun, was gehört zur förderlichen Entwicklung? Mit Sicherheit bei sexualmündigen 14-Jährigen die Selbstbestimmung bei der Partnerwahl.

Die Eltern dürfen sie nur verbieten, wenn sie dem Kindeswohl zuwiderläuft, z.B., so das OLG Brandenburg, bei "Verführung zu Alkohol/Drogen oder [religiösem] Sektierertum". Denn: "Natur und Recht fordern die Loslösung von den Eltern" (Az.: 9 UF 132/15).

Die Hürde ist für Eltern extrem hoch, und nur in Ausnahmefällen (dann berechtigterweise) zu reißen. Die absolute Mehrzahl der sexuell aktiven Jugendlichen ist davon nicht betroffen. Selbst bei denen mit erwachsenem Partner.

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@Libertinaer

Fangen wir mal mit § 19 StGB an:

Schuldunfähig ist, wer bei Begehung der Tat noch nicht vierzehn Jahre alt ist.

Somit ist er ganz eindeutig Täter, nur kann er nicht nach dem Sraf- und Nebenstrafrecht bestraft werden, weil er Schuldunfähig ist, das ist ein wesentlicher Unterschied. Das gilt für alle Straftaten, auch für den 176. Die Links kannst Du Dir ans Knie nageln, aber das lasse ich mal außen vor.

Familiengericht.

Geschenkt.

Der § 1626 BGB ist eben keine klare Aussage. Das OLG-Urteil bezieht sich im Übrigen auf den § 1666 BGB.

Es wurde nicht nach "Missbrauch von Kindern" gefragt.

In der Eingangsfrage steht:

und ab welchem alter wäre es denn "unzucht mit minderjährigen" ?

Das Ding kannst Du Dir nun an den Hut stecken.

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@Artus01
Das gilt für alle Straftaten, auch für den 176. Die Links kannst Du Dir ans Knie nageln, aber das lasse ich mal außen vor.

Schade. Denn da zitiere ich aus bzw. verweise auf juristische Fachquellen, die, wenn ich an dein restliches Geschreibsel denke, erfrischenderweise auch nicht lern- und merkbefreit sind, sondern im Gegensatz zu dir sehr genau wissen, worüber sie reden - inkl. Begründung. 8-)

Aber wie dem auch sei: Wer sich informieren MÖCHTE, der kann jetzt deine Aussagen mit qualifizierten Aussagen qualifizierter Fachleute abgleichen, und sich so eine Meinung bilden. Dem sehe ich nunmehr gelassen und zufrieden entgegen. :)

In diesem Sinne!

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@Libertinaer
Wer sich informieren MÖCHTE, der kann jetzt deine Aussagen mit qualifizierten Aussagen qualifizierter Fachleute abgleichen, und sich so eine Meinung bilden.

Sehr richtig, so soll es auch sein.

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@Artus01
Sehr richtig, so soll es auch sein.

Und natürlich auch mal einen Blick in die Gesetze werfen.

Z.B. um zu sehen, dass ...

Das OLG-Urteil bezieht sich im Übrigen auf den § 1666 BGB.

... der § 1666 BGB keine Norm ist, die Gegenstand eines familiären Streits sein kann, sondern einfach nur eine Norm, die festlegt, dass das Familiengericht verantwortlich ist und einschreiten muss, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist (in diesem Fall durch die Ausübung des Umgangsrechts der Eltern zulasten des Umgangsrechts des Kindes).

Und ebenfalls sollte man dann im Hinterkopf behalten, dass der Sinn eines Gesetzes nicht unbedingt im Gesetzestext zu finden, sondern vielmehr im jeweiligen Schutzzweck begründet ist, das bei Verfassung und Verabscchiedung genannt und in der juristischen Fachliteratur später nachlesbar ist.

Das ist Rechtslaien i.d.R. nicht bewusst, weswegen sie ggf. dazu neigen, Gesetzestexte falsch zu interpretieren - wie z.B. beim § 176 StGB leicht möglich: "Den Minderjährigen unter 14 Jahren wird somit eine Schutzzone garantiert. In dieser sollen sie ihre sexuelle Selbstbestimmungsfähigkeit frei von sexuellen Erlebnissen entwickeln können, die nicht in der kindlichen Entwicklung selbst, sondern in den sexuellen Absichten auf der Täterseite begründet sind." (Laubenthal - lies: Schutzzone für sexuellen Erlebnisse, die in der kindlichen Entwicklung selbst begründet sind).

Man sollte nicht der Hybris verfallen, es ohne genaues Quellenstudium besser zu wissen, als z.B. der führende Sexualstrafrechtler und Missbrauchsbeauftragte Deutschlands, oder auch die Sexualpädagogen des Bundesgesundheitsministeriums ... 8-)

... aber das nur als Kurzhinweis für Lesefaule. ^^

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Weil der 30 - jährige eventuell volljährig ist . Der 18 -jährige übrigends auch. auch.

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