Ab wann gilt die Kündigung einer Wohnung?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Relevant ist das Datum ab dem der Empfänger Gelegenheit hat die Kündigung zu lesen.

Das hat er nicht wenn es auf der Post liegt.

Hast Du die Möglichkeit die Kündigung selbst abzugeben oder selbst in den Briefkasten zu werfen, solltest Du das Heute oder Morgen noch tun.

Ansonsten Endet die Kündigungsfrist erst am 30. Juni.

Tip für die Zukunft, Einwurfeinschreiben statt Einschreiben + Rückschein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Relevant ist, wann der Empfänger deine Kündigung erhält. Da morgen der dritte Werktag ist, muss deine Kündigung spätestens morgen bei deinem Vermieter sein.

Das Problem bei Übergabe-Einschreiben ist, dass sie möglicherweise nicht abgeholt oder nicht angenommen werden. Holt dein Vermieter den Brief also nicht spätestens morgen ab, ist er nicht rechtzeitig zugegangen. Ein Einwurf-Einschreiben ist daher die bessere Alternative von zwei schlechten. Das gilt als zugestellt, sobald der Postbote den Einwurf im Briefkasten des Empfängers bestätigt.

Da du heute noch Zeit hast, mach dich schleunigst heute oder allerspätestens morgen auf den Weg zu deinem Vermieter. Triffst du ihn an, lass ihn den Empfang quittieren, ansonsten wirf ihn in seinen Hausbriefkasten, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo man unter normalen Umständen noch damit rechnen kann, dass der Briefkasten geleert wird. Nimm auf jeden Fall irgend jemanden als Zeugen mit.

Nur wenn du nachweisen könntest, dass der Vermieter bewusst den rechtzeitigen Zugang deiner Kündigung per Übergabe-Einschreiben verhindert hat, könntest du ggf. Chancen haben, dass dir ein Gericht Recht gibt. Das kostet aber überflüssigerweise Geld und vor allem Nerven.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dein Vermieter muss den ES/RS - Brief  nicht abholen. Damit ist deine Kündigung nicht in den Machtbereich des Vermieters gelangt und hat damit nicht stattgefunden. Du solltest nun sofort eine neue Kündigung schreiben und diese per Einwurfeinschreiben zusenden. Sobald der Zusteller sie in den BK eingeworfen hat, ist sie wirksam zugestellt. Egal ob der Vermieter den BK leert oder im Urlaub auf den Malediven ist. Jetzt kannst du frühestens zum 30. Juni kündigen.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da sind sich die Gerichte leider nicht einig. Der BGH soll gesungen haben ab Eingang der Benachrichtigung.

Hier bei uns sagt das LG:

Das Landgericht Freiburg „rettete“ die Kündigungsfrist für den Mieter
trotzdem, indem es auf den konkreten Einzelfall die Grundsätze von Treu
und Glauben anwandte. Das Gericht erklärte, dass der Vermieter den
Einschreibebrief am nächst möglichen Werktag hätte abholen müssen: „Bei
Nichtabholung oder verzögerlicher Abholung eines Einschreibebriefes ist
der fingierte Zugang für den Zeitpunkt anzunehmen, zu dem die Einlösung
des Benachrichtigungszettels möglich und zumutbar erscheint, regelmäßig
also am nächstfolgenden Werktag.“

Insoweit irritieren mich doch einige Antworten der Kenner hier sehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von peterobm
02.03.2016, 12:21

http://www.anwaltseiten24.de/rechtsirrtuemer/einschreiben-mit-rueckschein.html

Beispiel:

Der Absender verschickt ein Brief per Einschreiben mit Rückschein und denkt, er ist damit auf der sicheren Seiten. Doch der Empfänger des Briefes ist zum Zeitpunkt des Eintreffens des Briefes nicht zu Hause und er holt ihn auch nicht auf der Post ab. In dem Fall bekommt der Absender keine schriftliche Empfangsbestätigung. So würde z.B. eine Kündigung als nicht zugegangen gelten. Der Absender erhält seinen Brief zurück und hat möglicherweise Pech, dass er eine wichtige Frist verpasst hat.

3
Kommentar von KaeteK
02.03.2016, 12:23

Insoweit irritieren mich doch einige Antworten der Kenner hier seh

Und du meinst, man solle das Risiko eingehen und ev gerichtlich vorgehen? lg

0
Kommentar von DarthMario72
02.03.2016, 12:24

Das Landgericht Freiburg „rettete“ die Kündigungsfrist für den Mieter trotzdem, indem es auf den konkreten Einzelfall die Grundsätze von Treu und Glauben anwandte.

