Ab wann führt Heroinkonsum zu einer Sucht?

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5 Antworten

Deinen Roman wirst Du nur schreiben können, wenn Du erheblich mehr über die Schicksale von Menschen mit Heroinabhängigkeit weißt. Du müsstest also heroinabhängige Menschen interviewen. Allerdings solltest Du Dir sicher sein, dass Du am Ende nicht selbst mit dem Heroin anfängst.

Bei manchen Menschen reicht ein einmaliger Konsum für die Abhängigkeit, andere können viele Male konsumieren, bis sie abhängig werden.

Heroin macht ruhig und in sich gekehrt. Das Bedürfnis nach sozialen Kontakten lässt nach, Du bist ja auch so schon zufrieden. Du bekommst ein Glücksgefühl, selbst wenn Du Dich die ersten Male übergibst, weil Dir übel wird. Deine sexuellen Bedürfnisse lassen meistens nach, bei Frauen setzt irgendwann die Periode aus. Nach dem Abklingen der Wirkung der Droge kommt bald die Sehnsucht nach dem nächsten Mal.

Wenn Du nach dem Konsum den "Kater" merkst, sind das bereits Entzugserscheinungen: Unruhe, Depression, grippeartige Symptome, ziehende Schmerzen, Durchfall, Übelkeit. Wenn Du richtig drauf bist, bist Du bereit, Deine Freundin für neuen Stoff auf den Strich zu schicken, verkaufst die Wertsachen Deines besten Freundes. Usw.


Vielen Dank für die ausführliche Antwort! :)
Naja, da es sich bei dem Roman um nur ein oder zwei Szenen handelt, wo lediglich eine Nebenfigur bei dem Konsum erwischt wird, denke ich, dass eine so sorgfältige Recherche nicht notwendig ist. Vor allem, weil nur der äußere Zustand und das Verhalten aus der Sicht des Protagonisten beschrieben wird.

LG 
Letime98

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Prinzipiell macht keine Droge nach dem ersten Mal süchtig....

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Ich würd mir das mit denn "Spritzen" überlegen, grade Erstkonsumenten ziehen viel eher. Spritzen ist gar nicht soo verbreitet, macht das ganze halt vielleicht klischeehaft. 

Wenn man einen Monat lang so zwei Mal die Woche konsumiert, ist man nicht körperlich drauf. Wenns jeden Tag, bzw mehrmals am Tag ist, dann wahrscheinlich schon. Ab welchem Punkt der Charakter psychisch nicht mehr aufhören kann, musst du entscheiden. 

Ja, auf H bist du ruhig und zufrieden. Ansonsten sind Zeichen für den Konsum Erbrechen, Kratzen (aufgrund des Juckreizes), sehr kleine Pupillen und dass man womöglich sogar einschläft. 

Sowas wie einen Kater gibt's nicht, nur eher eine innere Leere und Kälte im Kontrast zu dem euphorischen Rausch. 

bekommt man jedes mal nach h eine Euphorie?

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@lanadelcobain

Am Anfang machen Opioide natürlich euphorisch, aber sobald man Dauerkonsument ist und eine Toleranz entwickelt, wird man kaum mehr breit und konsumiert eher gegen die Entzugserscheinungen. 

Deshalb sagt man so schön, dass Abgängige immer ihrem ersten Rausch hinterherjagen, weil der nun mal immer einer der besten ist. 

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das hilft mir auf jeden Fall weiter! :)

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@Letime98

Freut mich, dass ich helfen konnte. Und dein Szenario ist echt nicht so ungewöhnlich, Elizabeth Wurtzel und Cheryl Strayed (Autorinnen) haben beide über eine gewisse Zeit lang (paar Wochen) Heroin konsumiert und dann aufgehört. Alles möglich :)

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Möglich ist es schon, sich 4 wochen lang heroin zu spritzen und dann einfach aufzuhören. Aber das wird keiner tun, solange der grund besteht, weswegen sie das zeug konsumieren. Bei neukonsumenten entwickelt sich die körperliche abhängigkeit erst langsam, der konsument muss sie erst lernen oder antrainieren sozusagen. Wie bei alkoholikern auch, die werden ja auch nicht nach der ersten flasche bier abhängig, sondern brauchen dazu oft jahre. 

