Ab wann ist ein Teleskop gut?

6 Antworten

Hallo,

dann will ich mal gucken ob ich ein wenig was zu deiner Frage schreiben kann :-)

Ab wann ist ein Teleskop gut?

Ganz banal beantwortet: Sobald es dir Spaß macht :-)

Ich habe gerade auf Amazon mal geschaut bei den Kundenbewertungen aber wollte mir halt mehrere Meinungen einholen.

Naja, sagen wir mal so - die meisten Rezessionen dort sind von Anfängern und meistens haben diese Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Teleskopen. Die kaufen sich die Dinger, gucken ein wenig zum Mond hoch und schon ist das Ding super. Ich denke du verstehst was ich sagen will.

einer hatte halt geschrieben bei den Bewertungen, das man sogar den Jupiter oder so bei guten Wetter sehen könnte.

Den Jupiter siehst du schon mit bloßem Auge, da braucht es kein Teleskop. Aber ich weiß schon, dass man da ein paar Details sehen möchte, richtig? Beim Jupiter brauchst du ca. eine 100-fache Vergrößerung um die zwei Hauptwolkenbänder zu erkennen. 100-fach ist noch nicht viel - das schaffen die meisten Geräte. Ab einer Vergrößerung von ca. 250-fach lässt sich dann auch schon der Große Rote Fleck beobachten.

Dann habe ich noch eins gesehen, wo man Koordinaten eingeben kann. 

Ja, gibt es - nennt sich GoTo. In meinen Augen braucht man dies aber nur wenn man ernsthaft Fotografie betreiben will. Nachteil dieses Systems ist, dass es peinlichst genau eingenordet sein will, dass es für die visuelle Beobachtung unnötig rausgeworfenes Geld ist und dass sich die meisten Objekte (oft wird geworben, dass sich 40.000 Objekte in der Datenbank befinden) mit der viel zu kleinen darauf sitzenden Optik gesehen werden können. Viel günstiger findest du Objekte mit guten Aufsuchmaterialen ("Stellarium" z.B. ist ein kostenloses Planetariumsprogramm wo du dir auch Karten gestalten kannst) und ein wenig Übung.

Nun mal zu den Vorschlägen die du ja erwartest :-) Wenn du jetzt wirklich nur den Mond und ein paar Planeten beobachten möchtest, dann würde ich dir zu einem Maksutov raten. Die hätten sogar die Option, dass du sie dank Foto-Gewinde auf ein Fotostativ packen kannst und somit eine teure Montierung wegfällt. Ebenso wäre darüber nachzudenken, ob es nicht ein "Bresser Skylux" werden kann - das sog. Lidl-Scope. So eins habe ich u.a. selber und es hat eine wirklich scharfe Optik, die Montierung ist sehr stabil und lässt sich bei Bedarf sogar mit Schrittmotoren nachrüsten.

Falls dir die Planeten aber zu langweilig werden, dann wäre ein Newton mit 150 mm Öffnung und 750 mm Brennweite etwas. Damit kannst du dann auch schon einiges Deepsky-Objekte (Objekte die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden) beobachten. Hast du vor ernsthaft in die Astronomie einzusteigen, dann spare noch ein paar Euro und halt Ausschau nach einem Dobson mit 200 mm Öffnung. Neu zu haben sind die für knapp über 350,- Euro.

Falls jetzt noch Fragen aufkommen sollten, dann meld dich einfach nochmal :-)

Ab wann ist ein Teleskop gut? Zu dem was startrails eh schon gesagt hat, will ich mal noch folgendes dazuwürfeln:

Ich kann mir für 50 Euro bei Tchibo ein Teleskop kaufen, richte das ab Oktober, wenn Jupiter wieder gut sichtbar ist, auf ebendiesen und rufe dann mal meine Nachbarn daher. Die werde das sicherlich beeindruckend finden, weil da doch mit bloßem Auge nur ein Punkt ist. Und wenn ich denen dann sage, dass sie mit einem ordentlichen Feldstecher soetwas auch sehen können, dann werden die Augen wohl noch größer.

Also: Welches Teleskop gut ist hängt von der eigenen Erwartungshaltung ab. Als ich damals noch kleiner war... halt kleiner war ich nicht, aber jünger... da hatte ich auch nur ein relativ kleines Teleskop. Was man dadurch gesehen hat, war auch schon enorm faszinierend. Letztendlich dient das erste Teleskop aber nur als Einstieg in die Astronomie, oder eben als Ausstieg. Bei dem einen kommen dann Bedürfnisse durch, noch mehr sehen zu wollen, bei dem anderen kommt eher das Bedürfnis durch, das Gerät in die Tonne zu kloppen, oder zu verscherbeln.

Schlussendlich soll das heißen, das erste Teleskop ist selten das beste. Es wird aber auch nicht das letzte sein, das man sich kauf, sofern man sich dafür interessiert. Ich bin mittlerweile schon beim fünften Teleskop. Nummer 1 bis 3 existieren aber nicht mehr. Ich hab jetzt noch eins für visuelle Beobachtungen und eins für die Astrofotografie.

Für den nackten Einstieg würde ich aber bei 300 Euro zu einem gebrauchten Teleskop raten. Es gibt da sogenannte Dobsons. Die sind auf einer Art Holzkiste montiert. Lass dich davon nicht erschrecken. Die Bedienung ist einfach, diese Kisten stehen wackelfrei und tragen viel. Soll heißen: Man benötigt kaum Geld für die Montierung und kann fast alles in die Optik stecken. Unten in Bild 1 ist z.B. mein 10" Spiegelteleskop auf solch einer Montierung. Und für etwa 300 Euro bekommt man zwar nicht diese Größe, aber mittlerweile sind in einschlägigen Foren oder Kleinanzeigen schon 8"-Geräte dafür zu finden. Der Zustand ist in der Regel auch noch sehr gut. Bei Bedarf kann ich dir dabei aber auch gerne weiterhelfen. Und die Adressen nennen.