Genau, der konkrete Einzelfall! Ich meine mich daran zu erinnern, dass es darum ging, dass der Vermieter den Zugang bewusst verzögert hat, weil er mit der Kündigung rechnete.

Insoweit irritieren mich doch einige Antworten der Kenner hier sehr.

Mich nicht. Du versuchst eine Einzelfallentscheidung zu verallgemeinern. Das kannst du nicht tun, das irritiert mich viel mehr.

2

eine Kündigung muss nicht zwangsläufig bestätigt werden. Einseitige Willenserklärung.

Das Schreiben liegt im Postfach, damit ist es noch nicht zugegangen. 

jetzt liegt die Kündigung schon seit dem 26. bei der Post und wurde noch nicht unterschrieben.

Schnelles Handeln, Schmeiss das Schreiben unter Zeugen in seinen Briefkasten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von KaeteK
02.03.2016, 12:13

Schnelles Handeln, Schmeiss das Schreiben unter Zeugen in seinen Briefkasten.

So würde ich das jetzt auch machen  - Dazu würde ich den Zeugen noch auf das Kuvert unterschreiben lassen, damit die wissen, dass das jemand bezeugen kann. Noch vor 16 Uhr...

http://www.mietrecht-hilfe.de/kuendigung/zugang-der-kuendigung.html

4

Der Tag an dem die Kündigung im Hoheitsgebiet (wie es so schön heißt) des Vertragsnehmers liegt.

Kurz, ist das eine benachrichtigtes Einschreiben und die liegt 7 Tage bei der Post, ist sie gültig wenn der Vertragsnehmer sie abholt. Holt er sie nicht ab und die Sendung geht zurück , hast du Pech gehabt.

Deswegen- Kündigungen immer per Einwurf Einschreiben schicken. Dann ist sie gültig, wenn sie im Briefkasten liegt. Niemals als Übergabe, weil dabei die annahme verweigert werden kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DarthMario72
02.03.2016, 12:45

Hoheitsgebiet

Da verwechselst du etwas. Staaten haben Hoheitsgebiete, Empfänger von Postsendungen üblicherweise nicht.

0

Deswegen sollte man so etwas niemals als Einschreiben mit Rückschein, sondern als Einwurfeinschreiben (Postbote quittiert den Einwurf) versenden.

Denn der Tag der Zustellung gilt! Und deine Kündigung ist nicht zugestellt, sondern liegt auf der Post.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von passaufdichauf
02.03.2016, 12:24

Na, wer ist hier wieder in "Daumen runter"-Laune? Die Antwort ist korrekt!

1

Das Datum, das auf dem Rückschein die Übergabe des Einschreibens bestätigt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von peterobm
02.03.2016, 12:12

bis dato noch keine Übergabe stattgefunden, damit noch nicht wirksam zugegangen

3

Die Kündigung gilt als zugestellt, sobald der Empfänger sie erhält.

Du hättest besser

a) die Sendung per Einwurf-Einschreiben versandt

b) die Sendung nicht ans Postfach, sondern an die Anschrift des Vermieters verschickt

Du musst heute noch aktiv werden (3. Werktag des Monats)!

Ist der Vermieter ein Unternehmen / gewerblicher Vermieter, bringe heute noch das Schreiben dort hin und lasse Dir den Empfang quittieren.

Ist der Vermieter eine Privatperson, ebenso - alternativ nimm' einen Zeugen mit, der den Einwurf in den Briefkasten bestätigen kann. Schreib' dann am Besten auf den Umschlag "unter Zeuge eingeworfen am... um ... Uhr"

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Kündigung ist eine sogenannte empfangsbedürftige Willenserklärung, d.h. sie ist erst dann wirksam, wenn sie in den Machtbereich es Empfängers gelangt ist.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 130 Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden

(1) Eine

Willenserklärung, die einem anderen gegenüber abzugeben ist, wird, wenn

sie in dessen Abwesenheit abgegeben wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in

welchem sie ihm zugeht. Sie wird nicht wirksam, wenn dem anderen vorher

oder gleichzeitig ein Widerruf zugeht.

(2)

Auf die Wirksamkeit der Willenserklärung ist es ohne Einfluss, wenn der

Erklärende nach der Abgabe stirbt oder geschäftsunfähig wird.

(3) Diese Vorschriften finden auch dann Anwendung, wenn die Willenserklärung einer Behörde gegenüber abzugeben ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?