Also wäre es durchaus realistisch, nach 4 Wochen damit aufzuhören, wenn der Grund ausfällt? Also wenn sich die Lage beispielsweise verbessert hat (finanziell, familiär, etc.)?
Danke für deine Antwort :)

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@Letime98

Machbar ist es auf jeden fall, aber wie gesagt, werden die wenigsten ihr neu liebgewonnenes entspannungsmittel einfach weglassen. Gerade eine finanzielle verbeserung ist da eher kontraproduktiv, denn viele hören erst auf, wenn das geld nicht mehr fürs essen und ihre sucht reicht und der totale absturz vor der tür steht. Eher würde ich sagen, dass jemand für eine neue liebe aufhört oder wegen einem umzug an einen anderen wohnort, wo er sich erst neue quellen suchen müsste.

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@Baumels

"Machbar" ist der Ausstieg immer, aber bereits nach vier Wochen kann es sein, dass Du subtilerweise nicht aufhören willst - Dir vielleicht sagt, aufhören kann ich ja immer noch, aber gerade jetzt nicht.

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Kann dir nur den Roman shore Stein Papier nahe legen. Es wird dir zu 100% helfen wenn du dich damit auseinander gesetzt hast. Gibt es auch auf Youtube. Viel Spaß ;)

Vielen Dank für den Tipp! Das werde ich mir auf jeden Fall einmal anschauen :) 

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Gerne wird wohl das beste für dich sein da es sich um einen biographischen Blog eines ex Konsumenten handelt

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Also ich kenne jemanden sehr gut, der ist 65 Jahre alt und immernoch Heroinsüchtig ( bekommt vom Staat das reine Zeug). Mit seiner Sucht fing es an als er 16 war und 1x Heroin geraucht hat. Dieses unbeschreibliche Gefühl welches ihn überkam wollte er nie wieder loslassen und rutschte so tief ab. Also es ist durchaus möglich bei einmaligem Konsum von HEROIN abhängig zu werden, da es auch eine der härteren Drogen ist.

lg

Hmm, dass man schnell davon abhängig wird habe ich auch gelesen :/ aber mich würde hierbei interessieren, ob es überhaupt möglich ist, dieser Sucht standzuhalten, also nach fünf oder sechs solcher Rausche (Ist das der richtige Plural von Rausch?) einfach aufzuhören ohne professionelle Hilfe.
Tut mir leid für deinen Bekannten, dass er "so tief abgerutscht ist" :/ 

Darf ich denn fragen, wie sich so jemand benimmt? Also ist es wirklich dieses ruhig sein und benommen reagieren oder kann es auch aggressiv ausarten?

Danke auf jeden Fall für deine Antwort :)

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@Letime98

Wenn es um die Beschaffung des Heroins geht, werden Heroinabhängige u. U. sehr aggressiv: überfallen Leute, stehlen Geld usw.

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@Letime98

Kommt ganz auf die Person drauf an ist unterschiedlich. Aber was ich sagen kann dass Abhängige, die ihren Stoff wollen alles dafür tun, stehlen etc. dabei treten viele Aggressiv auf. 

Was Ihn betrifft, seit er die "Hilfe" vom Staat bekommt und Kontrollierte dosis von Heroin ist er wieder die Person die ich früher gekannt habe. Er hat einen Beruf arbeitet Ehrenamtlich und macht sogar Vorträge über das Thema Drogen und seinen schwierigen Weg. Standzuhalten ohne irgendwelche Freunde ist fast unmöglich, da wie gesagt man alles dafür tun wird neuen Stoff zu bekommen. Und das Vertrauen derjeniger ausnutzt die einem eigentlich helfen wollen.. 

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@Bombi95

Interessant zu wissen! Tritt dieses aggressive Verhalten denn auch im Rausch möglich oder ist man da zu "high", um reagieren zu können? 

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@Letime98

Was möglich ist und was nicht kann ich nicht sagen. Bei ihm war es so, dass er im Rauschzustand nicht aggressiv war, nur wenn er nichts hatte.

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Schwachsinn...

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@lucadavinci

Wieso schwachsinn? Hast du das erlebt oder kennst du Personen ? Oder hast zu viele "dokumentationen über heroinsüchtige " gesehen ? lächerlicher mensch 

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@Bombi95

Ich kenne viele Heroinkonsumenten, die meisten fanden ihren ersten Rausch eher unspektakulär.

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