Ab wann ist eine Zusage des Bewerbers bindend?

6 Antworten

Hallo,

sag auf jeden Fall zu. Und selbst, wenn du einen Ausbildungsvertrag unterschreibst, kannst du den widerrufen, wenn sich eine Zusage beim Traumjob ergibt.

Erstens hat man immer eine Probezeit, in der man ohne Grund kündigen kann und zweitens wird dich keine Firma halten wollen, wenn du dort keine Ausbildung mehr machen willst. Und bis der eine Ausbildungsvertrag unterschrieben wird, hat sich der Traumjob ja vllt. schon gemeldet - so oder so.

Das ist zwar nicht die "feine" Art - aber niemand kann von dir verlangen, auf den Traumjob zu hoffen, die andere Ausbildung abzulehnen und - wenn alles schiefläuft - ohne Ausbildungsplatz zu bleiben.

Bei meinem ältesten Sohn haben wir das vor Jahren auch so gemacht.

Ich drücke dir die Daumen

Daniela

Ist zwar nicht so nett, aber der Ausbildungsvertrag kommt erst mit deiner Unterschrift zustande.

Man könnte zwar davon sprechen, dass auch mündlich erfolgte Vertragsabsprachen geltend sind, aber da du nicht alle Details kennst, die im Vertrag drinstehen, ist hier nichts bindend.

Somit kannst du erst einmal zusagen und es dir u.U. zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überlegen.

Sind sie sicher?

Für den Betrieb ist nämlich die mündliche Vereinbarung bindend wenn der bewerber die Zusage beweisen kann. 

Aber für den Bewerber ist sie also nicht bindend?

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@SilentGlitcher

Mir ist das unter "freie Willensbekundung" mal irgendwo untergekommen. Seine mündlich kundgetane Meinung kann man jederzeit widerrufen.

Also: Mündliche Absprachen sind NICHT bindend.

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@SilentGlitcher

Ich habe kein Jura studiert und bin dementsprechend kein Anwalt, aber sofern dem Bewerber nicht alle mit dem Vertrag geknüpften Bedingungen bekannt sind, kann er dem Vertrag widersprechen.

Im umgekehrten Fall kennt sowohl der Betrieb, als auch der Bewerber die Details und Vereinbarungen. Ob das im Einzelfall bindend ist, sei mal wegen fehlender Beweise dahingestellt.

Aber im Falle einer wichtigen Sache wie eines Ausbildungsvertrages bedarf es in der Regel einer beidseitigen Unterschrift.

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Bei der Beantwortung der Frage sollte zwischen den gesetzlichen Grundlagen und der praktischen Umsetzung unterschieden werden. Der Ausbildungsvertrag kann sehr wohl mündlich gültig geschlossen werden! Allerdings ist folgendes zu beachten: § 11 Vertragsniederschrift (1) Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages, spätestens vor Beginn der Berufsausbildung, den wesentlichen Inhalt des Vertrages gemäß Satz 2 schriftlich niederzulegen; die elektronische Form ist ausgeschlossen. ... D.h. der Ausbildungsbetrieb muss das Ganze im Anschluss an den mündlichen Abschluss noch schriftlich fixieren. Der Vertrag ist dann bei der IHK/HWK einzureichen. Aber der Vertrag ist bereits geschlossen. Der Ausbildungsbetrieb könnte nun also hergehen, und den Schaden, der durch die zunächst erfolgte Zusage und dann Absage entstanden ist, einfordern. Das kann u. U. ein ganz schönes Sümmchen sein, wenn der Betrieb nachweist, dass er durch die Zusage anderen Bewerbern abgesagt hat und nun nochmal einen neuen Bewerbungslauf starten muss. In der Praxis wird das jedoch selten der Fall sein. Allerdings ist es nicht nur für den Ausbildungsbetrieb sehr ärgerlich, sondern auch für Bewerber, die dadurch eine Absage erhalten haben. Stell Dir vor, wegen Dir bekommt jemand vlt. seine Traumstelle nicht und sagt woanders zu... Natürlich stimmt es, dass man in der Probezeit leicht kündigen kann. Um seine Vertragspflichten aus dem bereits mündlich geschlossenen Vertrag zu erfüllen und in der Probezeit kündigen zu können, muss man am ersten Tag zunächst einmal die Ausbildung beginnen. Mein Tipp: Lass Dir noch 2-3 Tage mit der Zusage der 2. Stelle Zeit, ruf dann nochmal bei der ersten stelle an und hake nach. Oft haben sich die Personaler bereits entschieden und die Zu-/Absagen sind noch nicht raus. Erkläre die Situation. Die Ausbildungsbetriebe wissen um die Situation und haben im Normalfall Verständnis, dass der Bewerber dringend eine Entscheidung braucht. Das wäre der sauberste weg für alle Beteiligten und auch eine faire Sache für andere Ausbildungsplatzsuchende. Viel Erfolg!

