Ab wann gilt die Kündigung?

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4 Antworten

Wer seinem Arbeitgeber bewusst eine falsche Adresse angibt, um eine Kündigung im letzten Moment noch abzuwenden, ist alles andere als fein raus. Er muss sich den Angaben zufolge vielmehr so behandeln lassen, als habe ihn die Kündigung beim ersten Zustellversuch erreicht. ('Das muss erst mal bewiesen werden!)

Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht 2 AZR 366/04

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Die Kuendigung wirkt natuerlich erst ab dem Tag, an dem sie auch tatsaechlich zugegangen ("in den Machtbereich des Empfaengers gelang") ist.

Einen Gehaltsanspruch fuer die Tage, an denen der Gekuendigte "unentschuldigt" der Arbeit fern geblieben ist, besteht nicht. Also kann's dir eigentlich egal sein, ab wann denn nun die Kuendigung gilt. Wenn der AN "unentschuldigt" nicht mehr zur Arbeit erschienen ist, musst du ihn fuer diese Tage sowieso nicht bezahlen.

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das Datum der tatsächlichen Zustellung ist maßgebend. Wenn eine Kündigung oder was auch immer nicht zugestellt werden kann, dann kann der Empfänger ja keine Kenntnis davon nehmen .

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Kommentar von Putzbude
09.10.2011, 09:43

Dann kann ich ja überall falsche Adressen angeben, und habe die gute Ausrede - ich wußte nichts davon, dass ich Post erhalten habe...

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Kommentar von dogit
09.10.2011, 10:15

@ Beast: Völlig falsch was du schreibst.

Siehe gültige Rechtssprechung und Urteile des BAG

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eine Kündigung wird in der Regel bei Abwesenheit des zu kündigenden mit Boten überbracht. Der eine Bote ist als Zeuge dabei während der andere die Kündigung persönlich übergibt, oder zu den für den zu Kündigenden üblichen Posteinwurfzeiten in dessen Briefkasten wirft. Gleiches gilt wenn ein Postbote dieses via Einschreiben überbringt. (Einwurfzeiten) Wenn der Zustellversuch also Dokumentiert ist unter Zeugen, dann ist die Kündigung rechtskräftig.

Falsche Adressangabe ist nicht das Problem des Arbeitgebers, wenn dieser sich an die Regeln wie oben hält. Genau genommen hast sich der Arbeitnehmer mit der Angabe der falschen Adresse jetzt richtig ins Aus befördert.

Was aber zu beachten ist: Er hat die neue Adresse mündlich überbracht, hier kann ein Übermittlungsfehler dem Arbeinehmer wieder guten Boden bei einer Klage verschaffen.

Wichtig ist für den Arbeitgeber aber das er sich an die im Gesetz stehenden Regeln gehalten hat. Wichtiger Grund Anhörung Betriebsrat Fristen Etc...

Übrigens, auch Arbeitgeber dürfen sich durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen.

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Kommentar von DerCAM
09.10.2011, 10:20

Eine falsche Adressangabe ist sehr wohl das Problem des Arbeitgebers. An eine falsche Adresse kann er ja nicht wirksam zustellen (lassen).

Wie soll er denn die von dir im ersten Absatz beschriebene Prozedur durchziehen, wenn er ne falsche Adresse hat? Auch wenn er beweisen kann, dass er die Kuendigung in den falschen Briefkasten eingeworfen hat (hat einwerfen lassen), dann war's immer noch der falsche und die Kuendigung ist somit nicht zugegangen.

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