Ab wann ist eine Zusage des Bewerbers bindend?

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6 Antworten

Bei der Beantwortung der Frage sollte zwischen den gesetzlichen Grundlagen und der praktischen Umsetzung unterschieden werden. Der Ausbildungsvertrag kann sehr wohl mündlich gültig geschlossen werden! Allerdings ist folgendes zu beachten: § 11 Vertragsniederschrift (1) Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages, spätestens vor Beginn der Berufsausbildung, den wesentlichen Inhalt des Vertrages gemäß Satz 2 schriftlich niederzulegen; die elektronische Form ist ausgeschlossen. ... D.h. der Ausbildungsbetrieb muss das Ganze im Anschluss an den mündlichen Abschluss noch schriftlich fixieren. Der Vertrag ist dann bei der IHK/HWK einzureichen. Aber der Vertrag ist bereits geschlossen. Der Ausbildungsbetrieb könnte nun also hergehen, und den Schaden, der durch die zunächst erfolgte Zusage und dann Absage entstanden ist, einfordern. Das kann u. U. ein ganz schönes Sümmchen sein, wenn der Betrieb nachweist, dass er durch die Zusage anderen Bewerbern abgesagt hat und nun nochmal einen neuen Bewerbungslauf starten muss. In der Praxis wird das jedoch selten der Fall sein. Allerdings ist es nicht nur für den Ausbildungsbetrieb sehr ärgerlich, sondern auch für Bewerber, die dadurch eine Absage erhalten haben. Stell Dir vor, wegen Dir bekommt jemand vlt. seine Traumstelle nicht und sagt woanders zu... Natürlich stimmt es, dass man in der Probezeit leicht kündigen kann. Um seine Vertragspflichten aus dem bereits mündlich geschlossenen Vertrag zu erfüllen und in der Probezeit kündigen zu können, muss man am ersten Tag zunächst einmal die Ausbildung beginnen. Mein Tipp: Lass Dir noch 2-3 Tage mit der Zusage der 2. Stelle Zeit, ruf dann nochmal bei der ersten stelle an und hake nach. Oft haben sich die Personaler bereits entschieden und die Zu-/Absagen sind noch nicht raus. Erkläre die Situation. Die Ausbildungsbetriebe wissen um die Situation und haben im Normalfall Verständnis, dass der Bewerber dringend eine Entscheidung braucht. Das wäre der sauberste weg für alle Beteiligten und auch eine faire Sache für andere Ausbildungsplatzsuchende. Viel Erfolg!

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Da du eine Probezeit hast, kannst du selbst mit einem Vertrag jeder Zeit (innerhalb der Probezeit) dort wieder aufhören oder erst gar nicht anfangen.

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Solange du keinen vertrag unterschreibst kannst du die stelle ohne probleme absagen

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Hallo,

sag auf jeden Fall zu. Und selbst, wenn du einen Ausbildungsvertrag unterschreibst, kannst du den widerrufen, wenn sich eine Zusage beim Traumjob ergibt.

Erstens hat man immer eine Probezeit, in der man ohne Grund kündigen kann und zweitens wird dich keine Firma halten wollen, wenn du dort keine Ausbildung mehr machen willst. Und bis der eine Ausbildungsvertrag unterschrieben wird, hat sich der Traumjob ja vllt. schon gemeldet - so oder so.

Das ist zwar nicht die "feine" Art - aber niemand kann von dir verlangen, auf den Traumjob zu hoffen, die andere Ausbildung abzulehnen und - wenn alles schiefläuft - ohne Ausbildungsplatz zu bleiben.

Bei meinem ältesten Sohn haben wir das vor Jahren auch so gemacht.

Ich drücke dir die Daumen

Daniela

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Erst mit dem Unterschreiben des Vertrages bist du überhaupt gebunden. Und selbst dann gibt es immer noch die Probezeit, in der du ohne Angabe von Gründen aufhören darfst.

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Ist zwar nicht so nett, aber der Ausbildungsvertrag kommt erst mit deiner Unterschrift zustande.

Man könnte zwar davon sprechen, dass auch mündlich erfolgte Vertragsabsprachen geltend sind, aber da du nicht alle Details kennst, die im Vertrag drinstehen, ist hier nichts bindend.

Somit kannst du erst einmal zusagen und es dir u.U. zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überlegen.

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Kommentar von SilentGlitcher
12.08.2016, 16:22

Sind sie sicher?

Für den Betrieb ist nämlich die mündliche Vereinbarung bindend wenn der bewerber die Zusage beweisen kann. 

Aber für den Bewerber ist sie also nicht bindend?

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