DAS ist meiner Meinung nach ein gutes Teleskop für dein Geld. Und nicht dieser Quark, den paranomaly mal wieder schreibt.

Natürlich kann man sich für 300 Euro auch ein Teleskop kaufen, das auf einer parallaktischen Montierung steht (siehe Bild 2), aber für den Preis, ist das dann nur eine sehr einfache Montierung und taugt wirklich nur für visuelle Beobachtungen mit kleinen Geräten. Aber in denen sieht man kaum Galaxien, Nebel, etc. Da sollte man dann bei Mond und Planeten bleiben. Wenn ich das gerade mal so überfliege, was die Shops da so bieten, dann sind da die ersten Teleskope ab etwa 340 Euro zu haben, die etwas stabiler auf einer Montierung stehen.

Der Vorteil einer parallaktischen Montierung ist dann aber wiederum der, dass man zum nachführen nur an einem kleinen Rädchen drehen muss um das Objekt im Gesichtsfeld zu halten - die Erde dreht sich ja schließlich. Bei einem Dobson muss man da direkt am Tubus hinterherschieben. Das erfordert etwas mehr Übung, aber ist eigentlich auch nicht so das Ding.

Aaaaber... bei diesen EQ2 und besser kann man einen Motor nachrüsten. Man braucht nicht mehr "am Rad drehen". Das macht der Motor und man kann eine ganze Weile ungestört beobachten. Aber der Nachteil ist dabei, dass man zu einen Strom braucht (auch wenn bei den einfachen (!) Modellen Batterien reichen) und zum anderen muss man es genau auf den Himmelsnordpol ausrichten. Das ist bei einfachen Montierungen ohne Polsucher nicht gerade einfach und kostet auch Zeit:

Nehmen wir man an, Du fährst mit deinem Auto immer an einen dunklen Beobachtungsort (oder holst das Teleskop aus dem Haus/Schrank/Kiste/wasauchimmer). Ein Dobson ist in zwei Minuten fertig zum beobachten. Kiste auf die Erde stellen, Teleskop drauf, Federn einhaken, fertig. Mit einer parallaktischen Montierung braucht man ne halbe Stunde. Montierung aufstellen, ggf. Montierungskopf auf Stativ schrauben, ggf. Strom anschließen, nach Norden ausrichten, mit Wasserwaage Stativ gerade hinstellen, Polaris suchen, RA- und DE-Achse auf Polaris ausrichten und dann noch irgendwie das Teleskop in die Klemme wuchten... das dauert. Aber das wiederum ist z.B. Grundvoraussetzung für die Astrofotografie von Galaxien oder Nebeln.

Wie dem auch sei... für Dobsons gibt es im übrigen auch Nachführplattformen, sodass man ca. 30 Minuten lang nicht am Tubus rumschieben muss.

Eins bleibt dennoch: Dobson = viel Öffnung für wenig Geld. Und man lernt den Himmel erst mal so kennen. Goto, was die Objekte fast selbst findet ist gut, keine Frage, aber kostet viel Geld und... siehe oben bzgl. Aufbau. Am Anfang hat man jedenfalls die beste Lernkurve, wenn man gezwungen ist, sich am Himmel zurecht zu finden. Außerdem macht das selbst suchen auch Spaß. Ist ja auch irgendwo immer aufs neue eine Herausforderung.

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Ein Teleskop für den Preis hat meistens ein sehr wackeliges Gestell. Bei stärkerem Wind oder bereits bei einem kleinen Anstoß muss man das Teleskop neu justieren. Die Vergrößerung eines Teleskops berechnet man folgend: Brennweite des Teleskops durch die Brennweite des verwendeten Okulars. Eins wo man Koordinaten eingeben kann ist sinnvoll, weil man nicht ewig bei einem kleineren Objekt suchen muss bis man es findet. Astroshop.de bietet viele Modelle an. Ansonsten von der Optik her sind die Marken Meade, Celestron gut. Von der Marke Omegon rate ich dir ab, das hatte ich mal, es ist extrem windanfällig und von der Optik her auch nicht perfekt. 

Ein Teleskop für den Preis hat meistens ein sehr wackeliges Gestell.

Nein, hat es nicht. Meinst du, dass ich hier ein Bresser Skylux empfehlen würde wenn das wackeln würde wie ein Lämmerschwanz?

Eins wo man Koordinaten eingeben kann ist sinnvoll

Und kostet zudem extra Geld welches man sich getrost sparen kann. Wie bereits von mir beschrieben kann man auch kleinste Objekte mit guten und kostenlosen Aufsuchkarten finden. Warum nennst du nicht auch die Kehrseite dieses Systems? Es muss möglichst genau eingenordet werden und es hat viele Objekte in der Datenbank die dir z.B. eine kleines Teleskop von Celestron nicht zeigen kann.

Astroshop.de

Warum eigentlich immer diese Schleichwerbung? Jeder erfahrene Astronom wird dir von diesem Laden abraten!

Von der Marke Omegon rate ich dir ab, das hatte ich mal, es ist extrem windanfällig

Seit wann hat die Teleskopmarke etwas mit der Windanfälligkeit zu tun? Ausschlaggebend hierfür ist einzig und allein die Montierung.

Aber warum schreibe ich das eigentlich? Von dir kommt ja eh keine Reaktion auf Nachfragen...

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