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mir stehen in der nächsten Zeit zwei Vorstellungsgespräche auf zwei unterschiedliche Werkstudentenstellen (unterschiedliche Abteilungen) im selben Unternehmen bevor. Das erste ist schon Ende April, das zweite Mitte Mai. Da ich noch keine der beiden Stellen wirklich prioritisiere, fürchte ich die Situation, in der mir nach erfolgreichem ersten Bewerbungsgespräch eine Zusage ausgesprochen wird und ich sozusagen keine Zeit mehr habe, mir die zweite Stelle noch „anzuhören“. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und ob ich wirklich ehrlich sein soll und erwähnen soll, dass ich noch ein zweites Bewerbungsgespräch im selben Unternehmen offen habe, welches ich noch gerne wahrnehmen möchte. Was ist hier wohl die beste Strategie?

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Klar ist die Wahrheit nicht unbedient schön aber 30 bis 40 Minuten lang im Bewerbungsgespräch, Vorstellungsgespräch angelogen zu werden und auf scheinheilig zu tun ist doch auch nicht schön oder etwa nicht?

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Hallo, ich habe bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben, möchte aber diesen gern zugunsten eines verspäteten, aber deutlich besseren Angebotes annulieren. Dazu muss ich mir sicher sein, dass das neue Angebot rechtlich bindend ist. Die neue Stelle liegt weit weg, und bisher ist der Kontakt nach dem ersten Gespräch vor Ort am Telefon und E-Mail gelaufen. Da ich den ersten Vertrag nicht annulieren möchte, bevor das rechtlich sicher ist, die Zeit aber arg drängt, möchte ich gern wissen ob aus folgenden Formulierungen im E-Mail Schriftverkehr eine rechtlich verbindliche Zusage abgeleitet werden kann:

> hiermit sende ich Ihnen wie besprochen unseren Vertragsentwurf inkl. Gleitzeitregelung und diverser Anlagen mit der Bitte um zeitnahes Feedback. Als Anlage sende ich außerdem noch die Übersicht der hinzukommenden Gehaltsbestandteile.

> gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen. Wir garantieren Ihnen den späteren Eintritt. Dieses könnte man z.B. so sicherstellen: Eintritt gem. Vertrag X.X.XX, ein früherer Eintritt ist möglich (die Formulierung steht im aktuellen Arbeitsvertrag). Bei den Fahrtkosten würden wir Ihnen ebenfalls z.B. mit einem Zuschuss für die ersten X Monate entgegenkommen. Den Umzug würden wir mit X € bezuschussen.

> die Stellenbeschreibung würde ich noch etwas detaillieren im Gespräch mit Herrn X. Sobald ich alle Informationen zusammen habe, würde ich Ihnen eine aktuelle Fassung der Stellenbeschreibung zukommen lassen. Wir würden gerne kurzfristig mit Ihnen ein Kennenlernen Gespräch mit unserem Bereichsleiter machen. Im Rahmen des Gespräches könnten Sie auch gleich den unterzeichneten Arbeitsvertrag mitnehmen. Den Vertrag inklusive der Anlagen würde ich wie besprochen auf den X.X.XXXX terminieren, ein früherer Vertragsbeginn ist dann natürlich wie besprochen möglich. Da richten wir uns nach ihnen beziehungsweise an die Auflösung des bestehenden Vertrages.

Darf ich dies als Zusage für den Vertrag werten, auf die ich mich stützen kann, damit ich nun die Schritte für eine Annulierung des ersten Vertrages einleiten kann? Für eine rasche und korrekte Antwort wäre ich Euch äußerst verbunden! Herzlichen Dank!

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