Ab wann hat man eine Angststörung z.B bei Agoraphobie und Panikstörung ab wann spricht man von einer Angststörung ?

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1 Antwort

Eine Agoraphobie tritt selten isoliert und sehr häufig im Zusammenhang mit einer Panikstörung auf. Wenn Ärzte von einer Panikstörung mit Agorapobie sprechen meinen genau dieses kombinierte Auftreten.

Der Weg beginnt als erstes mit einer Konsultation beim Hausarzt. Man schidert seine Beschwerden und äussert seinen Verdacht. Der Hausarzt wird dir ein paar Fragen stellen und anschliessend eine Blutentnahme anordnen. Mit einer Blutentnahme kann festgestellt werden, ob es körperliche Ursachen dafür gibt (z.B. Schilddrüsenprobleme etc). Wenn die Blutuntersuchung keine Anomalien zu Tage fördert, überweist er dich an eine Fachperson (Psychiater oder Psychologe).

Angststörungen können im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen gut behandelt werden. Primär dabei ist eine Psychotherapie. Nur sie hilft langfristig und kann heilen, Medikamente können "lediglich" die Symptome unterdrücken (was schon mal nicht schlecht ist). Wenn du eine Psychotherapie machst, empfehle ich dir bei Angststörungen eine Verhaltenstherapie zu machen. Das Problem einer Psychotherapie ist allerdings, dass es oft Monate braucht, bis sie wirkt und man sie auch nach der Genesung weiterführen muss (Rückfallverhinderung).

Bei schwereren Angststörungen können auch Medikamente eingesetzt werden. Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten die verwendet werden können:

  • Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Man kann sie einfach bei Bedarf einnehmen und sie wirken nach 20-30 Minuten stark angstlösend. Aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials und der Toleranzentwicklung darf man sie jedoch nicht länger (regelmässig) als 4-6 Wochen einnehmen.
  • Antidepressiva der SSRI und SNRI Gruppe wirken gegen Ängste besser als gegen Depressionen. Da sie nicht abhängig machen und sich auch keine Toleranzentwicklung ergibt, werden sie zur langfristigen Behandlung verwendet. Das Problem an Antidepressiva ist, dass sie vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen haben. 

Alle Infos zu den medizinischen Kriteren einer Panikstörung und den Behandlungsoptionen findest du hier: http://deprimed.de/ Ist einfach verständlich, nicht zu langer Text und gut erklärt.

HelferGroup 31.07.2017, 22:43

das wird ein Stern geben :) danke für deine antwort ;) ich habe im letztem jahr (bescherden ware schon vorhanden) -Blut abnahmen -Langzeit EKG -Augen Arzt - Neurologischer Test (beim neurologe) -Urin test und alles gut !!

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HelferGroup 31.07.2017, 22:43

*beschwerden

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samm1917 01.08.2017, 07:18
@HelferGroup

Das ist klassisch für eine Angststörung. Ich hatte ebenfalls Panikattacken mit Agoraphobie. Als ich meine erste Attacke hatte wurde ich ins Spital eingeliefert. EKG, Blutwerte etc. alles bestens. Anschliessend (ein wenig später als die Attacken immer wieder kamen) wurde ein MRI (Hirnscan) gemacht. Auch da alles einwandfrei. Als mir der Arzt Benzodiazepine (Lorazepam) verschrieb und alles nach 20min vorübergehend vorbei war, war die Sache klar.

Panikattacken sind eine psychische Erkrankung die sich nicht im Blut etc. nachweisen lassen. Das macht die Sache nicht unbedingt gerade besser, denn die Beschwerden sind sehr real.

Ich hatte solche Attacken, dass ich sie nicht ohne Medikamente in den Griff bekam (leider). Zuerst bekam ich Lorazepam, bis das Sertralin (ein Antidepressivum) wirkte. Damit waren die Attacken vorbei, doch die Nebenwirkungen des Antidepressivums machen mir bis heute zu schaffen.

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